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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Gregor Gysi (Linke) & Philipp Amthor (CDU) zu Gast bei `überBlick`

von Ilse Romahn

(07.10.2019) Als Philipp Amthor 1992 zur Welt kam, war Gregor Gysi Vorsitzender der SED-Nachfolgepartei PDS – beide wurden im Osten Deutschlands geboren.

Gysi war in einem geteilten Land aufgewachsen und hatte in der DDR Staatschefs wie Walter Ulbricht und Erich Honecker erlebt. Als er zum Gesicht und Sprachrohr der Linkspartei wurde, wurde Amthor unter dem Kanzler der Wende, Helmut Kohl, in einer wiedervereinigten Republik groß und unter dessen Nachfolgerin Angela Merkel politisch sozialisiert – und infiziert.

Seit 2017 kreuzen sich die Wege dieser beiden ungleichen Männer – im Bundestag. Der eine, Gysi, als Abgeordneter der Linkspartei, der andere sitzt für die CDU im Parlament. Sie trennt weitaus mehr als der Umstand, dass Grüne und SPD zwischen ihnen sitzen. CDU-Shootingstar Amthor ist wegen seiner konservativen Haltung beim Lebensschutz bekannt geworden – und bezieht auch in der Sozialpolitik eine klare Position: für mehr Eigenverantwortung, gegen weniger staatliche Absicherung. Deutschland sei ein Land der Möglichkeiten und Chancen. Das Geld liege auf der Straße, man müsse sich danach bücken, zitiert der 26-jährige Warren Buffet. „Ganz in diesem Sinne muss man allzu starkem linken Pessimismus auch immer wieder entgegenrufen: Von Jammern ist noch niemand reich geworden!“, schrieb er unlängst in einem Gastbeitrag.

Das sieht Gregor Gysi erwartungsgemäß anders. Konzerne, Vermögende, Bestverdiener müssten mehr zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden, um die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden, fordert der 71-jährige Jurist. Ohne Steuergerechtigkeit, ohne Umverteilung der Lasten seien ein funktionierender Sozialstaat, Chancengleichheit in der Bildung, bezahlbare Wohnungen, moderne Infrastruktur und ein Gesundheitssystem, in dem nicht der Geldbeutel die Terminvergabe bestimmt, nicht zu finanzieren.

Diese beiden Positionen treffen beim Talk „überBlick“, zu dem Bernd Reisig und Wolfgang Bosbach einladen, aufeinander.

„Wie sozial ist Deutschland?“ ist die Fragestellung an diesem Abend. Die beiden Gastgeber diskutieren mit den Politikern darüber, ob die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird und wie sozial der Staat gegenüber seinen Bürgern ist beziehungsweise sein muss.

Die Veranstaltung findet statt am Sonntag, 13. Oktober, 18 Uhr, im Fleming's Selection Hotel Frankfurt-Cityber, Eschenheimer Tor 2, Bleichstraße 64-66, 60318 Frankfurt am Main. 

Tickets für € 99,-- incl. 3-Gänge-Menü, Getränke etc. online unter www.berndreisig.de