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Letzte Aktualisierung: 18.07.2019

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Goldschmidts tragen sich in Goldenes Buch ein

Oberbürgermeister Feldmann: „Überall in Frankfurt finden sich Spuren Ihrer Familie“

von Ilse Romahn

(18.06.2019) Die Familie Goldschmidt hat eine lange Geschichte - und die ist eng mit Frankfurt verwoben. „Heute finden sich überall Spuren dieser Vergangenheit“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann anlässlich eines Eintrags der Familie ins Goldene Buch der Stadt, der im Rahmen des ersten Familienbesuchs erfolgte, für den das Jüdische Museum ein besonderes Besichtigungsprogramm zu maßgeblichen Orten der Familiengeschichte in Frankfurt entwickelt hatte.

Auf dieses Programm Bezug nehmend führte der Oberbürgermeister aus: „Ihre Familiengeschichte zeigt, wie gut es einer Stadt wie Frankfurt getan hat, wenn es seine Tore geöffnet hat, wenn es Handel zugelassen und Frieden gesucht hat.“

Zuerst tauchen die Goldschmidts im 15. Jahrhundert in der Geschichte der Stadt auf - hier finden sie Zuflucht, nachdem sie aus Nürnberg vertrieben worden waren. Heute gilt die Familie Goldschmidt als eine der bedeutendsten und bekanntesten Familie aus der Judengasse. Ihre Geschichte wurde nun vom Jüdischen Museum Frankfurt aufgearbeitet, das in seinem Museum Judengasse auch den Schlussstein des Hauses "Schwan" präsentiert, in dem die Familie Goldschmidt lange Zeit lebte.

Die Familie teilte sich aber in mehrere Zweige, die sich zum Teil in anderen Städten wie etwa Kassel ansiedelten. Der Familienzweig, welcher nun aus aller Welt nach Frankfurt kam, geht auf den 1878 in Frankfurt geborenen Adolf Benedikt Hayum Goldschmidt zurück, der ein Bruder von Maximilian Benedikt Hayum von Goldschmidt-Rothschild war, der Wilhelm Karl von Rothschilds Tochter Minna Karoline heiratete. Beide Brüder waren Teilhaber des Bankhauses B. H. Goldschmidt.

Maximilian von Goldschmidt-Rothschild wurde von den Nationalsozialisten gezwungen, alle Grundstücke zu verkaufen. Auch seine umfangreiche Kunstsammlung ging 1938 während der NS-Zeit an die Stadt über. Er starb 1940 im Alter von 96 Jahren. Heute erinnert der Rothschildpark an das Anwesen. (ffm)