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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Genießen und das Klima schützen: Die Klimagourmet-Woche zeigt, wie es geht

von Ilse Romahn

(05.09.2019) Vom 5. bis 15. September feiert Frankfurt Rhein-Main wieder nachhaltigen Genuss und Klimaschutz.

Maike Thalmeier, Monika Krocke, Paul Fay und Claudia Stiefel präsentieren neues Modul Klimagourmet-Ausstellung zu Lebensmittelverschwendung
Foto: Stadt Frankfurt / Klimagourmet
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Workshops und Rundgänge, Vorträge und Diskussionen, ein Streetfood-Lunch und Bildungsveranstaltungen für Schulen – zum sechsten Mal zeigt das vielfältige Programm der Klimagourmet-Woche mit über 40 Aktionen, dass Klimaschutz schmecken und Menschen zusammenbringen kann.

Besonders intensiv vertreten sind Aktionen, die die Region und Wiederbelebung ursprünglicher Methoden zelebrieren. Alle sind zum Selbergärtnern, -pflücken, -backen und -kochen geladen. Lokale Initiativen und Erzeuger stellen ihr Engagement sowie ihre Grundstücke mitsamt Höfen, Hinterhöfen und Hühnern vor. Urkörner, Wurzeln, Biogetreide, Wildkräuter und die gern unterschätzte Kartoffel schmecken nach Heimat und verwandeln sich in raffinierte Speisen. Solares Kochen, Permakultur, das Einmachen, Food-Coops und urbanes Gärtnern zeigen: Selbstversorgung und Nachbarschaftlichkeit machen nicht nur Spaß, sondern auch unabhängiger.

Streetfood-Lunch auf dem Willy-Brand-Platz mit Verlosung
Neben Nähe und Authentizität ist ein weiterer Programmschwerpunkt die fleischlose Ernährung. Es gibt viele Gründe, warum sich jemand für ein vegetarisches Gericht entscheidet. Mit seinem weitaus niedrigeren CO2-Abdruck gehört es zu den wichtigsten Aspekten einer klimafreundlichen Ernährung. Ist es vegan, sinkt der Abdruck weiter. „14 Prozent des kompletten CO2-Fußabdrucks eines Deutschen gehen auf das Konto der Ernährung“, sagt Paul Fay, stellvertretender Leiter des Frankfurter Energiereferats und einer der Initiatoren von Klimagourmet. „Das Klimagas Methan, das zum Beispiel Kühe bei der Verdauung produzieren, und der Einsatz von Düngemitteln beim Ackerbau und die große Menge von Futtermitteln wie Soja sind nur einige Gründe für den hohen Fußabdruck. Mit weniger Fleisch und dafür mehr saisonalem Gemüse kann man genussvoll das Klima schonen.“

Wie und warum das funktioniert, darüber klärt beispielsweise ein Abend im Begegnungszentrum Heddernheim mit Expertengesprächen, Kurzfilmen und veganen Snacks auf. Hinweise über die Dos und Dont‘s einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise liefert auch das Verbrauchercafé der Verbraucherzentrale. Klimagourmet selbst veranstaltet eine vegetarische Mittagspause mit Foodtrucks auf dem Willy-Brandt-Platz, wo die Initiative auch informiert und Essensgutscheine verlost.

Wanderausstellung liefert Ideen fürs Schlemmen ohne Verschwendung
Zum ersten Mal zeigt Klimagourmet das zweite Ausstellungselement zum Thema Food Waste. Ein Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum gehört nicht unbedingt in die Mülltonne. Das neue Drehrad vermittelt detailliert, wie die eigenen Sinne darauf hinweisen, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist. Neben dem Themenbereich Lebensmittelverschwendung untersucht die mehrfach von der UNESCO ausgezeichnete Wanderausstellung die Zusammenhänge zwischen Klima und Ernährung über die Produktionskette hinweg bis zum Teller und gibt Tipps.

Eine wichtige Säule von Klimagourmet ist der Bildungsbereich. Die Lernwerkstatt von Umweltlernen, das Klimafrühstück der Verbraucherzentrale und dieses Jahr erstmals das Honigfrühstück vom Museum Angewandte Kunst richten sich an Schulen und Bildungseinrichtungen und zeigen, wie das Klima und die Umwelt geschützt werden können.

„Die schockierenden Bilder vom brennenden Amazonas-Regenwald haben vielen von uns nochmal einen zusätzlichen Antrieb gegeben, die eigene Ernährung umzustellen“, sagt Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen. „Es ist gar nicht so schwer, seine persönliche Klimabilanz zu verbessern. Klimagourmet lädt nicht nur zum bewussten Genießen ein, sondern auch zum aktiven Mitgestalten und Diskutieren. Machen Sie mit!“

Weitere Höhepunkte sowie Details zum Programm und Informationen zu Anmeldung und Teilnahme an den Veranstaltungen finden sich im beigefügten PDF-Dokument. (ffm)