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Letzte Aktualisierung: 20.03.2019

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Genießen erlaubt. Häufigkeit des Zuckerkonsums entscheidet über Zahngesundheit

Gute Nachricht: Zähneputzen kein Muss nach jeder Mahlzeit

von Ilse Romahn

(07.01.2019) Süßes war in der Weihnachtszeit in aller Munde: Plätzchen, Stollen, Glühwein – für die meisten Menschen werden diese Leckereien erst durch Zucker richtig schmackhaft. Ob Haushaltszucker, Frucht- oder Traubenzucker: Für die Wirkung auf unsere Zähne spielt die Art des Zuckers kaum eine Rolle.

Zuckertütchen
Foto: Jörg Pompetzki/KZV Hessen
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Süße Getränke wie Limonaden, Nektare, Säfte und Schorlen, Kaffee oder Tee mit Zucker sind für die Zähne eine große Gefahr. Denn jeder Schluck ist ein Zuckerangriff auf die Zähne, wenn sie nicht gründlich sauber gesputzt sind. Wer häufig zuckerhaltige Getränke zu sich nimmt, setzt seine Zähne einem hohen Kariesrisiko aus. Das kann den Zahnschmelz schädigen und zu Karies führen. Deswegen lieber Wasser gegen den Durst trinken. Das spart auch viele Kalorien.

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen rät deshalb neben der richtigen Zahnpflege zu einem bewussten, achtsamen Zuckerkonsum, damit die körpereigenen Schutzmechanismen ihre Wirkung entfalten können. Das wichtigste natürliche Schutzsystem im Mund ist der Speichel, denn er spült und remineralisiert den Zahnschmelz. Dieses Abwehrsystem kann allerdings nur funktionieren, wenn die Zähne weitgehend frei von bakteriellen Zahnbelägen sind und für sie genügend Zeit ohne Zuckerimpulse bleibt. Etwa 16 Stunden Remineralisation können 8 Stunden Demineralisation ausgleichen, erklärt die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) in ihrem Prophylaxe-Konzept.

Gute Nachricht
Diese Formel gilt nicht nur für Kinder- und Jugendzähne, sondern auch für die Mundgesundheit von Erwachsenen. Bei zahngesunder Ernährung halten sich Säureangriff und Säureabwehr die Waage. Die gute Nachricht ist: Weitverbreitete Regeln, die das Zähneputzen nach jedem Essen und immer nach dem Konsum von Süßigkeiten nahelegen oder gar verbieten, sind überholt. Entscheidend ist – wie so oft – das richtige Maß. Ein forschender Blick auf das eigene Ernährungs-verhalten lohnt sich auch über die Weihnachtszeit hinaus, denn der Zuckergehalt einzelner Lebensmittel ist oft nicht offensichtlich. Vor allem in Fertigprodukten und sogenannten Softdrinks verbergen sich meist unerwartet hohe Zuckermengen.

Aktuelle Initiative des BMEL
Mit der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertignahrungsmitteln möchte die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner erreichen, dass beispielsweise Müslis oder gesüßte Getränke künftig weniger Zucker enthalten. Dazu soll die Lebensmittelwirtschaft Anfang 2019 mit der Umsetzung ihrer Selbst-verpflichtungen beginnen, um bis zum Jahr 2025 konkrete Reduktionsziele zu erreichen. Bei den relevanten Produkten soll es zu einer zweistelligen prozentualen Reduktion des Zuckergehalts kommen.
Quelle: www.bmel.de/DE/Ernaehrung/

Damit machen Sie Ihren Zähnen ein Geschenk
In Anlehnung an das Prophylaxe-Konzept der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) gelten auch für Erwachsene die folgenden Empfehlungen:
die Zähne zweimal täglich putzen: nach dem Frühstück und nach dem Abendessen
kauaktive Zwischenmahlzeiten, z. B. einen Apfel
zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke weniger häufig, dafür bewusst genießen, z. B. süßen Nachtisch
nach der Zahnpflege am Abend nichts mehr essen oder trinken außer Wasser

https://www.kzvh.de