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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Gemeinschaftliche Wohnprojekte fürs Hilgenfeld

Stadt und ABG Frankfurt schreiben Konzeptionsverfahren aus

von Karl-Heinz Stier

(05.02.2019) Planungsdezernent Mike Josef macht bei der Entwicklung neuer Wohngebiete in Frankfurt mächtig Dampf. Nach dem Rebstockgelände, in dem 1 000 Wohnungen erstellt werden, hat er für das Neubaugebiet Hilgenfeld am Frankfurter Berg zusammen mit der ABG Frankfurt Holding neue Ideen und Vorstellungen.

Bildergalerie
Luftbildaufnahme von Hilgenfeld (gelb umrandet)
Foto: Karl-Heinz Stier
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Planungsdezernent Josef (links) und ABG-Chef Junker bei der Pressekonferenz
Foto: Karl-Heinz Stier
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Das Baugebiet umfasst 850 Wohneinheiten (ca. 2200 Einwohner), ist 18 ha groß, erreicht mit der U5 /S 6 in 15 Minuten den Hauptbahnhof und bietet vor allem jungen Wohnungssuchenden, auch Studenten, eine interessante Bleibe. Neu ist: ab sofort werden dazu gemeinschaftliche und genossenschaftliche Projekte aufgerufen, die sich mit einem überzeugenden Konzept des gemeinschaftlichen Wohnens bewerben können. „Bisher wurden Liegenschaften an einzelne Wohngruppen vergeben. Jetzt beginnen wir systematisch genossenschaftliche und gemeinschaftliche Wohnbauprojekte in Neubaugebiete zu realisieren. Das ist einmalig in der Bundesrepublik“, betont Mike Josef. „15 Prozent der Wohneinheiten sind für diese Wohnform im Hilgenfeld vorgesehen“,  so ABG-Chef Frank Junker, dessen Holding einen Großteil der Fläche erworben hat und für die Erschließung und Bebauungspläne zuständig ist. Die gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Projekte sollten deshalb künftig bei Neubauvorhaben berücksichtigt werden, weil sie – so Mike Josef - „als nicht rendite-orientierte Akteure entscheidend zu einer langfristigen Stabilisierung der Mitpreise beitragen und wichtige Impulse für lebendige und integrierte Quartiere bringen“.

Im Erdgeschoss der Wohnungen sollen Gemeinschaftsräume entstehen wie etwa Betreuungs– und Gemeinschaftsräume, Räume für gemeinsames Kochen oder Fahrradwerkstätten. Möglich sein soll auch Carsharing und vor allem die Benutzung des ÖPNV. Nach Aussagen von Junker werden für die Energiegewinnung geothermische Anlagen eingesetzt. Und: „Wir wollen hier keine Gettos und Eigentumswohnungen, sondern 40 Prozent geförderten Wohnungsbau“.

Der neue Stadtteil entsteht nach einem Entwurf der Stadtplaner aus Düsseldorf und Landschaftsarchitekten aus Freiburg. Bei der Entwicklung sollen neue städtebauliche und architektonische Wege gegangen werden. Vier Baufelder sind Teil des Wettbewerbs „Wohnen für alle: Neues Frankfurt 2018“.

Die einzelnen Flächen für das gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnen werden im Rahmen eines Konzeptionsverfahrens vergeben. Jedes Wohnprojekt, das mit guten Ideen zum gemeinsamen Wohnen, Leben und Organisieren besticht, kann sich melden. Das Interesse von Genossenschaften, die in Frankfurt auf rund 20 geschätzt werden, ist ausdrücklich erwünscht. Die Ausschreibung läuft bis zum 29.Mai. Auskünfte erteilt das Amt für Wohnungswesen unter (069)21234703. Und per mail www.wohnungsamt.frankfurt.de oder www.abg-fh.com/projekte  und www.gemeinschaftliches–wohnen.de