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Letzte Aktualisierung: 11.12.2018

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Gateway Gardens: Fahrgäste können E-Bus fahren - Autobus Sippel testet batterieelektrischen Bus

von Ilse Romahn

(29.01.2018) Frankfurter Fahrgäste können jetzt selbst „erfahren“, wie sich die emissionsfreie Zukunft des Nahverkehrs anfühlt: „In der kommenden Woche freuen wir uns, auf der Buslinie 77 am Flughafen einen batterieelektrisch betriebenen Bus im Linienverkehr einsetzen zu können“, kündigt die Geschäftsführerin des Verkehrsunternehmens Autobus Sippel, Stephanie Schramm, an.

Stephanie Schramm und Hans-Jörg von Berlepsch präsentieren einen Elektrobus
Foto: traffiQ
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Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ als Auftraggeberin hat die Initiative von Autobus Sippel intensiv unterstützt. „Wir begrüßen, dass sich unsere Frankfurter Verkehrsunternehmen aktiv auf das Ende der fossilen Antriebstechniken vorbereiten“, erklärt Hans-Jörg von Berlepsch, Geschäftsführer von traffiQ. „Besonders positiv finden wir, dass Autobus Sippel unseren Fahrgästen Busse mit den beiden derzeit zukunftsträchtigsten elektrischen Antriebstechniken präsentiert – Batterie und Brennstoffzelle. Denn beide wollen wir noch in diesem Jahr in den regulären Linieneinsatz bringen.“

Vom 30. Januar bis 2. Februar wird Autobus Sippel den batteriebetriebenen E-Bus im regulären Fahrgastbetrieb auf der Linie 77 einsetzen. Die Linie verbindet das Terminal 1 des Flughafens mit Gateway Gardens. Voraussichtlich von etwa 4.30 bis 10 Uhr und zwischen 15 und 18 Uhr wird der Bus im Einsatz sein. Zusätzlich bietet Autobus Sippel am Dienstag, 30. Januar, zwischen 12 und 14 Uhr auf der gleichen Linie „Schnupperfahrten“ mit einem Brennstoffzellenbus an, der vom Omnibusbetrieb Winzenhöler aus Groß-Zimmern zur Verfügung gestellt wird. Das Unternehmen setzt bereits heute Brennstoffzellenbusse im Werksverkehr des Industrieparks Höchst ein, wo der benötigte Wasserstoff als „Abfallprodukt“ anderer Produktionsprozesse zur Verfügung steht.

Autobus Sippel ist seit vielen Jahren zuverlässiger Partner im Frankfurter Stadtbusverkehr. Das Unternehmen betreibt im Auftrag von traffiQ seit 2008 elf Buslinien hauptsächlich im Frankfurter Südwesten von Sachsenhausen bis Höchst. Der Probeeinsatz der E-Busse ist Bestandteil der intensiven Vorbereitung des Busunternehmens auf die Zeit alternativer, postfossiler Antriebstechniken. „In den kommenden zehn Jahren wird es einen grundlegenden Wandel hin zu Zero Emission-Fahrzeugen geben“, sagt Sippel-Geschäftsführerin Schramm. „Diese Entwicklung will und wird Autobus Sippel kompetent mitgestalten – gerne auch im Frankfurter Nahverkehr“.

Die Stadt Frankfurt legt großen Wert auf die Entwicklung des umweltfreundlichen Nahverkehrs. Bereits heute, so traffiQ-Geschäftsführer von Berlepsch, wird der Frankfurter Nahverkehr auf hohem ökologischen Niveau elektrisch oder mit strengsten Umweltauflagen betrieben. Der gesamte Fuhrpark im Frankfurter Nahverkehr umfasst über 750 Fahrzeuge, davon fast 400 U- und Straßenbahnfahrzeuge sowie mehr als 350 Busse. Da die U-Bahn- und Straßenbahnfahrzeuge naturgemäß elektrisch betrieben werden, beträgt der Gesamtanteil der Dieselfahrzeuge am Frankfurter Nahverkehr schon heute weniger als 50 Prozent. Von den Bussen erfüllen 87 bereits die Norm Euro VI, weitere 275 Busse erfüllen den EEV-Standard (emissionsärmer als Euro V). „Dieses hohe Niveau im umweltgerechten Nahverkehr erreichen heute wenige Stadtverkehre in Deutschland“, stellt von Berlepsch fest. „Trotzdem muss der Anteil fossiler Energie an den Nahverkehrsproduktion rasch reduziert werden“. In Zusammenarbeit mit mehreren Partnern hat traffiQ daher bereits die alltagsgerechte Erprobung alternativer Antriebe in die Wege geleitet: Noch in diesem Jahr soll die Buslinie 75 (Bockenheimer Warte – Uni-Campus Westend – Bockenheimer Warte) auf batterieelektrische Busse umgestellt werden. Drei Brennstoffzellenbusse sind im Rahmen eines EU-Projektes mit Mainz und Wiesbaden ebenfalls zur Anschaffung geplant.

Für den Probeeinsatz auf der Linie 77 steht der Firma Sippel ein Standardbus des niederländischen Herstellers VDL zur Verfügung. Das 12 Meter lange und 13 Tonnen schwere Vorführfahrzeug des Typs Citea SLF-120 Electric bietet insgesamt 75 Plätze, davon 30 Sitzplätze. Die Batterieleistung beträgt 180 kWh, womit eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern möglich wird. Wie in Frankfurt üblich ist der Bus mit drei Türen ausgestattet.

Unterstützt wird der Probeeinsatz auf der Buslinie 77 durch die Fraport AG, die neben einem Abstellplatz auch den Strom zum Aufladen der Busbatterien kostenlos zur Verfügung stellt. „Wir freuen uns, die Testphase des E-Busses hier am Flughafen Frankfurt zu unterstützen und erhoffen uns davon auch wichtige Erkenntnisse, die wir im Rahmen unserer eigenen E-Mobilitätsstrategie einbringen können“, sagt Wolfgang Scholze, Leiter Umweltmanagement der Fraport AG. Als Infrastrukturdienstleister stellt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) den benötigten Stromanschluss her.