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Letzte Aktualisierung: 17.09.2019

#GAMEPLACES-Schlaglicht im Vorfeld der GermanDev-Days: Was tut sich in der Games-Branche am Standort?

von Ilse Romahn

(22.05.2019) Die Games-Branche gilt als Vorreiter der Digitalisierung. Ihre Technologien und Ansätze finden auch in anderen Industrien zunehmend Anwendung. Eine starke Games-Branche kann also unmittelbar dazu beitragen, einen Wirtschaftsstandort auch insgesamt zu stärken. Mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro (2016) – und damit bundesweit nach München und Berlin auf Platz drei – kann sich die Frankfurter Software- und Games-Industrie sehen lassen.

Mit weit über 10.000 Erwerbstätigen trägt sie seit Jahren rund 30 Prozent zum Gesamtumsatz der Frankfurter Kreativwirtschaft bei – Tendenz steigend. Die Ausbildungssituation ist ebenfalls gut – nicht nur in Frankfurt, sondern auch im Umland. Regionale Akteure wie die gamearea-Hessen, die Regionalvertretung Hessen des GAME-Bundesverbands, engagieren sich erfolgreich für die brancheninterne wie -übergreifende Vernetzung und bringen den Dialog mit der Politik aktiv voran. Nach einem gut besuchten, Anfang Mai mit Eintracht Frankfurt realisierten #GAMEPLACES-Event zum Thema eSport lädt die Wirtschaftsförderung Frankfurt erneut zum Gameplaces-Dinner. Das Dinner mit Entscheidern aus Wirtschaft und Politik findet am Dienstag, 28. Mai, und anlässlich der GermanDevDays statt.

„Von Frankfurt aus lenken internationale Publisher ihre europäischen Märkte; Studios mit hochspezialisierten, internationalen Teams entwickeln innovative Produkte und Anwendungen“, sagt Wirtschaftsdezernent Markus Frank. Das hohe Niveau zeige sich auch daran, dass Unternehmen aus Frankfurt regelmäßig mit Auszeichnungen wie dem Deutschen Entwickler- oder dem Deutschen Computerspielpreis (DCP) geehrt würden, sagte Frank weiter. Teils mehrfach erfolgreich waren Crytek, Deck13, keen games, Nintendo oder ZeniMax. In der Region sind zudem führende Mobile- und Instant-Game-Entwickler wie Lotum oder kamibox (DCP 2019/„Bestes Mobiles Spiel“) ansässig.

Allgemein werden Games und Gaming kontinuierlich sichtbarer – nicht nur bei Branchen-Events wie den GermanDevDays oder Gameplaces. Unter dem Label HessenGamesWeek finden Ende Mai zum zweiten Mal auch diverse Events für ein breites Publikum statt. Prominenter Vorreiter in Sachen eSport ist Eintracht Frankfurt. „eSports zum Anfassen“, so das Motto des Kick-off-Events zur Eröffnung des eSports-Trainingszentrums am Sonntag, 26. Mai. Auch hier verfolgt der Verein seinen bewährten Breitensportansatz: Als zentrale Anlaufstelle für Talente aus der Region will Eintracht Frankfurt künftig auch die Professionalisierung des eSports in ganz Deutschland mitgestalten.

Mindestens ebenso wichtig wie Ruhm und Ehre, Sichtbarkeit und Vernetzung sowie eine allgemein positive Marktentwicklung ist die Nachwuchs-Frage. Auch hinsichtlich Forschung und Lehre tut sich im Rhein-Main-Gebiet einiges. Mit der GamesAcademy, dem SAE-Institut, der TU Darmstadt, der Hochschule Darmstadt (h_da), der Hochschule Rhein-Main sowie der Frankfurt University of Applied Sciences ist die Region institutionell gut aufgestellt. Aktuell werden das Verbundprojekt „GAME“ sowie das interdisziplinäre Vorhaben „WTT Serious Games“ realisiert. Zum Wintersemester legt die h_da ein neues, stark anwendungsbezogenes Master-Studium auf: Animation and Game Direction. „Die Branche entwickelt sich weiterhin rasant“, sagt h_da-Dekan und gamearea-Vorstand Will Weber. Gefragt seien Profis, die Produkte vom Entwurf bis zur Marktreife bringen, multidisziplinäre Teams führen und Zukunfts-Technologien wie VR, AR oder KI einbinden, sagt Weber. „Diese bilden wir nun aus.“ (ffm)