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Letzte Aktualisierung: 15.12.2017

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Internationale Jahrgangspräsentation Apfelwein im Römer

Spanische Apfelweinkultur zum Kennenlernen

von: Ilse Romahn

(06.03.2011)  Frankfurt - Zur kulinarischen Grundausstattung in Asturien gehört der Sidra. Im atlantischen Klima Nordspaniens gedeihen auf gut 6500 Hektar in Bauerngärten und Obstplantagen an die 30 Apfelsorten mit besonderem Aroma. Aber nur die kleinen, säuerlichen Holzapfelsorten eigenen sich zur Herstellung des asturischen Nationalgetränkes, dem Sidra. In den Sidrerías wird das Einschenken als wahres Ritual inszeniert. Wenn der Sidra aus der in die Höhe gehaltenen Flasche ins knapp über das Knie gehaltene Glas schießt, ist das ein Augenschmaus. Die Zeremonie hebt aber auch das Aroma des säuerlichen „Stöffches“. Eiserne Regel: Sidra wird nur etwa drei Zentimeter hoch ins Glas gefüllt und dann sofort ausgetrunken! Ohne den spanischen Apfelwein sind Partys oder Familienfeste nicht vorstellbar.


Übung macht den Meister! Apfelwinzer Andreas Schneider und die Apfelweinautorin Ingrid Schick beim Versuch, Sidra unfallfrei einzuschenken.
Credit: Reinhard Schall
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Ist die Flasche von Korken befreit, wird diese mit der rechten Hand so hoch wie möglich über den Kopf gehalten. Den linken Arm streckt man gleichzeitig tief nach unten. Ganz tief. In dieser Position lässt der geschulte Escanciador (Sidra-Kellner) den Sidra dann ins Glas fallen. Zielpunkt des Strahls ist der obere Glasrand. Die Trefferquote bei den Profis ist hoch. Trotzdem: ein gewisser Teil des Sidras spritzt beim Einschenken unweigerlich in alle Richtungen. Und nach traditioneller Art wird der letzte Schluck auf den Boden gekippt, beziehungsweise an die Theke. Weswegen die Sidrerias auch überwiegend gekachelt sind. „Der Bodensatz schmeckt nicht, deshalb machen wir das“, erklärt der asturische Wahl-Frankfurter Eduardo Coto, Banker und Autor des Sidra-Magazins. So gehört eine derbe Lederschürze unbedingt zur Berufskleidung des Thekenpersonals. Alle paar Wochen sind zudem neue Schuhe fällig. Die Säure des Sidra zerfrisst das Material.

Das Ritual fördert aber den Geschmack des Sidras. Erst durch den Strahl und den Aufprall im Glas, bei dem das spanische „Stöffche“ von Sauerstoff durchflutet wird, entwickelt sich sein Aroma.45 Millionen Liter Sidra werden jährlich in Asturien getrunken. Zumeist in großer Runde, denn der Apfelwein ist wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Seit 1925 wird Sidra im großen Stil und großer Produktvielfalt beispielsweise im Familienunternehmen Trabanco in Gijon produziert. Die spanischen Apfelwein-Spezialisten sind auch zu Gast bei der diesjährigen Jahrgangspräsentation Apfelwein im Frankfurter Römer.

Beim Internationalen Apfelwein-Gourmetmenü am 12. März 2011 ab 18.30 Uhr im Hessischen Hof und bei der Internationalen Jahrgangspräsentation Apfelwein im Römer 2011 am 13. März 2011 ab 14 Uhr, können die Gäste das professionelle Einschenken live erleben ….und den spanischen Apfelwein natürlich auch verkosten. Insgesamt stehen mehr als 250 Apfelweine und Spezialitäten rund um den Apfelwein sowie Wasser und Brot für die Gäste zum Probieren bereit.

Eintrittskarten für diese außergewöhnliche Apfelwein-Verkostung kann man ab sofort auf der Homepage www.apfelwein-im-roemer.de bestellen! Eintritt: 22 € im Vorverkauf / für Spontane: 27 € an der Tageskasse. In diesem Jahr erstmalig: Schnupperpreis für den Besuch der AiR ab 17 Uhr!