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Letzte Aktualisierung: 28.04.2017

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„Retrospektive“ Rückblick – Ausblick - Aquarelle und Ölbilder

50 Jahre künsterliche Arbeit des Regionmales Manfred Guder

von: Adolf Albus

(20.05.2010)  Kelkheim - Am Freitag, 28. Mai 2010, 19:00 Uhr, wird in der Galerie der Stadt Kelkheim in der Alten Kirche Hornau, Rotlintallee, die Verkaufsausstellung „Retrospektive“ Rückblick – Ausblick - Aquarelle und Ölbilder, aus 50 Jahren künstlerischer Arbeit des Kulturförderpreisträgers 2008 und Maler der Region Manfred Guder eröffnet. Begrüßung und einführende Worte: Manfred Guder. Die Verkaufsausstellung ist geöffnet bis 13. Juni 2010. Öffnungszeiten: Mittwochs und freitags von 15:00 bis 18:00 Uhr, samstags, sonntags und am Feiertag (Fronleichnam) von 11:00 bis 18:00 Uhr.

Der Kelkheimer Landschaftsmaler und Kulturförderpreisträger der Stadt Kelkheim (Taunus) blickt in seiner aktuellen Ausstellung auf über 50 Jahre künstlerische Tätigkeit zurück.

Seine Begeisterung für die Schönen Künste wurde geweckt, nachdem er als 17-jähriger bei einem nachbarlichen Freund Stilleben und Porträts gesehen hatte, die in der Städel-Abendschule unter Leitung von Walter Hergenhahn entstanden waren. Seinem spontanen Entschluss noch während seiner Lehrzeit als Maschinenschlosser in den Frankfurter Adlerwerken die Städel-Abendschulen zu besuchen und die künstlerische Laufbahn einzuschlagen, bezeichnet er noch heute als absoluten Glücksfall.

Nach dem Abschluss der Gesellenprüfung zum Maschinenschlosser und anschließendem Studium an der Werkkunstschule Offenbach (heute: Hochschule für Gestaltung) mit Abschluss als Grafiker, entschied er sich für eine Abenteuerreise, bewaffnet mit Malutensilien und Fotoapparat.

Es wurde eine halbjährliche Exkursion, die ihn durch Italien, Griechenland, den Vorderen Orient, Ägypten, den Sudan, Äthiopien und dann Libyen und Tunesien zurück nach Europa führen sollte. Auf dieser beeindruckenden Reise – zum größten Teil per Anhalter – lernte er neben den grandiosen Sehenswürdigkeiten den Umgang mit den Bewohnern verschiedenster Kulturen kennen. Er traf gleichgesinnte Kameraden, die zu Freunden wurde. Alle diese Eindrücke prägten seine Laufbahn entscheidend und nachhaltig.

Mit dem Eintritt in das Berufsleben als freischaffender Grafiker und Gründung einer Familie blieb keine Zeit mehr für die Schönen Künste. Erst ab 1973 begann er, Städte-Porträts aus nächster und weiterer Umgebung zu zeichnen, die im Offsetverfahren vervielfältigt wurden.

Ab 1986 wandte er sich der Ölmalerei zu. Seitdem entstanden ca. 280 Landschaftsbilder aus der hiesigen Region. Wenn es die Zeit erlaubte, malte er auch Aquarelle aus der näheren Umgebung und brachte auch viele von seinen Urlauben aus Griechenland, Italien, Dänemark usw. mit. In jüngster Zeit reizt es ihn, heimische Industrielandschaften zu aquarellieren.

Manfred Guder war in seiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit ein glühender Verehrer der expressionistischen Malerei, was sich auch in zahlreichen frühen Arbeiten widerspiegelt. Mit seinem Einsatz für Umwelt- und Naturschutz und seinem unermüdlichen Bemühen, die einheimische Landschaft zu erhalten, ergab es sich fast von selbst, dass er die Landschaft unserer Region in naturalistischer Weise darstellt, um ihre Schönheit zu zeigen, gleichzeitig aber auch auf ihre Gefährdung aufmerksam zu machen.

So sind seit 1986 viele Ölbilder entstanden, die inzwischen historische Bedeutung haben. Von der Wiesenmühle bei Flörsheim bis zum Schafhof in Kronberg spannt sich der Bogen historischer Gutshöfe in unmittelbarer Nachbarschaft. Gleiches gilt für Bilder der zahlreichen Burgen und Schlösser. Manfred Guders Landschaften präsentieren sich im Wechsel der Jahreszeiten. Beim Malen des alten Steinbruchs auf dem Glaskopf reifte der Entschluss, Steinbrüche und Felspartien im Taunus festzuhalten. Das Spektrum reicht vom Mammolsheimer Steinbruch bis zu den Eschbacher Klippen bei Usingen. So trägt er zu Recht den Beinamen: Der Maler der Region.

Anlässlich seines 70. Geburtstages findet die Ausstellung „Rückblick – Ausblick“ eine umfangreiche Retrospektive in der Alten Kirche Hornau und im Gesundheitszentrum Kelkheim statt. Sie reicht von den Anfängen seiner Malerei als „junger Wilder“ bis zur romantischen Darstellung des Brunhildestein auf dem Feldberg im Abendlicht.

Für die kommenden Jahre hat sich der Maler noch viel vorgenommen. Nach den Mainlandschaften von Schwanheim bis Hochheim und den historischen Plätzen an der Lahn – von Dietz bis Wetzlar – reizt ihn nun der Rheingau mit seiner Vielfalt. An großen Vorbildern mangelt es nicht: Schütz, Dielmann, ja Turner haben diese einmalige Kulturlandschaft meisterlich festgehalten. Für Manfred Guder ist es eine Herausforderung, diese Landschaft mit ihren neuzeitlichen Veränderungen darzustellen.

Veranstalter: Magistrat der Stadt Kelkheim (Taunus)