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Letzte Aktualisierung: 18.12.2017

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Pulse of Europe-Demonstration

„Wir bekennen uns zu einem freien, demokratischen und sozialen Europa“

von: Ilse Romahn

(05.03.2017)  „Mich bewegt es sehr, dass sich eine Gruppe von vor allem jüngeren Menschen in vielen Städten auf den Weg gemacht hat, um für etwas zu streiten, das heute in Gefahr zu geraten droht: Ein freies Europa!“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Viele junge Menschen, die manches trennt, doch eines eint: Der Wille nicht wieder zurückzufallen in die Muster der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Nicht wieder den anfangs so bequemen Weg des Nationalen zu gehen, der am Ende in die Katastrophe führt. Nicht über die berechtigte Kritik an Europa zu vergessen, was Europa im Kern ist: Ein Projekt, das uns zu einem Anker des Friedens in einer aus den Fugen geratenen Welt geworden ist.“


Pulse of Europe-Demonstration
Foto: Heike Lyding
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Peter Feldmann würdigt besonders den verbindenden Charakter der europäischen Idee: „Heute studieren junge Menschen aus Frankfurt in Prag oder Lyon oder Amsterdam. Und umgekehrt ist unsere Universität ein Ort gelebter Universalität und erfolgreicher Internationalität. Heute lernen sich Schülerinnen und Schüler aus allen Teilen Europas kennen, vielleicht auch lieben, sie kommunizieren täglich über alle Grenzen hinweg.

Von unserem Hauptbahnhof sind wir in wenigen Stunden in Paris oder Wien oder Kopenhagen. Die europäische Idee lebt, wir leben sie, aber vielleicht ist sie uns zu selbstverständlich geworden. Wie so vieles bemerken wir das Kostbare erst, wenn es in Gefahr gerät.“

Der Oberbürgermeister würdigt das Engagement von „Pulse of Europe“ in diesem Zusammenhang als wegweisend und ein Zeichen der Hoffnung. Der Frankfurter Initiative haben sich mittlerweile europaweit 32 Städte angeschlossen „Es ist etwas im Entstehen und unser internationales Frankfurt vorneweg: Es ist die große Mehrheit unseres Landes, die gerade mit uns gemeinsam aufsteht und sagt: Jetzt ist genug! Wir wollen nicht zurück in die erste Hälfte des 20.Jahrhunderts und wir wollen kein dummes Gerede über die Minderwertigkeit anderer Länder. Wir wollen keinen Nazi Jargon und wir finden „völkisch“ ist nicht positiv besetzt, sondern längst überwundenes Denken! Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen, das ist die Botschaft jener Menschen, die jeden Sonntag für Europa demonstrieren. Die an die Niederlande, an Frankreich und an uns selbst appellieren:“ Lasst uns zusammenbleiben, lasst uns zusammen leben.“