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Letzte Aktualisierung: 25.03.2019

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Tony Cragg – Künstlervortrag im Städel Museum am 17. März

von Ilse Romahn

(09.03.2016)  Tony Cragg spricht in der Reihe „Standpunkte zur Kunst“ anlässlich der Präsentation der Skulptur "Spectrum" (1979) am Donnerstag, 17. März, 19.00 Uhr, im Metzler-Saal des Städel-
Museum (Schaumainkai 63). Keine Anmeldung erforderlich; die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Standpunkte zur Kunst“ spricht am Donnerstag, 17. März 2016, um 19.00 Uhr der international renommierte, britische Bildhauer Tony Cragg (*1949) im Metzler-Saal des Städel Museums. Der mehrfache Teilnehmer der documenta und der Venedig Biennale gibt in seinem Künstlervortrag einen umfassenden Einblick in sein vielseitiges plastisches Œuvre. Anlass hierfür ist die Präsentation des bedeutenden Werks Spectrum aus dem Jahr 1979 von Tony Cragg. Dieses herausragende Frühwerk konnte jüngst dank des Engagements und der großzügigen Unterstützung der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege als Dauerleihgabe für den Sammlungsbereich Gegenwartskunst am Städel Museum gewonnen werden. Seit den 1970er Jahren erweitert Cragg konsequent die Grenzen plastischen Arbeitens. Das Ergebnis ist ein ausgesprochen facettenreiches Gesamtwerk, das sich thematisch aus unterschiedlichsten Lebensbereichen speist und künstlerische mit naturwissenschaftlichen Interessen verschränkt. Die Teilnahme am Vortrag ist im Eintrittspreis enthalten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Tony Cragg, geboren 1949 in Liverpool als Sohn eines Elektroingenieurs, wurde nach seinem Studium – u. a. an der Wimbledon School of Art – zu Beginn der 1980er Jahre zunächst mit seinen farbigen Assemblagen aus Plastik bekannt und avancierte zu einem der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart. In den Jahren 1982 und 1987 nahm er an der Documenta in Kassel, 1986 und 1993 an der Biennale in Venedig teil. 1988 wurde er mit dem Turner-Preis ausgezeichnet und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1994 ist Cragg Mitglied der Londoner Royal Academy, 2002 wurde er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Des Weiteren wurde Cragg in den Stand eines Commander of the British Empire (CBE) erhoben. Von 2001 bis 2006 unterrichtete er auch als Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin. 2007 erhielt er den Praemium Imperiale für Skulptur, 2010 den Preis für Non-Chinese Artists der Beijing Biennale in China. 2009 trat Cragg an der Kunstakademie Düsseldorf als Rektor die Nachfolge von Prof. Markus Lüpertz an. 2012 wurde er Ehrenprofessor der University of the Arts in London. Der Künstler lebt und arbeitet in Wuppertal.

Das für das Städel Museum hinzugewonnene Werk Spectrum aus dem Jahr 1979 ist Teil einer Werkreihe aus den 1970/80er Jahren. Bei dem in verschiedenen Farbspektren arrangierten Plastikmosaik handelt es sich um eine Materialcollage aus Fragmenten von industriell hergestellten Produkten. Cragg spürt in dieser Arbeit dem Geist der Dinge nach und vollzieht die spannende Zusammenführung von formal-ästhetischen wie auch gesellschaftlichen Fragestellungen. Die figürliche Komposition verweigert sich der Zuordnung einer spezifischen Gattung und dokumentiert im Kontext sich wandelnder künstlerischer Strategien einen Werkbegriff, der zwischen Malerei und Skulptur, Objekt und Collage changiert. Die Idee der Malerei wird bei Spectrum mit bildnerischen Mitteln in den realen Raum überführt und thematisiert damit exemplarisch den Städelschen Gegenwartskunst-Sammlungsschwerpunkt der erweiterten Malerei.

Spectrum wird seit Kurzem gemeinsam mit Werken von unter anderem John Armleder, Jessica Stockholder oder Herman Glöckner und weiteren Künstlern an zentraler Stelle in den Gartenhallen des Städel Museums präsentiert. Nebeneinander gezeigt verdeutlichen diese Positionen der Vorkriegs- und der Nachkriegszeit, der Klassischen wie der Spät-Moderne, dass das, was heute als „erweiterte Malerei“ bezeichnet wird, eines der wesentlichen Merkmale der Kunst des 20. Jahrhunderts darstellt.