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Letzte Aktualisierung: 18.07.2019

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Jüdisches Bildungsbewusstsein und bürgerliches Selbstverständnis

von Ilse Romahn

(23.04.2015)  Im Rahmen des Lesefests Frankfurt liest ein Buch lädt das Familie Frank Zentrum für Sonntag, 26. April, 16.30 bis 19.30 Uhr, ins Jüdische Museum ein. Drei Vorträge beschäftigen sich, unter erstmaliger Verwendung von Dokumenten aus dem Archiv des Familie Frank Zentrums, mit einem noch weitgehend unbekannten, aber nicht weniger bedeutenden Teil der Familie Frank: der Familie Stern. Ihr Verhältnis zu Bildung und Modernität sowie ihr sozialer Aufstieg im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts stehen im Mittelpunkt der Vorträge.


Moritz Abraham Stern
Foto: Anne Frank Fonds Basel
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Der erste jüdische Ordinarius an einer deutschen Universität war der Mathematiker Moritz Abraham Stern (1807-1894), Sohn von Anne Franks Vorfahr Abraham Süßkind Stern. Sein Sohn Alfred Stern (1846-1936) war ein anerkannter jüdischer Historiker, der in enger Freundschaft zu Albert Einstein stand. Dieser war besonders beeindruckt von Alfreds Frau Clara Stern (1862-1933), ebenfalls Schriftstellerin, und bewunderte die „wunderbare Einmaligkeit dieser edlen Persönlichkeit“.

Drei Vorträge beleuchten im Kontext der Biografien die innerjüdischen Debatten um die Erneuerung des Judentums, die Außenseiterrolle jüdischer Akademiker sowie die Frage nach weiblichen Schreib- und Verarbeitungsstrategien im deutschen Judentum.

Nach einer Einführung durch Raphael Gross wird Moritz Epple über den ‚Mathematiker Moritz Stern‘ sprechen. Darauf folgt der Vortrag ‚Alfred Stern – Leben und Werk‘ von Norbert Schmitz. Miriam Gebhardt beschließt den Themennachmittag mit ihrem Vortrag ‚In Erwartung, dass sich alles nun erfülle. Clara Stern und die heilende Kraft weiblichen Schreibens‘.