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Letzte Aktualisierung: 30.05.2017

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Ausstellung zeigt „Deutsche aus Russland – gestern und heute“

von: Adolf Albus

(21.04.2015)  Hofheim - Eine von der Bundesregierung geförderte neue Wanderausstellung über die Geschichte und Integration der Russlanddeutschen macht Halt vom 13. bis 28. Mai im Rathaus Hofheim, Chinonplatz 2.
Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 13. Mai, um 18 Uhr mit Grußworten, Vortrag, Film, Führung durch die Ausstellung und Kulturprogramm. Ein Grußwort spricht Bürgermeisterin Gisela Stang. Der Projektleiter Jakob Fischer, selbst Deutscher aus Kasachstan, führt mit einer Power-Point-Präsentation in die Ausstellung ein und zeigt Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland. Er informiert mit interessanten Dokumentationen über die Geschichte dieses leidgeprüften Volkes, benennt Beispiele vom Zusammenleben, vom glücklichen Ankommen, von neuen Wurzeln, neuer Heimat, verständnisvollem Miteinander.

„Wurzeln schlagen und die Gesellschaft stärken“, das ist der Leitgedanke der neuen Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ im Rathaus Hofheim, die von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit Sitz in Stuttgart präsentiert wird.
Die Ausstellung ist Teil eines bundesweiten Integrationsprojektes, gefördert vom Bundesministerium des Innern, Berlin, und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg.

Geplant ist auch die Präsentation eines weiteren Exemplars der Ausstellung als Unterrichtsprojekt zum Thema Migration und Integration in Deutschland am Beispiel der Deutschen aus Russland in einigen Hofheimer Schulen.

Zur Ausstellung informieren die Veranstalter: Anhand von Tafeln und Schaubildern, Vorträgen und Filmen wird das wechselvolle Schicksal gezeigt sowie die Historie und die kulturellen Verknüpfungen der Russlanddeutschen mit dem riesigen Land Russland illustriert.

Die Ausreise der Deutschen aus verschiedenen deutschen Kleinstaaten nach Russland hängt mit dem Manifest der Zarin Katharina II. zusammen, die von 1762 bis 1796 das Russische Zarenreich regierte. Die Auswanderung erfolgte angefangen von 1764 /1765 bis 1862 mit der Gründung von 3.536 deutschen Siedlungen an der Wolga, in der Ukraine, im Kaukasus, Wolhynien und Bessarabien. Diese deutschen Kolonien wurden streng nach der Religionszugehörigkeit in den von Russland neueroberten Gebieten der ehemaligen Weltreiche der Mongolen und Osmanen angelegt. Doch bereits im Mittelalter siedelten Deutsche im Baltikum, ab dem 16. Jahrhundert in Moskau und ab 1703 in St. Petersburg.
Die Ausstellung zeigt diese interessante Geschichte, aber auch die Kriegsfolgenschicksale der Deutschen aus Russland, welchen Vorurteilen die Russlanddeutschen in Deutschland begegneten und begegnen und wie ihre Integration gelingt.

Die heimisch gewordenen und seit fast 200 Jahren hoch geachteten Russlanddeutschen mussten jedoch nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Jahr 1941 dort einen unbeschreiblichen Leidensweg antreten. Zigtausende Russlanddeutsche verloren ihr Leben durch Deportation, Verschleppung und Ermordung, weil der sowjetische Diktator Stalin sie der Kollaboration (Zusammenarbeit) mit Hitler-Deutschland verdächtigte.

Hunderttausende kamen in den 1990er Jahren zurück in das Land ihrer Vorfahren, das für sie als Synonym für Hoffnung und Gerechtigkeit stand – Deutschland. Vorurteile und Ablehnung schlugen vielen von ihnen entgegen von Menschen, denen alles Fremde fremd ist.

Seit 1950 konnten rund 2,8 Millionen deutsche Aussiedler aus der ehemaligen UdSSR nach Deutschland zurückkehren, dank geduldiger Diplomatie und erfolgreicher Entspannungspolitik besonders nach 1990.

Die Ausstellung dokumentiert auch, wie die russlanddeutschen Rückkehrer unter oftmals schwierigen Bedingungen in Deutschland wieder Fuß fassten, ihre Integration in die Nachkriegsgesellschaft geschafft haben und wie gerade in Hessen Deutsche aus Russland heute das Land in vielfacher Weise mitgestalten.

Für diese Spätaussiedler, die Deutsche aus Russland sind und eben als Deutsche kommen, sind deshalb andere politische, gesellschaftliche und rechtliche Voraussetzungen maßgebend als für ausländische Zuwanderer und Flüchtlinge.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Für Rückfragen und Anmeldung für Führungen durch die Ausstellung können sich Interessierte an den Projektleiter Jakob Fischer wenden, Telefon (0171)40 34 329, E-mail: j.fischer@lmdr.de. Mehr zum Thema auf den Internetseiten: www.deutscheausrussland.de und www.lmdr.de.

Die Ausstellung kann während den Öffnungszeiten des Rathauses besichtig werden, diese sind wie folgt: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag von 16 bis 18 Uhr.