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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Rund um die „Grie Soߓ

8.Festival auf dem Frankfurter Roßmarkt

von von Karl-Heinz Stier

(16.04.2015)  Die einen bezeichnen sie als eine Weltreligion, andere als Kultgericht und wieder andere eine Marke, die unbedingt zu Frankfurt passt. Gemeint ist die „Grie Soߓ, wie die Hessen sagen, die zur Frühlingsvielfalt und Frühlingspracht gehört wie Narzissen, Bärlauch oder Spargel. Und ihr zu Ehren wurde 2008 von Freunden und Förderern das Grüne Soße Festival ins Leben gerufen, das nunmehr zum achten Mal und zum sechsten Mal auf dem Frankfurter Roßmarkt gefeiert wird.

Am 2. Mai geht es los, und dann startet auch an acht Abendveranstaltungen der Kräuterwettkampf im Festivalzelt, „der edelste Wettstreit in Frankfurt, der Stadt des Geistes, des Geldes und des Grünzeugs“- wie die Veranstalter meinen. Bis zum 9. Mai, dem Finaltag, werden täglich sieben Köche und Grie-Soß-Liebhaber um Titel und Ehren streiten und um die Gunst der 580 Zuschauer wetteifern. Jeder Teilnehmer muss 50 Liter von seiner Soße mitbringen, die traditionell nach Original-Rezept aus sieben Kräutern besteht- von Borretsch, über Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Ein paar Ergänzungszutaten sorgen für die unterschiedlichen Geschmacksvarianten, damit keine Grüne Soße der anderen gleicht. In dem 550 Personen fassenden Zelt werden erfahrene aber auch neue Grüne-Soße-Teams erwartet. Und damit der Besucher mal eine Größenordnung über den Nahrungsmittelverbrauch bei diesem Wettstreit hat, hier die Daten: es werden verbraucht 2000 Kilo Kartoffeln, 10000 Eier, und über 3000 Liter Grüne Soße. Natürlich sind auch wieder Künstler dabei wie Bodo Bach, die U-Bahn-Kontrollöre, Bäppi La Belle, das Musik-Duo Sabine Fischmann und Ali Neander, die Frankfurter Klasse, zwei Jungs, die ihrer Heimatstadt Frankfurt sehr verbunden sind. Neu und zum ersten Mal dabei ist der Kabarettist und Moderator Johannes Scherer und die Gruppe „holstuonarmusigbigbandclub“, abgekürzt hmbc, aus Österreich. Innovativ und kreativ wird gejodelt, musiziert und Dialekt gelebt. Wenn man nicht alles versteht, ist es auch nicht weiter schlimm, denn musikalischer und kulinarischer Genuss braucht ja nicht viele Worte.

Da der 1.Mai als Feiertag vor der Eröffnung liegt und das Festzelt schon steht, wird ganz neu eine kulinarische Erlebnis-Messe veranstaltet. Hessische Erzeuger präsentieren von 11 bis 19 Uhr ihre Produkte im Festivalzelt. Showkochen mit Mirko Reeh und Bodo Bach sowie ein Grüne Soße Workshop für Kinder. Eintritt an der Tageskasse: 7 Euro. Tickets gibt’s an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Auf dem Markt rund um das Festzelt kann man die Vielfalt der Grünen Soße erleben.
Es gibt allerlei Variationen des hessischen Kultgerichts: von der Grüne-Soße-Bratwurst über Flammkuchen (eigentlich nichts Hessisches!), Handkäs, Ahle Worscht, Senf, Essig und Öle, Salz, Honig, Aufstriche und Dips, vegane Grüne Soße bis hin zum Grie Smoothie. Im direkten Kontakt zu den 30 Erzeugern können Besucher Neues entdecken, verkosten und bei Bedarf auch gleich mit nach Hause nehmen. Ab Mittag gibt es Live–Musik mit Musikern aus der Region und um 12 Uhr Auftritt der Preußen vom Polizeichor Frankfurt..

Fast zur Tradition geworden ist schon der Nachwuchswettbewerb beim Festival. Mehr als 1200 Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt und Rhein-Main (63 Schulklassen, viele stehen noch auf der Warteliste) wetteifern an neun Veranstaltungstagen um die beste Grüne Nachwuchssoße. Am 9. Mai steigt ab 10.30 Uhr das große Finale an dem alle Siegerklassen gegeneinander antreten. Für manche Klassen ist das ein Wandertag, pro Schüler sind 4 Euro Teilnahmegebühr zu entrichten. Ihre eigene Soße können die Schüler dann auch selbst verzehren. Hier ist der Eintritt frei.