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Letzte Aktualisierung: 28.09.2021

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Vorsichtiger Optimismus für 2015

Auslandsgeschäft der Lederbranche floriert

von von Karl-Heinz Stier

(28.02.2015)  Es ist wie in den Jahren zuvor: die Internationale Offenbacher Lederwarenmesse ( I.L.M.), die heute zu Ende geht, war erneut ausgebucht. Auf 12900 Quadratmetern tummelten sich 282 Aussteller, die sich auf dieser einzigen Order – und Handelsmesse für Lederwaren in Deutschland über neue modische Entwicklungen für das Wintergeschäft 2015/16 informierten und ihre Produkte präsentierten. Im Messefokus stehen neben Taschen, Lederaccessoires und Reisegepäck auch Kleinlederwaren, Reise- und Freizeittaschen, Business- und Schulartikel, Schirme, Handschuhe und Gürtel.

48 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland. Zwei Prozent mehr als bei der letzten Messe. Die meisten aus Italien, gefolgt von den Niederlanden und Großbritannien. Die Lederwarenmesse wurde auch von Firmen aus Ländern entdeckt, die bislang noch nicht in Offenbach waren, so hatte sich diesmal ein japanischer Aussteller angemeldet.

Ob die Schätzung über die Anzahl der Ausstellungsbesucher, die Arnd Hinrich Kappe, der Geschäftsführer der Messe Offenbach, zu Beginn der Pressekonferenz auf 5800 bezifferte, wird sich erst am Ende des Tages herausstellen. Außerdem kündigte Kappe an, dass sich die Offenbacher Lederwarenmesse in gut drei Wochen , vom 18. bis 20. März, mit einem eigenen Stand auf der asiatischen Modemesse Chic in Shanghai präsentieren werde, um „die Internationalisierung unserer Messe sowohl aussteller- wie auch besucherseitig weiter zu fördern“.

Im Mittelpunkt der Messe stand neben der wirtschaftlichen Prognose für dieses Jahr auch die Umsatz– und Beschäftigungsentwicklung vom vergangenen Jahr. Manfred Junkert vom Bundesverband der Schuh– und Lederwarenindustrie berichtete von einer Konstanz im Umsatz bei der deutschen Lederwaren– und Kofferindustrie, wobei allerdings der Inlandsumsatz auf – 4,3 Prozent zurückging, der Auslandsumsatz dagegen um über 10 Prozent gestiegen sei. Den stärksten Anstieg verzeichnete Polen gefolgt von Frankreich und Italien. Die stärksten Rückgänge musste Russland verzeichnen (minus 30 Prozent) und die Ukraine (minus 39 Prozent).

Bei den Importen schoss wieder China den Vogel ab – mit einem Zuwachs von fast 30 Prozent. Für 2015 erwartet Junkert ein leichtes Umsatzwachstum. Er stützte seine Meinung auf das derzeitig günstige Konsumklima bei den Deutschen: „Die Verbraucher sind in Konsumlaune“.

Auch der deutsche Lederwarenfachhandel hat sich nach Auffassung von Axel Augustin vom Bundesverband des Deutschen Lederwaren Einzelhandels in Köln „ordentlich geschlagen“. Der Zuwachs komme allerdings nicht aus dem klassischen Lederwarenfachhandel, sondern von Waren– und vor allem Modehäusern, die ihren Anteil an modischen Accessoires und damit auch ihre Umsätze mit Taschen merklich gesteigert hätten. Was das Jahr 2015 angehe, so sieht Augustin günstige wirtschaftliche Voraussetzungen, vor allem „da die Beschäftigungsquote so hoch wie lange nicht mehr ist“.


Modenschau auf der Lederwarenmesse
Foto: Lederwarenmesse Offenbach
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Was die modische Ausrichtung angeht, so sieht Martin Wuttke, Fashion Consult der Messe Offenbach, für die Wintersaison 2015/16 keinen einheitlichen Trend „Neue Silhouetten wie geradlinige Formen und ein neues Spiel mit Volumen und Längen sind der Schlüssel“. Klassisches werde mit Sportswear-Einflüssen vermischt. Pop-Art verschmilzt mit Luxus-Aspekten und gelte als neuer Kult. Rucksäcke entwickelten sich stetig weiter. Einflüsse der 70`s steigern Hobo-Bags, Fransenbeutel und Ethno-Stickereien bei. Handtaschen setzten einen Gegenpol zu den sportiven Einflüssen. Und zu den Farben: „ Grau ist das neue Schwarz für die neue Saison“.