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Letzte Aktualisierung: 17.01.2018

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Beim erste Kuss beiß ich em die Nas´ ab....

„Verspekuliert“ von Adolf Stoltze im Offenbacher Ledermuseum

von: von Karl-Heinz Stier

(26.05.2014)  „Es will mer net in de Kopp enei, wie kann nor en Mensch net von Frankfurt sei..“ singt gleich zu Beginn der Hauptdarsteller des Stückes und das Offenbacher Publikum im Theatersaal des Ledermuseums quittiert es dem Frankfurter Volkstheater großzügig lachend und mit Beifall.

Schorsch (Tim Grothe) liebt Lenchen (Iris Reinhardt Hassenzahl) und Lenchen liebt Schorsch. Doch leider wünscht sich Lenchens durch eine Erbschaft reich gewordener Vater Balser Knobloch (Andreas Walter-Schroth) eine bessere Partie fürs Töchterchen als den Sohn der Hockin Schnatter (Silvia Tietz) aus Sachsenhausen, die Tag für Tag ihr Gemüse an einem Stand in Frankfurt verkauft. „Uff Hessisch“ wird nun in Adolf Stoltzes Lustspiel geliebt, gelacht, gestohlen und geschwindelt, dass es eine Freude ist. Denn der besorgte Vater will herausfinden, ob der Schorsch wirklich so arm ist, wie geglaubt und stiehlt – um sich zu überzeugen - das „Sparkasse-Büschelche“, das Frau Schnatter für den Bub angelegt hat.


Hockin Schmatter, Tochter Lenchen, Vater Knoblock diskutieren über das verschwundene Sparbuch
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Und er hat auch einen anderen Heiratskandidaten fürs Töchterchen in petto, dem Lenchen beim ersten Kuss die Nase abbeißen will, einen Offenbacher Geldmann. Doch das „Happy end“ ist zum Vergnügen des Publikums natürlich vorprogrammiert. Viel Szenen-Beifall dazwischen und am Ende minutenlange Ovationen. Man hat den Theater-Riecher des Publikums gefunden.


Lenchen mit Vater, Mutter mit Sohn
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Inszeniert hat das Ganze Steffen Wilhelm, der im Übrigen auch auf den Theatersaal des Ledermuseums in Offenbach aufmerksam wurde. Schade, dass diese Räumlichkeit zu wenig als geeigneter Theaterspielort –auch für Wandertheater – genutzt wird.

Was die Zukunft des Volkstheaters als Nachfolger des Liesl Christ-Volks-Theaters im Cantate.-Saal im Frankfurter Hirschgraben angeht, so wollen die Akteure im Dezember mit einem neuen Stück auftreten. Was Ihnen fehlt, ist ein Förderbeitrag, wie zuletzt die 7500 Euro der Stadt Frankfurt. Vielleicht hat die Frankfurter Stadtregierung auch diesmal wieder ein Herz für die Volksschauspieler der Mainmetropole. Man kann dem Frankfurter Volkstheater nur alles Gute wünschen und hoffen, dass es weiterhin mit seinen erfrischend authentischen Schauspielern sein Publikum findet - und öfter auch mal nach Offenbach kommt.

Infos gibt es unter der Tel. Nr. (069)21995614 und www.volkstheater.eu