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Letzte Aktualisierung: 22.11.2017

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'Einen schöneren Abschluss hätte ich mir nicht vorstellen können'

Fotograf Georg Kumpfmüller-Jahn übergibt Lebenswerk an das Institut für Stadtgeschichte

von: Ilse Romahn

(23.05.2014)  Frankfurt - „Der Ankauf des Lebenswerkes von Georg Kumpfmüller-Jahn ergänzt die seit 1962 systematisch angelegte Fotosammlung des Instituts für Stadtgeschichte in hervorragender Weise“, versicherte Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Instituts, bei der Übernahme des umfangreichen Bestandes aus den Händen des langjährigen Bildjournalisten der Frankfurter Rundschau (FR), Georg Kumpfmüller-Jahn.


Demonstration gegen Ausländerfeindlichkeit mit Tom Koenigs, Micha Brumlik, Joschka Fischerm Lutz Sikorski, 10. März 1989
Foto: Georg Kumpfmüller-Jahn (Institut für Stadtgeschichte)
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Seit Ende der 1970er Jahre hat der Fotograf für die Frankfurter Rundschau das Zeitgeschehen in der Main-Metropole dokumentiert, speziell in den Bereichen Lokales und Sport. Dabei entstanden etwa 54000 schwarz-weiß Negative, mehrere Tausend schwarz-weiß Abzüge sowie ab dem Jahr 2000 rund 40.000 farbige Digitalaufnahmen auf 149 CDs.

Nun hat sich Georg Kumpfmüller-Jahn entschlossen, die wertvolle Sammlung dem Institut für Stadtgeschichte zu überlassen. Der Bestand umfasst das gesamte Spektrum der Pressefotografie und dokumentiert eine enorme Fülle von Ereignissen, Veranstaltungen, Stadtansichten, Personen und Alltagsbeobachtungen in äußerst qualitätsvollen, zuweilen künstlerischen Aufnahmen.

Der 1947 geborene Fotograf lebt seit 1960 in Frankfurt und studierte hier zunächst Architektur. Nach zweijähriger Tätigkeit als Architekt begann er neben einem Zweitstudium mit dem Theaterspiel und engagierte sich in der Sozialarbeit. Währenddessen kam er zufällig zur Fotografie: Ein bei der FR tätiger Mitbewohner seiner Wohngemeinschaft machte ihn auf den fotografischen Nebenjob aufmerksam. „Ich wusste gar nicht, dass Fotografie für mich das totale Ausdrucksmittel ist“, erinnerte sich Kumpfmüller-Jahn. „Das war ein riesiges Glück für mich.“ Von 1978 bis 1986 arbeitete er als freier Fotograf bei der FR, anschließend als fest angestellter Bildredakteur für die Bereiche Sport und Lokales. Bis ins Jahr 2000 fotografierte er analog und in Schwarz-weiß, danach digital und farbig.

„Die Arbeit hat mich rundum befriedigt“, sagte Kumpfmüller-Jahn bei der Übergabe seiner Bilder an das Institut für Stadtgeschichte. „Es war leicht: Die Kamera hat mich hinterhergezogen.“ Als besonders reizvoll empfand Kumpfmüller-Jahn, dass er morgens nie wusste, „was passiert, wen man trifft“. Die Übergabe seines Lebenswerkes an das Institut für Stadtgeschichte bezeichnete er als „einen schönen, runden Abschluss: Jetzt bleibt etwas übrig!“.

„Die Neuwerbung passt wunderbar zu dem im Institut befindlichen Bildarchiv der FR, in dem bereits etwa 2.000 Fotos von Kumpfmüller-Jahn enthalten sind“, betonte Alexandra Lutz, Leiterin der Abteilung Sammlungen. Auf die Mitarbeiter der Abteilung kommt nun die Digitalisierung der Negative und vor allem die umfangreiche Aufgabe zu, die Fotos mit Angaben zum Entstehungsdatum, Ort und abgebildeten Personen zu verzeichnen, damit sie künftig Forschern und der interessierten Öffentlichkeit zu Verfügung stehen.