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Letzte Aktualisierung: 13.11.2019

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Frankfurts Stararchitekt des Mittelalters wird geehrt

von Ilse Romahn

(14.03.2019) Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker und Kulturdezernentin Ina Hartwig haben am Mittwoch, 13. März, eine Gedenktafel für den Dombaumeister Madern Gerthener der Öffentlichkeit übergeben.

Bildergalerie
Bürgermeister Uwe Becker und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig vor der Gedenktafel für den Dombaumeister Madern Gerthener
Foto: Stadt Frankfurt / Salome Roessler
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Gedenktafel für Dombameister Madern Gerthener
Foto: Stadt Frankfurt / Salome Roessler
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Die Gedenktafel soll an den großen Architekten der Spätgotik erinnern, dessen Bauwerke das Frankfurter Stadtbild prägten und die Entwicklung der Kunst im 15. Jahrhundert am Mittelrhein bestimmten. Mit seinen Bauwerken hat Gerthener zu Frankfurts Ruf als der schönsten gotischen Stadt Deutschlands des 15. Jahrhunderts beigetragen.

„Der Dom ist einmalig und ein prägendes Element der Frankfurter Skyline, das den modernen Teil der Stadt mit der Kulturgeschichte verbindet. Er ist nicht nur die größte, sondern auch bekannteste Kirche Frankfurts. Hier schuf Madern Gerthener im Dienste der Stadt auch das erste Maßwerkgewölbe Europas, ein für die Spätgotik typisches Gestaltungselement“, sagte Uwe Becker bei der Zeremonie. „Das Werk des in Frankfurt geborenen Baumeisters und Bildhauers Madern Gerthener ist einzigartig.“

„Viele der bis heute erhaltenen Frankfurter Bauwerke tragen die Handschrift Madern Gertheners, etwa der Eschenheimer Turm, die Alte Brücke oder der Chor der Leonhardskirche“, erläuterte Ina Hartwig. „Doch als sein wichtigstes Werk gilt der Domturm. Mit der neuen Gedenktafel an dieser prominenten Stelle würdigen wir einen bedeutenden, aber kaum bekannten Frankfurter Architekten. Sie soll dazu beitragen, dass der Name Madern Gerthener künftig nicht nur Bauhistorikern ein Begriff ist.“

Madern Gerthener wurde wahrscheinlich um 1365 als Sohn eines Frankfurter Steinmetzmeisters geboren. Im Jahr 1387 wird er erstmals als Mitglied der Steinmetzzunft erwähnt. Während seiner Wanderzeit als Geselle dürfte er auch die Bau- und Bildhauerkunst der berühmten Baumeisterfamilie Parler kennengelernt haben, die unter anderem auch in Prag am Veitsdom tätig war. Spätestens 1392 war er nach Frankfurt zurückgekehrt, wo er zunächst Grabmale für Patrizier fertigte. 1395 trat er dann in den Dienst der Stadt und leitete als Werkmeister die Arbeiten an allen städtischen Bauwerken.

Einen Großteil seiner Arbeit dürfte er an den städtischen Befestigungsanlagen geleistet haben, die – abgesehen vom Eschenheimer Turm – nicht erhalten sind. Am Torbogen dieses ehemaligen Stadttores findet sich noch heute das Selbstporträt Madern Gertheners. Auch an der Alten Brücke war er tätig, die aber in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts abgerissen und neu erbaut wurde. Dennoch ist sein Schaffen auch heute noch in der Stadt sichtbar: So war er etwa an der Liebfrauenkirche, der Leonhardskirche und dem Nürnberger Hof tätig, vor allem aber an der St. Bartholomäuskirche.

Nach den Reden des Bürgermeisters und Kirchendezernenten sowie der Kulturdezernentin hielt die Vorsitzende der Historisch-Archäologischen Gesellschaft und Initiatorin der Gedenktafel, Irmgard Burggraf, eine kurze Rede. Sie bedankte sich bei der Stadt Frankfurt für die vielfältigen Bemühungen, die zur Realisierung der Tafel geführt haben, und verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass Madern Gerthener dank der Tafel einem breiten Publikum bekannt wird. (ffm)