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Letzte Aktualisierung: 22.09.2017

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Frankfurts „Frühlings-Briefträgerin“

von: Ilse Romahn

(20.03.2017) Zum Frühlingsbeginn freut sich Postbotin Monika Tyll besonders über ihre ganz spezielle Zustelladresse: „Palmengarten, Frankfurt am Main“

Frühlingsblüten & Einschreiben: Monika Tyll ist als Briefträgerin der Deutschen Post jeden Tag dienstlich im Frankfurter Palmengarten unterwegs.
Foto: Deutsche Post
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Viel mehr Frühlingsfeeling geht nicht in Frankfurt: Seit fünf Jahren betreut Monika Tyll als Postbotin den Frankfurter Palmengarten. Deshalb ist die 51-jährige von montags bis samstags jeden Tag dienstlich in der Frankfurter Blütenoase unterwegs. „Gerade jetzt, zu Frühlingsbeginn, ist das natürlich besonders reizvoll. Es gibt nicht wenige Kollegen, die mich um diesen Stopp auf meiner Zustelltour beneiden“, weiß Tyll.

Bevor sie allerdings in das allfrühjährliche „Blütenmeer Palmengarten“ eintauchen kann, ist jede Menge Vorarbeit notwendig. Die Postsendungen, die für die Frankfurter Stadtteile nördliches Westend, Ginnheim, Dornbusch, Eckenheim, Preungesheim, Eschersheim, Heddernheim, Niederursel, Frankfurter Berg und Berkersheim bestimmt sind, landen nämlich frühmorgens erst einmal im Zustellstützpunkt der Deutschen Post in der Hügelstraße. Dort, an der Grenze zwischen Ginnheim und Eschersheim, arbeiten etwa 125 Postmitarbeiter und sorgen für eine möglichst perfekte Postzustellung. Allein 67 Postboten starten von hier aus jeden Tag zu Fuß, per Fahrrad oder mit Autos Richtung Kundschaft. Auch Monika Tyll beginnt hier jeden Morgen um 9.30 Uhr ihre Tour.

„Erst die Kurzen, dann das Langholz“

Zuvor hat sie bereits alle Hände voll zu tun. „Zuerst die ‚Kurzen’, danach das ‚Langholz’“, erklärt die Postlerin und nimmt zunächst die kleinformatigen und dann die größeren Briefsendungen aus dem Fach. Dazu noch jede Menge päckchenartige Sendungen, Zeitungen und eine Postwurfsendung, die für Produkte eines großen deutschen Versandhauses wirbt. Zurück an ihrem Platz, im ersten Stock des Postgebäudes, steckt Monika Tyll ihre Tour. Das heißt sie bringt die Sendungen genau in die Reihenfolge, nach der sie später ihre Tour läuft. „Ich gehe jeden Tag exakt in der gleichen Reihenfolge durch meinen Bezirk, das ist nämlich der kürzeste Weg. So können sich meine Kunden darauf einstellen, wann ich ungefähr bei Ihnen bin“, sagt Monika Tyll. In der Praxis bedeutet das: Start in der Bockenheimer Landstraße, hinüber zur Myliusstraße, weiter in die Wiesenau, zur Rossertstraße und Siesmayerstraße bis hin zum Palmengarten.

Wenn Monika Tyll ihre tägliche Tour mittags gegen 15.00 Uhr beendet, dann liegt eine Gesamtstrecke von rund zehn Kilometern hinter ihr. Mehrere hundert Briefsendungen hat sie dann bei ihren Kunden zugestellt. „Ich bin seit 1981 bei der Post und seit fünf Jahren habe ich den Botanischen Garten und den Palmengarten auf meiner Tour. Das sind schon zwei Naturhighlights, gerade jetzt im Frühling, wo alles grünt und blüht“, freut sich Monika Tyll.