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Letzte Aktualisierung: 13.12.2019

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Frankfurter Debatte über eine neue Oper

Die „Stiftung neue Oper“ hat ihre Pläne jetzt öffentlich dem Oberbürgermeister vorgestellt

von Hermann Wygoda

(25.02.2019) Bei einem Empfang des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) hat die „Stiftung Neue Oper“ jetzt ihre Pläne offiziell der Stadt Frankfurt vorgelegt. In einer Pressekonferenz, die im Flur des Römers, vor dem Büro des Oberbürgermeisters abgehalten wurde, sagte Feldmann, dass er sich über das Engagement der Frankfurter Bürger sehr freue. Er erinnerte an die vielen großen Projekte, die mit Hilfe der Frankfurter Bürgerschaft realisiert werden konnten wie etwa die Alte Oper.

Bildergalerie
Einen Entwurf für ein mögliches neues Opernhaus hat Martin Wentz mit in die Bewerbungsmappe der „Stiftung neue Oper“ eingelegt
Foto: Zeichnung. Büro Wentz und Co
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Der Wolkenhimmel in der Oper- und Schauspielanlage am Willy-Brandt-Platz
Foto: Hermann Wygoda
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Die von dem früheren Frankfurter Planungsdezernenten Martin Wentz erarbeiteten Unterlagen würden jetzt der „Stabstelle Zukunft der Städtischen Bühnen“ zur Überprüfung vorgelegt. Der Geschäftsführer der Stabsstelle ist Michael Guntersdorf, der auch den Bau der Neuen Altstadt als Geschäftsführer gemanaged hat. In ihrem Vorschlag stellt die Stiftung 50 Millionen Euro als Spende für den Neubau des neuen Opernhauses in Aussicht. Nach ihren Angaben werde die neue Oper mit 1550 Zuschauern im großen Haus rund 300 Millionen Euro kosten. Allerdings steht das Grundstück bislang noch nicht fest. In ihrem Vorschlag weist die Stiftung darauf hin, dass es ein städtisches Grundstück sein solle.

Nachdem es bei der ersten Veröffentlichung über die Planungen der „Stiftung neue Oper“ Proteste gab, da zunächst kein Architektenwettbewerb vorgesehen war, heißt es jetzt in dem „Verfahrensvorschlag“, dass die Stiftung „Bauherrin für ein neu zu bauendes Frankfurter Opernhaus“ sein werde. Und sie hat sich nach Protesten der Architekten auch zu einem Architektenwettbewerb bereit erklärt. Allerdings heißt es in dem neuen Papier weiter: „selbstverständlich kann es einen Architektenwettbewerb geben, den die Bürgerstiftung durchführt“. Die Stadt Frankfurt werde an dem Preisgericht beteiligt, und die Stiftung fordert, dass sie „darauf achten werde, dass die Baukosten verantwortbar bleiben“. Und weiter: „Das Büro Wentz und Co werden wir an einem solchen Wettbewerb teilnehmen lassen“. 

Frankfurts Baudezernent Jan Schneider (CDU) wies darauf hin, dass zunächst geklärt werden müsse, ob die städtischen Bühnen nicht doch für einen annehmbaren Betrag saniert werden können. Danach liege die Entscheidung bei den Stadtverordneten, wo die Oper und das Schauspiel neu gebaut werden sollen, oder ob das an unterschiedlichen Orten erfolgen könne. Diesen Entscheidungen könne nicht vorgegriffen werden.

Beobachter wiesen im Anschluss an die Pressekonferenz darauf hin, dass Wentz wohl kaum als Auftraggeber der Stiftung und zugleich als Architekt auftreten könne, ohne juristische Probleme hervorzurufen. 

www.stiftung-neue-oper-frankfurt.de