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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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Frankfurt im Spannungsfeld von Bevölkerungswachstum, Wohnraumversorgung und Arbeitsmarkt

Stadtrat Schneider präsentiert die Frankfurter Statistischen Berichte 2019

von Ilse Romahn

(01.10.2019) Das Bevölkerungswachstum in Frankfurt am Main ist seit Jahren ungebrochen. Aus diesem Grund werden in der aktuellen Ausgabe der Frankfurter Statistischen Berichte die Bevölkerungsentwicklung, der Wohnungsbestand und der Arbeitsmarkt näher betrachtet.

Dabei wurden erstmals neue Datenquellen herangezogen. „Das aktuelle Heft zeigt die Vielfalt und Bedeutung der Arbeit unserer kommunalen Statistikstelle“, sagte Stadtrat Jan Schneider, der für die Kommunalstatistik zuständige Dezernent.

„Am 18. Februar dieses Jahres haben wir die Schwelle von 750.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten“, so Schneider. „Das ist Anlass, die Entwicklung der letzten 20 Jahre zu reflektieren.“ Der Anstieg der Bevölkerung verlief in dieser Zeit nicht einheitlich. Vielmehr konzentrierte sich das Wachstum stark auf die Jahre 2009 bis 2018. Deutliches Zeichen dafür ist, dass am 13. Juni 2014 die Marke von 700.000 Einwohnerinnen und Einwohnern erreicht wurde und nur viereinhalb Jahre später weitere 50.000 Menschen in Frankfurter lebten. Damit entfielen 44,2 Prozent des Bevölkerungswachstums der letzten zwei Jahrzehnte auf nur fünf Jahre.

Die Menschen, die nach Frankfurt kommen, benötigen Wohnraum. „Um hier sinnvoll planen zu können, sind entsprechende Grundlagendaten notwendig“, stellt Schneider heraus. „Mit der neuen Statistischen Gebäudedatei haben wir diese Datengrundlage geschaffen. Dadurch entsteht ein neuer Blick auf die fast 400.000 Wohnungen im Stadtgebiet.“ Die Gebäudedatei erlaubt es, den Wohnungsbestand in einer Detailtiefe auszuwerten, wie es bisher nicht möglich war – und dies nicht nur für das Stadtgebiet insgesamt. Auf 52 Doppelseiten werden alle Frankfurter Stadtteile detailliert dargestellt.

„Unsere Stadt ist nicht nur als Wohnort beliebt, sondern bietet auch attraktive Arbeitsplätze. Kein Wunder also, dass jeden Tag über 300.000 Menschen nach Frankfurt einpendeln“, berichtet Schneider. Die Pendlerinnen und Pendler kommen nicht nur aus den Frankfurter Umlandgemeinden, sondern legen zum Teil sehr weite Strecken zurück. Fernpendelnde, die mindestens 80 Kilometer Luftlinie von Frankfurt entfernt wohnen, überwinden im Mittel eine Distanz von 177,5 Kilometern auf ihrem Weg zur Arbeit. Die Tagespendelnden fahren durchschnittlich eine Strecke von 25,6 Kilometern zwischen ihrem Wohn- und Arbeitsort. „Häufig steht diese Mobilität im Zusammenhang mit der Realisierung eines Wohnungswunsches“, so Schneider. Und fügt hinzu: „Entscheidend ist dabei, an welchem Punkt die Kosten des Pendelns die Einsparungen durch günstigeres Wohnen übersteigen.“

Die Zusammensetzung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Frankfurt ist vom demografischen Wandel geprägt. Rund 112.000 Arbeitnehmer scheiden bis 2030 potenziell aus Altersgründen aus dem Beruf aus. Diese Lücke kann nicht allein durch die nachrückenden Jüngeren geschlossen werden, obwohl viele junge Menschen nach Frankfurt ziehen und der Altersdurchschnitt in der Stadt seit Jahren sinkt. Dabei stellt sich die Frage, in welchem Umfang Routinetätigkeiten im Rahmen der Digitalisierung wegfallen werden.

Die Frankfurter Statistischen Berichte 2019 stehen unter http://www.frankfurt.de/statistische_berichte als kostenloser PDF-Download zur Verfügung. (ffm)