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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: „Hessen stellt als erstes Bundesland den CO2-Ausstoß seiner Dienstreisen klimaneutral.“

von Helmut Poppe

(30.09.2019) Kabinett beschließt Kauf von Zertifikaten und unterstützt damit Klimaschutzprojekte weltweit

Hessisches Ministerium der Finanzen
Foto: Land Hessen
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„Die Hessische Landesregierung hat beschlossen, ab dem kommenden Jahr als erstes Bundesland den CO2-Ausstoß seiner Dienstreisen klimaneutral zu stellen“, berichtete Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute in Wiesbaden. Das hat das Kabinett jetzt entschieden. Hessen wird ab 2020 Zertifikate – so genannte Emissionsrechte – zum Ausgleich von Treibhausgas-Emissionen in Höhe von 60.000 Tonnen jährlich erwerben. Die Höhe entspricht dem CO2-Ausstoß für Dienstreisen innerhalb der Hessischen Landesverwaltung. „Wir investieren in den kommenden Jahren rund 7,2 Millionen Euro in diesen Beitrag zum Klimaschutz. Mit den erworbenen Emissionsrechten werden die Dienstreisen innerhalb unserer Landesverwaltung, also Fahrten mit dem Auto, der Bahn und natürlich auch Flugreisen, zukünftig klimaneutral gestellt.“

„Elektro-Fahrräder, Elektro-Autos, das LandesTicket Hessen für Bus und Bahn, Videokonferenzen: Wir versuchen mit vielen Mitteln, Dienstreisen in der Landesverwaltung zu reduzieren oder sie umweltschonender gestalten zu können. Da bleiben wir dran. Es wird aber bei allem technischen Fortschritt auch in Zukunft wichtig und richtig sein, sich persönlich zu treffen oder vor Ort ein eigenes Bild machen zu können. Auch dabei wollen wir aber die Umwelt im Blick behalten und die unvermeidbaren Belastungen ab dem kommenden Jahr ausgleichen“, erläuterte der Finanzminister.

„Durch den Kauf von Zertifikaten nach dem Gold Standard oder vergleichbarer Standards unterstützt die Landesregierung weltweit hochwertige Klimaschutzprojekte. Mit ihnen ist ein echter Zusatznutzen im Klimaschutz verbunden. Dies können in Schwellen- und Entwicklungsländern Investitionen in erneuerbare Energien, wie Wasserkraft, Solar und Wind, aber auch in Energieeffizienz- oder Aufforstungsmaßnahmen sein. Auch Dank der Zertifikatsankäufe von Hessen kann zukünftig also eine globale Verbesserung der Treibhausgasbilanz erreicht werden, die auf die Emissionen der Landesverwaltung angerechnet werden können“, sagte Schäfer. Die Klimaschutzprojekte werden anhand von Qualitätskriterien, bei denen zum Beispiel auch die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung berücksichtigt werden, ausgewählt. Für das Jahr 2023 plant die Landesregierung eine Evaluation der neuen Kompensationsmaßnahmen.

Die Kompensation von Treibhausgasen ist Teil der CO2-neutralen Landesverwaltung, die vom Hessischen Finanzministerium verantwortet wird. „Um rund 235.500 Tonnen CO2 – das sind rund 50 Prozent – haben wir seit 2008 die Emissionen der Landesverwaltung reduziert. Hessen ist auf dem richtigen Weg, um sein selbstgestecktes Ziel einer klimaneutral arbeitenden Verwaltung ab dem Jahr 2030 zu erreichen. Doch trotzdem gibt es noch sehr viel zu tun. Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen arbeiten wir intensiv an diesem für uns so wichtigen Ziel. Die Kompensation ist eine davon“, sagte Finanzminister Schäfer.

„Eine CO2-neutral arbeitende Landesverwaltung fällt nicht einfach so vom Himmel, obwohl wir uns diesen mit seinem Sonnenlicht zu Nutze machen“, sagte Schäfer. „Durch unterschiedliche Effizienzmaßnahmen in den Landesliegenschaften reduzieren wir den Ausstoß von Treibhausgasen und ersetzen fossile Energieträger durch regenerative Energiequellen. Fast 100 Prozent unserer Liegenschaften beziehen seit einigen Jahren Ökostrom, verstärkt setzen wir auch auf Solarstrom, etwa im Finanz- und Umweltministerium. Emissionen, die derzeit noch unvermeidbar sind, möchten wir durch Klimaschutzprojekte ausgleichen.“

„Besonders in dem energieintensiven Bereich der Wärme- und Stromversorgung unserer Liegenschaften haben wir in den vergangenen Jahren eine merkliche Reduktion des CO2-Ausstoßes erzielen können“, erläuterte der Minister. Dazu beigetragen habe auch das 2012 gestartete CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm (COME) der Landesregierung, das der energetischen Sanierung von Landesliegenschaften diene. Schäfer: „Das COME-Programm ist ein wichtiger Baustein, um die Emissionen der Gebäude zu reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen.“ Das Land investiert im Rahmen von COME  160 Millionen Euro in die energetische Sanierung. Landesweit konnten dank COME mittlerweile insgesamt rund 90 Liegenschaften des Landes energetisch saniert bzw. optimiert werden. Das Land investiert zudem unter anderem weitere 200 Millionen Euro in den kommenden Jahren in die energetische Verbesserung der Hochschulgebäude. Hier befinden sich über 50 Projekte in der Planung.

Die CO2-neutrale Landesverwaltung ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. „Dank des Einsatzes unserer Beschäftigten und durch zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, wie etwa der energetischen Sanierung von Gebäuden des Landes, der positiven Beeinflussung des Nutzungsverhaltens der Bediensteten oder der Beschaffung umweltfreundlicher Elektroautos für unsere Fahrzeugflotte sind wir bereits heute bundesweit ein Vorreiter beim Klimaschutz. Die Entscheidung der Landesregierung, den CO2-Ausstoß der Dienstreisen der Landesverwaltung zukünftig klimaneutral zu stellen, unterstreicht auch die wichtige Vorbildfunktion, die diese Landesregierung beim Umwelt- und Klimaschutz bewusst einnimmt. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft wollen wir Hessen beim Umwelt- und Klimaschutz weiter stetig voranbringen. Und dabei schauen wir auch innerhalb unserer Verwaltung ganz genau hin. Das machen wir bereits seit vielen Jahren, fortan aber mit einem noch intensiveren Blick im Hinblick auf die CO2-Kompensation unserer Dienstreisen“, sagte Finanzminister Schäfer.