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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Familientag auf dem Kinderbauernhof

Wissen und ein persönlicher Zugang ist aktiver Klimaschutz

von Sonja Heinisch

(07.10.2019) Zahlreiche Familien zog es am 3. Oktober zu dem Reiter- und Lernbauernhof Ponyzwerge Sindlingen e.V.

Familientag auf dem Kinderbauernhof
Foto: www.ponyzwerge-sindlingen.de
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Bei der pädagogischen Tierversorgung konnten die Kinder lernen und ihren Eltern zeigen, was die Tiere des Vereins benötigen um sich rundum wohl zu fühlen. Die Schafe, Ponys und Hühner wurden gemistet und gefüttert. Das frische Wasser wird klimafreundlich mit Sonnenenergie gepumpt. „Die Hühner haben sogar echte Eier gelegt“, berichtet Felix (5 Jahre) stolz.

Nach der Tierversorgung hieß es Äpfel sammeln. Im Bauerngarten des Vereins sammelten Kinder und Eltern in Windeseile etwa 100 kg Äpfel und fuhren sie mit Schubkarren zum Hauptgelände des Vereins zurück. Dort wurden sie anhand von vier Stationen zu Apfelsaft verarbeitet. Per Hand wurden die Äpfel gewaschen und im nächsten Schritt geviertelt. Danach wurden sie im handbetriebenen Häcksler zerkleinert bis sie letzten Endes in der Saftpresse landeten. Alle Geräte wurden von den Kindern selbst bedient und am Ende konnten sich alle über 50 Liter frischen Apfelsaft freuen. „Der schmeckt richtig lecker“, schwärmt Philipp, der zusammen mit seiner Mutter gekommen ist.

Das Angebot wurde ehrenamtlich von drei Mitgliedern des Vereins geleitet. „Uns liegt die ganzheitliche Bildung sehr am Herzen“, sagt Sonja Heinisch (1. Vorsitzende). „Denn nur, wenn den Kindern nicht nur Wissen um Umwelt, Lebensmittel und Tiere, vermittelt werden, sondern diese auch wahrnehmen und einen emotionalen Zugang zu diesen bekommen, lernen sie diese wert zu schätzen.“

„Die immensen Umweltprobleme erfordern ein wachsendes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. Ein ökologisch sinnvolles Handeln soll dadurch erzielt werden, dass Kindern möglichst viele Kenntnisse über die Umwelt vermittelt werden. Dies bringt aber nicht den erwünschten Erfolg. Denn der Prozess, der verursacht, dass sich Menschen tatsächlich engagieren und sich ökologisch erwünscht verhalten, beruht nicht auf Wissensaufbau, sondern auf einer gefühlsmäßigen Bindung, die ihre Wurzeln meist in der Kindheit hat. Der Spruch „Ich schütze nur, was ich liebe“ verdeutlicht, die große Bedeutung der emotionalen Beziehung zur Natur als Grundmotivation für späteres Engagement. Durch die sinnliche Wahrnehmung und der emotionalen Erfahrung der Natur und den Tieren können Kinder bei uns eine Beziehung zu beiden aufbauen. Diese bildet den Grundstein für das Interesse an sachlichen Informationen über Umwelt und Natur und erhöht bedeutend die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder später ein Umweltbewusstsein entwickeln.“ so Heinisch. 

Außerhalb der Ferien bietet der Verein ehrenamtlich dienstags bis samstags einen „Kinderbauernhof zum Mitmachen“ an. Nähere Informationen findet man auf der Homepage www.ponyzwerge-sindlingen.de.