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Letzte Aktualisierung: 15.07.2019

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FamilienSportFest am 6. Juli im Brentanobad

von Sven Müller

(05.07.2019) Eberhard Gienger springt mit dem Fallschirm ins Stadion am Brentanobad- Fragen an die Turn-Sport-Legende:

Eberhard Gienger
Foto: Sven Müller
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Fallschirmspringen ist Ihre Leidenschaft - Sie springen zum FamilienSportFest am 6. Juli über dem Brentanobad ab - ist ein Sprung über Frankfurt etwas Besonderes?
GIENGER: In jedem Fall ist das etwas Besonderes! Mit dem Fallschirmspringen verbinde ich grenzenlose Freiheit, einzigartige Momente und eine unbeschreibliche Perspektive auf eine Stadt und Region, die mir persönlich am Herzen liegt und viel bedeutet. Und solch ein vielfältiges Sportfest für die ganze Familie zu bereichern, das macht den Sprung dann noch interessanter.

Als ehemaliger Spitzensportler und aktuell sportpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben Sie einen genauen Blick auf den Sport in Deutschland - was macht für Sie den gesellschaftlichen Wert von Sport aus? GIENGER: Im Sportverein, wie auch im Sportausschuss des Deutschen Bundestages, wird immer wieder deutlich, dass der Sport in beinah allen gesellschaftspolitischen Feldern verortet ist und einen wichtigen Beitrag leistet: So beispielsweise im Bereich von Gesundheit & Rehabilitation, Integration & Inklusion, Bildung & Wertevermittlung, Wirtschaft & Infrastruktur oder Umwelt & Nachhaltigkeit. All das bietet ja auch das FamilienSportFest in Frankfurt. Als größter Teil des zivilgesellschaftlichen Engagements bildet der Sport ein wichtiges Fundament unserer freien Gesellschaft.

FRAGE: Sie sind auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt - gehen uns die ehrenamtlichen Helfer in Vereinen, Verbänden und bei Veranstaltungen aus?
GIENGER: Die Gewinnung von ehrenamtlich Engagierten und die Verbesserung der allgemeinen Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements sind große Herausforderungen und deshalb Kernelemente unserer Politik. Dabei werden von den meisten Ehrenamtlichen häufig das allgemeine Zeitproblem und der Stress in Beruf und Alltag als Hemmfaktoren genannt. Dies zeigt die Vielschichtigkeit der Herausforderungen um die Stärkung des Ehrenamtes und möglicher Handlungsoptionen oder politischer Anreize.

FRAGE: Oft wird beklagt, Kinder und Jugendlichen beschäftigten sich zu viel mit digitalen Medien und vernachlässigten Sport und Bewegung. Trifft das so zu?
GIENGER: Wir leben in einem digitalen Zeitalter und die Zukunft wird hiervon nachhaltig beeinflusst sein. Insofern ist ein starkes Interesse von Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen positiv zu bewerten. Gleichwohl müssen wir - gerade als Eltern - darauf achten, dass ein richtiger Umgang gelernt wird sowie Sport und Bewegung im Alltag ausreichend abgebildet sind.

FRAGE: Fußball ist der deutsche Volks- und Mediensport - wie kann man andere Sportarten stärken, auch in der öffentlichen Wahrnehmung?
GIENGER: Ich bin auch ein begeisterter Fußballfan und freue mich über das vielseitige Angebot. Gleichwohl muss man feststellen, dass sich eine gewisse Monokultur in der Berichterstattung um den Fußball entwickelt hat. Von den Fernsehräten der öffentlich- rechtlichen Anstalten erwarte ich deshalb eine stärkere Abbildung der Breite und Vielfalt des deutschen Sports - vor allem zu wirklich interessanten Sendeplätzen und in zentralen Programmformaten (z.B. Sportschau). Als Sportpolitiker fördern wir die Entwicklung gerade jener Sportarten, die sich noch nicht aus eigener Kraft finanzieren können.

FRAGE: Sie haben in Frankfurt im Turninternat gelebt und an der Freiherr-vom-Stein-Schule das Abi gebaut - was ist heute noch für Sie spannend in Frankfurt?
GIENGER: Neben vielen Erinnerungen verbinde ich immer noch ganz viel mit der Stadt und Metropolregion Frankfurt, vor allem schätze ich die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen. Frankfurt ist zudem immer noch die Stadt des organisierten Sports in Deutschland. Hier sind z.B. der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu Hause. Und: Am Olympiastützpunkt an der Otto-Fleck-Schneise trainiere ich immer noch regelmäßig, bevor es in das Flugzeug zu den Sitzungswochen nach Berlin geht.