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Letzte Aktualisierung: 25.06.2019

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European Obesity Day 2019 - Therapien für Menschen mit starkem Übergewicht

von Helmut Poppe

(20.05.2019)  Aktuelle Studie offenbart Hürden in der Adipositas-Behandlung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Mehrheit der Ärzte betrachten Adipositas als chronische Erkrankung.(1,2) Eine geeignete Therapie erhalten Menschen mit starkem Übergewicht aber meist nicht. Woran das liegen kann, hat die von Novo Nordisk unterstützte ACTION-IO-Studie (Awareness, Care, and Treatment In Obesity MaNagement - an International Observation) untersucht und mehrere Lücken in der Versorgung von Menschen mit Adipositas aufgezeigt.(2) Außerdem wurden Unterschiede in der Wahrnehmung der Erkrankung bei Ärzten und Betroffenen deutlich.(2) "Die Daten zeigen einmal mehr, dass wir dringend zu einem besseren Verständnis von Adipositas, ihren Ursachen und ihrer ärztlichen Betreuung kommen müssen", kommentiert Prof. Dr. Matthias Blüher aus Leipzig die Ergebnisse. Den European Obesity Day am 18. Mai nehmen Patientenorganisationen, Interessengruppen und Unternehmen zum Anlass, auf solche Missstände aufmerksam zu machen und die Bedürfnisse von Menschen mit Adipositas in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.(3)

Adipositas gemeinsam angehen

Der European Obesity Day(3) findet 2019 zum zehnten Mal statt und steht dieses Jahr unter dem Motto Tackling Obesity Together (auf Deutsch: Gemeinsam gegen Adipositas). Damit wird deutlich, worauf es bei einer erfolgreichen Behandlung der Adipositas ankommt: Arzt und Patient müssen offen kommunizieren und zusammenarbeiten. Nur gemeinsam kann ein Therapieplan erstellt werden, der die Voraussetzung ist, um langfristig Gewicht zu reduzieren. "Leider hakt es genau hier, auch bei den Ärzten. Unsicherheiten und ein zum Teil falsches Verständnis der Erkrankung führen dazu, dass die Behandler das Thema Gewicht oft nicht ernst nehmen und im Sprechzimmer sogar meiden", so Blüher. "Die Patienten wiederum trauen sich aus Scham nicht, den ersten Schritt zu machen und wünschen sich, dass der Arzt sie anspricht und ihnen Hilfe anbietet."

Hürden in der Behandlung von Adipositas

Obwohl Adipositas als chronische Erkrankung eingeordnet wird(1), sehen sowohl Ärzte als auch Betroffene den Lebensstil als ausschlaggebend für das Gewicht. Biologische Faktoren, einschließlich genetischer Veranlagung, werden laut der Studie nicht als wesentliche Hürden bei der Gewichtsreduktion gewertet:(2)

- 8 von 10 Menschen mit Adipositas glauben, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, ihr Gewicht zu reduzieren. Nach den ersten erfolglosen Abnehmversuchen kann es bis zu sechs Jahre dauern, bis sich Betroffene an ihren behandelnden Arzt wenden.
- 81 % der Betroffenen haben in der Vergangenheit mindestens einenVersuch unternommen, Gewicht zu reduzieren. Die Ärzte hingegen sind der Meinung, dass durchschnittlich nur 35 % der Menschen
mit Adipositas schon einmal versucht haben abzunehmen.
- Außerdem glauben 71 % der Ärzte, dass Menschen mit Adipositas nicht daran interessiert sind, ihr Gewicht zu reduzieren. Demgegenüber gaben nur 7% der Betroffenen an, kein Interesse
daran zu haben.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele Menschen mit Adipositas über ihre Gesundheit besorgt sind und ernsthaft versuchen abzunehmen. Die Ärzte dagegen glauben, dass die Betroffenen gar nicht daran interessiert oder nicht motiviert sind, Gewicht zu verlieren. Das kann Gespräche über Gewicht verhindern und einer effektiven Behandlung im Weg stehen. "Wir müssen die Barrieren in der Kommunikation zwischen Menschen mit Adipositas und ihren Ärzten überwinden und einen aktiven Umgang mit der Erkrankung zu fördern", betont Blüher. "So können wir gemeinsam dazu beitragen, die Versorgung zu verbessern."

Über die ACTION-IO-Studie

ACTION IO ist die größte Studie ihrer Art, die die Hürden bei der Adipositas-Therapie aus Sicht von Patienten und Ärzten untersucht. Für die Studie wurden über 14.500 Menschen mit Adipositas sowie fast 2.800 Ärzte aus elf Ländern, darunter Australien, Chile, Israel, Italien, Japan, Mexiko, Saudi-Arabien, Südkorea, Spanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Vereinigten Königreich befragt. Damit ergänzt ACTION IO die wichtigen Ergebnisse der in den USA und Kanada durchgeführten ACTION-Studien. Die Daten helfen zu verstehen, welche übergreifenden Faktoren die Behandlung von Adipositas weltweit erschweren. Die länderspezifischen Ergebnisse ermöglichen es, effektive Maßnahmen für die Behandlung von Adipositas abzuleiten. ACTION IO sowie die ACTION-Studien aus den USA und Kanada wurden von Novo Nordisk unterstützt.

Über Adipositas

Adipositas ist laut WHO eine chronische Erkrankung,(1) die eine langfristige Behandlung erfordert. Sie kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und mit einer verringerten Lebenserwartung einhergehen.(4,5) Adipositas-assoziierte Komorbiditäten umfassen unter anderem: Typ 2 Diabetes, Herzerkrankungen, obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und bestimmte Krebsarten.(4,6-8) Adipositas ist eine komplexe, multifaktorielle Krankheit, die durch genetische, physiologische, psychologische, sozioökonomische und Umweltfaktoren entstehen kann.(9)

Der weltweite Anstieg der Adipositas-Prävalenz ist ein Problem für das Gesundheitswesen und führt zu hohen Kosten für die Gesundheitssysteme. 2016 wurden weltweit 13 Prozent der erwachsenen Männer und Frauen, d.h. über 650 Millionen Menschen, als adipös eingestuft.(1)

Adipositas ist eine ernsthafte chronische Erkrankung, von der weltweit mehr als 650 Millionen Menschen betroffenen sind.(1) Aufgrund ihrer Komplexität und Vielzahl an möglichen Folgeerkrankungen kann Adipositas weitreichende Auswirkungen auf die Betroffenen, deren Familien sowie die Gesundheitssysteme haben. Novo Nordisk engagiert sich dafür, dass die Versorgung von Menschen mit Adipositas eine Priorität im Gesundheitswesen erhält. Changing Obesity® steht für unser langfristiges Ziel, das Leben von Menschen mit Adipositas zu verbessern. Dabei geht es uns maßgeblich darum, die Art und Weise zu verändern, wie Adipositas wahrgenommen, vorgebeugt und behandelt wird. (ots)