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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Europäische Akademie der Arbeit und Academy of Labour unter einem Dach

Oberbürgermeister Feldmann gratuliert House of Labour zur Eröffnung

von Ilse Romahn

(04.10.2019) Gesellschaft und Wirtschaft stehen vor einem Umbruch.

OB Peter Feldmann vor dem House of Labour
Foto: Stadt Frankfurt / Holger Menzel
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„Der ökologische und digitale Wandel stellt Geschäftsmodelle in Frage, greift in Wertschöpfungsprozesse ein und stellt neue Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten. Das House of Labour soll diesen Wandel begreifbar machen und auf akademischem Niveau Antworten auf den Transformationsprozess geben“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, anlässlich der Eröffnung dieses Gebäudes am 2. Oktober in Frankfurt.

Unter seinem Dach vereint das House of Labour die traditionsreiche Europäische Akademie der Arbeit (EAdA) und die 2015 gegründete Academy of Labour. Beide sind Einrichtungen der Gewerkschaften, stehen aber allen Studierenden offen. „Das House of Labour aber nur als Kaderschmiede der Gewerkschaften zu sehen, greift zu kurz“, stellte Hofmann fest. „Es ist ein Ort, an dem sich jeder, der sich in den angebotenen Themenbereichen qualifizieren, bilden und universitäre Abschlüsse erzielen will, herzlich willkommen ist.“

Die Academy of Labour bietet einen dreijährigen berufsbegleitenden Studiengang „Personal und Recht“ mit einem BA-Abschluss sowie einen Zertifikatslehrgang zur Arbeitsmarktökonomik und zum Beteiligungsmanagement an. An der Europäischen Akademie der Arbeit können die Studierenden einen elfmonatigen Vollzeitkurs auf dem Gebiet der Arbeitsbeziehungen belegen. Außerdem hat die EAdA ein internationales, englischsprachiges Programm mit Hochschuleinrichtungen in Israel aufgelegt. „Nachhaltigkeit im Personalmanagement und Beteiligung sind entscheidende Kriterien, um die Transformation im Sinne der Beschäftigten zu bewältigen“, erklärte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall.

Mit seinem Lehrangebot fühlt sich das House of Labour der emanzipatorischen, fast 100-jährigen Tradition der Akademie der Arbeit verbunden. „Vor dem Hintergrund eines pluralen Wissenschaftsverständnisses nimmt das House of Labor eine explizit arbeitnehmerorientierte Perspektive ein. In dieser Tradition und auf der Grundlage einer modernen Didaktik wird es für die Studierenden zu einem Ort des lebensbegleitenden Lernens“, sagte Martin Allespach, Leiter und Direktor der Europäischen Akademie der Arbeit und Geschäftsführer der Academy of Labour.

„Gegründet von dem Frankfurter Hugo Sinzheimer, auf dessen Ideen die verfassungsrechtliche Verankerung von Koalitionsfreiheit und Tarifautonomie zurückgeht, blickt die Akademie der Arbeit nicht nur auf eine stolze Tradition zurück. Mit der Einweihung des House of Labour ist die Zukunft einer wissenschaftlich fundierten und kritischen Ausbildung von Arbeiterinnen und Arbeitern, Gewerkschaftern und Betriebsräten in Frankfurt gesichert“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Mit dem House of Labour wird ein deutliches Signal in die Hochschul- und Bildungslandschaft in Deutschland gesendet. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen sind zentrale Akteure zur Gestaltung des sozialen Wandels. Die akademische Qualifikation dieser Akteure ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Veränderungen gelingen können“, erklärte Rainer Gröbel, Vorsitzender des Kuratoriums der Europäischen Akademie der Arbeit und Geschäftsführer der Academy of Labour. (ffm)