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Letzte Aktualisierung: 20.03.2019

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Erfolgszahlen bei 70 Jahre LOTTO Hessen

Vier Hessen unter den zehn höchsten Lottogewinnern in der Bundesrepublik

von Karl-Heinz Stier

(15.03.2019) LOTTO Hessen hat mehrfachen Grund zum Feiern. So feiert die Landes-Lotterie - Gesellschaft nicht nur ein rundes Jubiläum, die Hessen liegen auch mit Pro Kopf Einsatz von 106,34 Euro bundesweit an der Spitze, erzielten beim Eurojackpot 2018 einen Jahres-Rekord-Umsatz von 150,5 Millionen Euro (ein Plus von 60, 9 Prozent gegenüber 2017), blickten mit 656,6 Millionen Umsätzen sogar auf das zweitbeste Jahr in der Unternehmensgeschichte zurück und registrierten 2018 die jemals höchste ausgezahlte Gewinnsumme von 382,3 Euro in bar oder Überweisung an Hessens Tipper.

Bildergalerie
LOTTO-Geschäftsführer Dr. Sundermann bei seinem Bilanzvortrag
Foto: Karl-Heinz Stier
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Erster Toto-Schein 1949
Foto: Karl-Heinz Stier
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Waisenmädchen Elvira Hahn zieht in Hamburg die ersten Kugeln
Foto: Karl-Heinz Stier
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Die drei Lottofeen (v.l.n.r.):: Elvira Hahn, Karin Tietze-Ludwig, Franziska Reichenbacher
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Umsatzkuchen heute der hessischen Lotteriegesellschaft
Foto: Karl-Heinz Stier
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Die Bilanz von 70 Jahren
Foto: Karl-Heinz Stier
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Kommentar von Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von LOTTO Hessen: „Noch nie in unserer Geschichte haben wir die Hessen so glücklich gemacht“.

Dass die Hessen die „Eurojackpotknacker“ sind, resultiert daher, weil im  letzten Jahr  bei den fünf höchsten Jackpot des Jahres gleich drei hessische Gewinner dabei waren. Am 6. Juli hat ein Rentner aus Frankfurt gemeinsam mit einem Ehepaar aus Sachsen- Anhalt auf die sieben richtigen Zahlen gesetzt und die wochenlange Jagd auf die 90 Millionen Euro im Topf beendet. Für seine zwei Tipps hatte der Frankfurter lediglich 4.50 Euro ausgegeben und daraus 45 Millionen gemacht, der höchste Gewinn des Jahres. Das setzte sich im Sommer fort, als ein Ehepaar aus dem Kreis Groß-Gerau sich gemeinsam mit einem Mann aus Nordrhein-Westfalen den 61 Millionen schweren Eurojackpot aufteilten und schließlich teilten sich im November  fünf Gewinner, darunter ein Darmstädter,  erneut einen  90 Millionen Euro schweren Gewinntopf. Insgesamt schafften 11 Hessen 2018 den Sprung ins Millionenglück. Sie kamen alle aus Südhessen.

Das beliebteste Produkt von LOTTO bleibt  „6 aus 49“. Mit rund 278 Millionen erzielt das klassische Lottospiel den höchsten  Jahres - Umsatz (42 Prozent), gefolgt vom Eurojackpot, Spiel 77 und den Rubbellosen der Sofortlotterie.

Von Anfang an profitierten nicht nur die individuellen Gewinnern sondern auch das Gemeinwohl von den Spieleinsätzen der hessischen Lottogesellschaft- in den 50er Jahren vorrangig die Vereinslandschaft durch den Aufbau der Fußballstadien im Land. Heute zählen außerdem der soziale Bereich, die Kultur, die Denkmalpflege sowie die Umwelt zu den Mittelempfängern.

Angefangen hatte die Geschichte LOTTO Hessens mit einem vergleichsweise kleinen Produkt. Am 14. März 1949 ging es mit der Sportwette TOTO los. Dabei mussten die Teilnehme erraten, wie die Fußballspiele von 14 Mannschaften ausgehen, ob Sieg (1), Niederlage (2) oder Unentschieden (0).  Der erste Rang mit allen richtigen Voraussagen war zweimal besetzt, jeder Gewinner erhielt 9.650 Mark. Zu Weihnachten 1949 gab es ein Sonderauslosungsgewinn  mit Weihnachtsgänsen. Eine Gans erhielt, wer die Anzahl der abgegebenen Tippreihen  richtig tippte. Später konnten bei den Sonderauslosungsprogrammen auch Autos, Motorräder,  Fahrräder oder Eigenheime gewonnen werden. Für zehn Pfennige Mehreinsatz  winkte z.B. ein schmuckes  Häuschen, 50 Stück wurden davon  zwischen 1949 und 1954 verlost. Der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern beflügelte die Umsätze, sie erreichten ein Jahresergebnis von 50 Millionen Mark.

Noch ohne hessische Beteiligung fand 1955 die erste Ziehung  „6 aus 49“ statt. Elvira Hahn, ein Waisenmädchen aus einem Hamburger Kinderheim, zog die Kugeln. „Wir mussten saubere Kniestrümpfe,  Sandalen und einen Rock anziehen. Die andren Kinder beobachteten uns und waren ein bisschen  neidisch“, erzählte die heute 64jährige. Das Hessen-LOTTO folgte ein Jahr später, mit 50 Pfennigen war man dabei. Millionengewinne kamen aber erst  1975. Bis dahin gab es eine Gewinnbegrenzung auf 500 000 Mark. Schon im ersten Jahr übertrafen die Lottoeinsätze die Umsätze des erstgeborenen TOTO.

Acht Jahre später startete die erste Fernsehziehung - live aus dem Studio 4 des Hessischen Rundfunks in die bundesdeutschen Wohnzimmer. Von 1967 an war Karin Tietze-Ludwig Deutschlands Lotto-Fee. Sie blieb es über 30 Jahre und zählte den 365. Hessischen Lottomillionär, bis Franziska Reichenbacher 1998  die Auslosung übernahm und jetzt noch praktiziert. Sie kürte bis jetzt 245 Millionäre in Hessen.

Heute erfolgt die Verarbeitung der Spielscheine digital, die Gewinnauswertung übernahm der Computer.  Hessen hatte dabei hier die Vorreiterrolle: Digitale Signaturen stempeln und verschließen seitdem die Eingänge zu Annahmeschluss wie ein virtueller Tresor. Derzeit kann der Lottoschein an 2100 Verkaufsstellen abgegeben werden.

Nicht immer werden die Gewinne  abgeholt. Großgewinne hält man drei Jahre vor, Kleingewinne kommen in Sonderauslosungen. Wöchentlich summieren sich Beträge auf  40 000 bis 50 000 Euro  – im Jahr bis zu 3 Millionen.

Geschäftsführer Dr. Sundermann glaubt in einem Ausblick, dass in diesem Jahr die Jackpotentwicklung ähnlich gut verlaufen wird wie im vergangenen Jahr. „Unser Ziel ist es auch 2019 wieder mindestens 11 Hessen zu Millionären machen zu können und die Umsätze stabil zu halten“. Und so sieht die Bilanz von 70 Jahre LOTTO Hessen insgesamt aus: 610 Millionären, 11 Milliarden Gewinnsumme und 5 Milliarden für das Gemeinwohl.