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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Eröffnungstag Musikfest Eroica

Musik als Bekenntnis

von Ilse Romahn

(03.09.2019) Ein ganzer Tag im Zeichen von Ludwig van Beethoven und seiner „Eroica“: Mit einem umfangreichen Programm startet am Sonntag, 15. September 2019, das Musikfest der Alten Oper Frankfurt, das sich in diesem Jahr Beethovens dritter Sinfonie und der Frage nach dem Bekenntnishaften von Musik verschrieben hat.

Bildergalerie
Johannes Martin Kränzle
Foto: Barbara Aumüller
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Lorenzo Viotti
Foto: Teatro alla Scala
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In den folgenden zwei Wochen dreht sich das breitgefächerte Angebot – Konzerte, Gespräche, Film, Performances und mehr – somit nicht nur um die „Eroica“, sondern auch ganz grundsätzlich um die Frage, inwieweit durch Musik eine persönliche Haltung transportiert werden kann. Am Beginn steht jedoch, das zeigt das Programm des Eröffnungstags, die Beschäftigung mit dem Ausgangswerk und seinen historischen Wurzeln.   

Ausgangspunkt „Eroica“: Eröffnungskonzert mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Viermal während des gesamten Musikfests steht das Schlüsselwerk des Festivals im Original wie auch in freier Adaption auf dem Programm – und auch das Eröffnungskonzert des Festivals mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchesters unter Lorenzo Viotti am Sonntag, 15. September, von 11.00 Uhr an im Großen Saal der Alten Oper ist von der „Eroica“ geprägt. Die Musiker*innen kombinieren dabei Beethovens „Sinfonia eroica, composta per festeggiare il sovvenire di un grand’uomo“, wie es auf dem Titelblatt der Erstausgabe des Werks heißt, mit einem weiteren Werk, das Heroisches zum Thema hat – wenn auch in humorvoller Brechung: „Ein Heldenleben“ nannte Richard Strauss seine 1898 vollendete sinfonische Dichtung, die übrigens ein Jahr nach der Fertigstellung vom Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde. „Da Beethovens ‚Eroica’ bei unseren Dirigenten so sehr unbeliebt ist und daher nurmehr selten aufgeführt wird“, hatte Strauss sein neues Werk ironisch angekündigt, „componiere ich jetzt, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, eine große Tondichtung ‚Heldenleben’ betitelt (zwar ohne Trauermarsch, aber doch in Es-Dur, mit sehr viel Hörnern, die doch einmal auf Heroismus geeicht sind.)“ Als Helden hatte er dabei niemanden Geringeres als sich selbst im Blick.
(Das Programm wird am Montag, 16. September 2019, um 20.00 Uhr wiederholt, gefolgt von einem Nach(t)konzert mit Musik von Mark Andre.)   

Nachkonzert: Beethoven und die Musik der Französischen Revolution
Unmittelbar im Anschluss an das Eröffnungskonzert, gegen 13.30 Uhr, ist das Publikum eingeladen, im Nachkonzert einen klanglichen Eindruck jener Musik zu gewinnen, die Beethoven einst inspirierte. Das Sinfonische Blasorchester der Goethe-Universität Frankfurt stellt französische Revolutionsmusiken von François-Joseph Gossec oder Charles Simon Catel vor und kombiniert sie mit einer Blasorchester-Fassung des Trauermarsches der Beethoven-Klaviersonate op. 26 „Marcia funebre sulla morte d’un Eroe“. Als Persiflage auf alles Kriegerische in der Musik gedacht sind hingegen Mauricio Kagels „Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen“ – ein musikalisches Anschauungsobjekt, wie leicht geradtaktige Gewissheiten aus dem Tritt geraten können.

Gespräch und Musik: Annettes DaschSalon zum Thema Helden
Wenn die Sängerin und Moderatorin Annette Dasch zum nachmittäglichen Salon in die Alte Oper lädt, erwartet das Publikum im Saal und die Gäste auf dem Podium ein lebhafter Austausch zu einem vorgegebenen Thema – in Gespräch wie auch in Musik. Zum Eröffnungstag des Musikfests hat die Sopranistin eine Riege von Gästen in den Mozart Saal geladen, die sich von 17.00 Uhr an aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema „Helden“ beschäftigen. Zu Gast sein werden der Schauspieler Janning Kahnert, der Bariton Johannes Martin Kränzle, dem Publikum noch aus seiner Zeit als langjähriges Ensemblemitglied der Oper Frankfurt bekannt, und die Trompeterin Selina Ott. Sie gewann 2018 beim ARD-Musikwettbewerb den ersten Platz – als erste Frau in der siebzigjährigen Geschichte des internationalen Wettbewerbs.

Musikalisch unterstützt werden die Moderatorin und die Gäste nach bewährtem Prinzip von Annette Daschs Schwester Katrin Dasch und ihrem Schwager Ulrich Naudé am Klavier.

Musik als Bekenntnis: Nachkonzert mit Schönbergs „Ode an Napoleon Bonaparte“
Dass das diesjährige Musikfest der Alten Oper nicht bei Beethovens „Eroica“ stehen bleibt, sondern das Werk als Ausgangspunkt dafür fungiert, wie durch Musik Haltungen transportiert werden können, klingt am Eröffnungstag im Nachkonzert des DaschSalons (gegen 19.15 Uhr) an. Auf dem Programm des Konzerts im Mozart Saal steht Arnold Schönbergs „Ode an Napoleon“ – eine explizit politische Stellungnahme zum Naziregime Adolf Hitlers, verbunden mit der Prophezeiung seines Untergangs. Musiker*innen der Internationalen Ensemble Modern Akademie übernehmen die fünf Instrumentalpartien, Sprecher ist der Schauspieler Janning Kahnert. 

Das Programm des Eröffnungstags am Sonntag, 15. September 2019
11.00 Uhr ▪ Großer Saal
Frankfurter Opern- und Museumsorchester 
Leitung: Lorenzo Viotti

Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“
Richard Strauss Ein Heldenleben op. 40

Vor dem Konzert, um 10.00 Uhr, im Großen Saal
„vor dem museum“ – Konzerteinführung mit Dr. Andreas Bomba

Eine Veranstaltung der Frankfurter Museums-Gesellschaft e.V.
€ 24,- / 32,- / 40,- / 56,- / 64,- (Endpreise)

(Weiterer Termin: Montag, 16. September 2019  ▪  20.00 Uhr ▪ Einführung um 19.00 Uhr ▪ Nach(t)konzert mit Musik von Mark Andre gegen 22.30 Uhr)

Im Anschluss, gegen 13.30 Uhr  ▪  Großer Saal
Nachkonzert
Sinfonisches Blasorchester der Goethe-Universität Frankfurt 
Leitung: Lisa Bodem

Charles-Simon Catel Ouvertüre C-Dur
François-Joseph Gossec Symphonie pour musique militaire
Mauricio Kagel Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen (Auswahl)
Ludwig van Beethoven Marcia funebre sulla morte d'un Eroe (für Militärmusik eingerichtet von Victorin Hallmayr,
arrangiert von Jonathan Rascher 
François-Joseph Gossec Marche lugubre

Dauer: ca. 30 Minuten.  Eintritt frei
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17.00 Uhr ▪ Mozart Saal
ANNETTES DASCHSALON
ANNETTE DASCH Moderation, Sopran
KATRIN DASCH Klavier
ULRICH NAUDÉ Klavier
Janning Kahnert Schauspieler (anstelle von Dominique Horwitz)
JOHANNES MARTIN KRÄNZLE Bariton
SELINA OTT Trompete

€ 15,- / 29,- / 35,- (Endpreise)

Im Anschluss, gegen 19.15 Uhr ▪ Mozart Saal
Nachkonzert  Musiker*innen der Internationalen Ensemble Modern Akademie 
Janning Kahnert  Sprecher (anstelle von Dominique Horwitz)
Arnold Schönberg Ode an Napoleon Bonaparte 
Gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Dauer: ca. 15 Minuten .  Eintritt frei


Tickethotline: (069)1340400 ▪ www.alteoper.de