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Letzte Aktualisierung: 24.05.2019

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Eppsteiner Aschermittwoch der FDP – Themen zu Internationalem, Europa und Bürgermeisterinnenwahl zugleich

von Helmut Poppe

(08.03.2019) Mitglied des Bundestages Michael Theurer zu Bürgermeisterkandidatin der FDP Nadja Gneupel „Jugend ist eine Krankheit, die mit jedem Tag besser wird."

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Von links: Dirk Westedt, Fraktionsvorsitzender der FDP Main-Taunus, Nadja Gneupel, Bürgermeisterkandidatin Eppstein der FDP, MdB Michael Theurer, Bärbel Oetken, FDP Eppstein, MdB Bettina Stark-Watzinger
Foto: FDP MainTaunus
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Von links: Nadja Gneupel, Bürgermeisterkandidatin Eppstein der FDP, Bärbel Oetken, FDP Eppstein
Foto: FDP MainTaunus
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Neben dem kulinarischen Leckerbissen bot das diesjährige Heringsessen der Freien Demokraten mit Michael Theurer einen politisch herausragenden Gesprächspartner. 
Er ist seit 2013 Vorsitzender des FDP-Landesverbands Baden-Württemberg sowie Mitglied im FDP-Präsidium, wo er zuständig für die Bereiche Wirtschaft und Arbeit ist. In der Bundestagsfraktion ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und zuständig für die Themenbereiche Wirtschaft, Arbeit und Soziales, Energie und Gesundheit.

Michael Theurer gratulierte der Eppsteinerin Nadja Gneupel zu ihrer Entscheidung und ihrer Tatkraft und ist sich sicher, dass sie mit ihrer Kandidatur für das Bürgermeisteramt gute Chancen hat. Er sprach aus eigener Erfahrung, jung zu sein sei alles andere als ein Kriterium, das gegen eine Kandidatur spräche. Er selbst hat mit 27 Jahren für das Bürgermeisteramt in Horb kandidiert und wurde gewählt. Dazu sein Bonmot: „Jugend ist eine Krankheit, die mit jedem Tag besser wird." 

Besonders hob er hervor, dass sie als Schwangere ihre Kandidatur nicht aufgibt, sondern umso mehr mit Elan weitertreibt. Ein Kind zu haben, zumal wenn, wie in ihrem Fall, der Partner die Aufgaben der Elternzeit übernimmt, sollte und darf kein Grund sein, politische Ambition und den Dienst an der Gesellschaft aufzugeben. Theurer: „Wir fordern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, da muss es auch möglich sein, dass eine Bürgermeisterin ein Kind haben kann, ohne ihr Amt aufzugeben.“

Im Bundestag werde über Frauenquoten diskutiert, Nadja Gneupel wolle das, was die Quote leisten soll, aus eigener Kraft erringen. „Da kann man nur den Hut ziehen und sagen: Wer so viel Entschlusskraft und Power mitbringt, hat das Zeug, ein solches Amt erfolgreich auszufüllen.“

Gefragt, was sie für Eppstein tun möchte, antwortete das Mitglied der Eppsteiner Stadtverordnetenversammlung, dass die Stadt als Ganzes und ihre Stadtteile vorangebracht werden müssten. Zu wenig sei in den vergangenen Jahren geschehen. Als Aktionsfelder nannte sie zum einen die Nutzung der Digitaltechnik in der Stadtverwaltung. Beispielhaft ging sie auch auf die Lage des Einzelhandels in Alt-Eppstein ein, für den sie sich als Bürgermeisterin vorstellen könne, mit neuen Anstößen gemeinsame geschäftliche Aktivitäten ins Leben zu rufen, zum Beispiel ein Ladengeschäft, in dem Eppsteiner Hersteller ihre Produkte vermarkten. 

Desgleichen möchte sie die Kooperation in den Gewerbegebieten dort verbessern, wo neue Techniken dies sinnvoll und möglich machen. Nadja Gneupel sieht ferner den Tourismus rund um die Burg, die Einbettung der Stadt in die Taunuslandschaft und viele weitere Ansatzpunkte, Eppstein attraktiver zu machen. Schließlich fordert sie die neue Ortsmitte in Vockenhausen, die zu einem echten Zentrum auszubauen. Eppsteins Qualität als Wohnlage müsse zudem gefördert und besser herausgestellt werden.

Theurer kritisierte bei dem gut besuchten Heringsessen im Bürgersaal Eppstein den Bundesminister für Wirtschaft und Energie Altmaier und dessen „neue Industriepolitik", die er als Rückfall in altes staatsdirigistisches Denken kritisiert, statt sich marktwirtschaftlich nach vorne zu orientieren. In Altmaiers Ansatz erkennt der FDP-Mann Theurer eher staatliche Planifikation à la française. Die soziale Marktwirtschaft  habe gerade die Wirtschaft Deutschlands so erfolgreich gemacht hat. Sein Rezept lautet denn auch, lieber den Mittelstand und sein kreatives Potenzial durch entlastende Rahmenbedingungen zu stärken. Seiner Einschätzung brauche die Wirtschaft mehr Wettbewerb und keine Monopolisten, deshalb sei ein Verbot des Zusammengehens von Siemens und Alsthom richtig. Bei den derzeit vorliegenden  gewaltigen Haushaltsüberschüssen sei jetzt der Moment, Inventionen in Bildung und Infrastruktur zu tätigen und nicht einen weiteren Ausbau der sozialen Leistungen voranzutreiben. Andernfalls fiele Deutschland zurück im Wettbewerb mit China und Amerika. Eine weitere Forderung lautete, die Verteidigung in Europa zu stärken mit einer Euro Armee. Macron habe sie angeregt und Deutschland müsste den Vorschlag nun aufgreifen.