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Letzte Aktualisierung: 15.10.2018

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Ensemble Modern / Neue Vocalsolisten Stuttgart am 24. Oktober in der Alten Oper

Dieser Artikel wurde eingestellt von Ilse Romahn

(11.10.2018) Konzentriert auf gegenwärtige Klänge: In seinem kommenden Konzert in der Alten Oper Frankfurt widmet sich das Ensemble Modern konsequent der Neuen Musik im wahrsten Sinne ihres Wortes. Denn auf dem Programm am Mittwoch, 24. Oktober 2018, um 20 Uhr im Mozart Saal stehen Werke, die das Ensemble Modern unter der Leitung von Bas Wiegers nur wenige Tage nach ihrer Uraufführung bei den Donaueschinger Musiktagen 2018 nach Frankfurt bringt. Konzerteinführung ist um 19 Uhr.

Bildergalerie
Bas Wiegers
Foto: Marco Borggreve
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Garth Knox
Foto: Valentina Vapnarsky
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„d'Amore - Concerto pour Viole d’amour et Ensemble instrumental“ des gebürtigen Argentiniers Oscar Strasnoy spielt mit tradierten Geschlechterrollen, um gängige Klischees aufzubrechen: Strasnoys Violakonzert simuliert ein Duell Mann gegen Frau, Orchester gegen Soloinstrument, angelegt als ein Tennismatch inklusive der Geräusche der geschlagenen Bälle, die sowohl von einer Vinylplatte eingespielt werden als auch von den Musikern auf Schlaginstrumenten sowie ihren eigenen Instrumenten hervorgerufen werden. Den Solopart übernimmt der in Irland geborene Bratschist Garth Knox, der sich unter anderem in seiner Zeit beim Arditti Quartet einen Namen im Bereich der Neuen Musik gemacht hat.

„Hey! für Stimmen und Ensemble“ von Isabel Mundry für Stimmen und Ensemble, aufgeführt gemeinsam mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart, entzündet sich an einer reellen Ausnahmesituation: Bei dem Amoklauf in München im Juli 2016, bei dem sechs Menschen getötet wurden, kam es zu einem kurzen Dialog zwischen dem Täter und einem Anwohner, der ihn drastisch beschimpfte. Diese medial verbreitete Szene bildete für Isabel Mundry die Grundlage für eine Beschäftigung mit dem Thema Sozialisation und Dissoziation. Den Dialogausschnitt des Videos spaltet sie auf, dehnt ihn, interpretiert ihn, transformiert ihn so lange, „bis ganz andere Seiten und Aspekte aus ihm hervortreten“, so die Komponistin.

Um eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten wie auch Begrenzungen der Elektronik in der Musik geht es in Brigitta Muntendorfs „Ballett für Eleven für Ensemble, Videoprojektionen und Elektronik“. Die deutsch-österreichische Komponistin setzt dabei bewusst auf Konfrontation und begreift Elektronik als nichtintegratives Element. „Es geht hier nicht um eine Synthese, sondern darum, dass sich Dinge auch nicht vereinen lassen. Die Musiker müssen sich an der Elektronik abarbeiten“, wobei das Ensemble zugleich als „Miniaturgemeinschaft“ befragt wird.

Mit freundlicher Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung

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