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Letzte Aktualisierung: 15.10.2019

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Einheitliche Standards für den Modulbau

Baudezernent Schneider setzt sich auf Bundesebene für eine Harmonisierung der Vorschriften ein

von Ilse Romahn

(28.06.2019) Die Interessen der wachsenden Stadt Frankfurt hat Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider in der dritten Sitzung des Kommunalrats des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA) in Berlin vertreten.

In dem Gremium, in dem sich regelmäßig Vertreter von Immobilienwirtschaft und Kommunen austauschen, wurden unter anderem aktuelle Themen wie die Nutzung von Flächenpotenzialen im Umland und die schnellere Aktivierung von Bauland diskutiert.

Im Mittelpunkt stand die Arbeit an einem Positionspapier zum Thema „Quartiere der Zukunft“. Darin werden Ideen zur zeitgemäßen Stadtentwicklung sowie Forderungen an Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik formuliert. Schneider zeigte sich erfreut darüber, dass in dem Papier unter anderem das modulare Bauen thematisiert werden soll, das derzeit im Schulbau in Frankfurt eine große Rolle spielt. So entsteht derzeit im Westend das weltweit größte Schulgebäude, das in Holzmodulbauweise errichtet wird. „Es würde unsere Schulbauten günstiger machen, wenn bundesweit einheitliche Standards gelten würden“, sagte der Baudezernent. Um einen zügigeren Bauablauf zu ermöglichen, müssten die Landesbauordnungen harmonisiert werden. Ein anderer wichtiger Punkt ist nach Ansicht Schneiders die Überarbeitung der Technischen Anleitung (TA) Lärm, um die Entwicklung gemischt genutzter Stadtquartiere zu erleichtern, in denen Wohnen, Gewerbe und Bildungseinrichtungen nebeneinander bestehen.

Einige der in dem Papier diskutierten Forderungen sieht Schneider als Unterstützung für die von ihm vorangetriebene Reform der Hochbau- und Liegenschaftsverwaltung in Frankfurt. „Der Kommunalrat hält es für nötig, in den Verwaltungen qualifiziertes Personal in ausreichender Zahl vorzuhalten, um schnelles, kompetentes und integriertes Handeln sicherzustellen.“ Dieses Ziel strebe er mit dem neu gegründeten Amt für Bau und Immobilien an. Dort soll auch verstärkt strategisches Flächenmanagement betrieben werden – eine weitere Forderung aus dem Entwurf des Positionspapiers.

Der ZIA, der als Spitzenverband der Immobilienwirtschaft rund 37.000 Unternehmen der Branche vertritt, hat den Kommunalrat im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Austausch zwischen Kommunen und Immobilienwirtschaft zu stärken und gemeinsame Empfehlungen zu erarbeiten. Stadtrat Jan Schneider vertritt die Stadt Frankfurt in dem Gremium, das von der ehemaligen Städtetagspräsidentin Eva Lohse und Jürgen Bruns-Berentelg, Geschäftsführer der Hafencity Hamburg, geleitet wird. „Viele Städte und Ballungsräume stehen angesichts knappen Baulands vor ähnlichen Herausforderungen wie wir“, sagte Schneider. „Ich glaube, dass im vertrauensvollen Miteinander von Kommunen und Immobilienwirtschaft innovative Ansätze möglich sind.“