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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Dunkle Wolken beim Umsatz von Küchenmöbeln

MHK Group mit Rekordumsatz 2018

von Karl-Heinz Stier

(08.04.2019) Wenn auch in den vergangenen Jahren die geschäftliche Entwicklung der MHK Group AG („Musterhaus-Küchenfachgeschäfte“, REDDY und ihren angeschlossenen mittelständischen Küchen– und Möbelfachhändler, Sanitär-, Heizungs- und Klimafachbetriebe sowie Unternehmen der Wohnbaubranche) mit Sitz in Dreieich einen anhaltenden Wachstumskurs auswies, der sich 2018 mit einem Rekordumsatz über 6 Milliarden Euro Umsatz hervorhob, so machen sich, was die künftigen Jahren angeht, bei den Vorstandsverantwortlichen eher leichte Sorgenfalten breit.

Sie erklärten die Bilanz 2018 v.l.n.r.: Dr. Olaf Hoppelshäuser, Kirk Mangels, Hans Strothoff, Werner Heilos.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Vorstand Werner Heilos vertrat bei der Vorlage der Bilanz 2018 die Auffassung, dass sich die hervorragende Entwicklung dem Ende zuneige. „Wir erwarten in den nächsten zwei bis drei Jahren einen stagnierenden Markt. Bis 2020 – 2022 wird uns der Rückenwind fehlen“. Deshalb werde man verstärkt auf den regionalen Fachhandel und auf das Fachhandwerk setzen. Die MHK Group will sich zu einem Full-Service-Verband entwickeln. Die Kunden machten heutzutage keine fünf oder sechs Besuche beim Fachhändler, sondern maximal zwei. „Es gibt eine Vorselektion durch Online“, sagte Heilos weiter.  Die persönliche Traumküche werde online entwickelt. Wichtig sei aber Vertrauen und ein richtiger Service, die der Verkäufer dem Kunden entgegen bringen müsse. „Man will sich vom Fachmann direkt beraten lassen, die Küche anfassen, Design und Technik live erleben.“ Das könne weniger ein Filialleiter als der Inhaber selbst, wenn er dem Kunden gegenüberstehe.

Die Firma MHK bietet künftig eine App an, mit der der Kunde zuhause den Raum für eine Küche selbst vermessen und nach Belieben einrichten könne und dann der MHK-Gruppe als erste Planungsbasis übertrage. „Mit den neuen Funktionen haben unsere Partner ein rundes Paket, um online Frequenzen zu schaffen“, betonte Vorstandsvorsitzender Hans Strothoff und Vorstand Kirk Mangels ergänzte: „Fehler beim Aussuchen der Küchenmöbel können innerhalb von 60 Sekunden bemerkt und korrigiert werden“. Er kündigte an, die Garantie auf 5 Jahren zu verlängern und den Einsatz der Vertragssumme beim Finanzkauf erhöhen zu wollen. Das sei wichtig, weil der Kunde bis zum Kauf einer neuen Küche immer noch 15 Jahre in seiner alten verweile.

Wichtig sei auch vor allem der Service. Je ähnlicher die Produkte werden, „desto mehr schlägt der Service die Ware“. Vorsitzender Strothoff kündigte auch die Gründung eines Logistik-Systemverbund an, die eine Auslieferung ohne Engpässe garantiere. Ziel sei es, die Montageteams der Anschlusshäuser weiter zu entlasten und die Qualität zu erhöhen. Der Logistik Systemverbund solle einfache Vorarbeiten übernehmen, wie die Anlieferung und die Bereitstellung der Küchenmöbel am künftigen Standort ebenso umfassen wie die Entsorgung der Altküchen und der Verpackungsmaterialien. Die Handelspartner könnten sich dann auf die Endmontage konzentrieren und ihre Arbeit so effizienter einsetzen. Ein weiterer Vorteil: die einzelnen Häuser brauchen keine Lager mehr. Ziel sei es 2 000 bis 3 000 Küchen im Jahr auf diese Weise zu montieren, sagte Vorstand Dr. Olaf Hoppelshäuser.

Trotz der dunklen Wolken am Küchengeschäfts-Horizont mit den grundlegenden Veränderungen blickt Vorstandsvorsitzender Strothoff positiv in die Zukunft: „Mit dem Full-Service-Verband ist die MHK Group auch in einem schwieriger werdenden Umfeld für ein erfolgreiches Jahr 2019 aufgestellt“.

Zurück zur Bilanz 2018.  6,01 Milliarden Euro hat der Küchendienstleister für den Küchenfachhandel sowie für Sanitär-, Heizungs- und Wohnbaubetriebe erwirtschaftet. Das macht eine Umsatzsteigerung von 8,3 Prozent aus. Mit diesem Ergebnis konnte die MHK Group an die sehr guten Vorjahreszahlen anknüpfen. Das Umsatzwachstum in Deutschland lag bei 6,8 Prozent, im Ausland bei 11,5 Prozent. Wachstumstreiber waren hier die Niederlande und Spanien. Auch der Start in Großbritannien konnte sich sehen lassen. Insgesamt gibt es im Ausland 8 Tochtergesellschaften. Rund 86 Millionen schüttete die Group an die Gesellschafter aus (ein Plus von 7,3 Prozent). Der Durchschnittswert einer verkauften Küche (ohne REDDY) lag bei 13. 751 Euro (plus knapp 3 Prozent). Der Durchschnittswert einer verkauften REDDY Küche betrug 7.812 Euro (plus 4,23 Prozent). Die Preise stiegen, weil die elektrischen Geräte in der Küche teurer geworden sind. 2019 hatte die MHK Group 3.092 Handelspartner in ihren Listen (plus 326 gegenüber dem Vorjahr). Die  Bilanzmitteilung von 2018 fand zum ersten Mal im Empfangsraum der neu erbauten Zentrale in der Frankfurter Straße 155 in Dreieich statt.