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Letzte Aktualisierung: 18.12.2017

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Die Geschichte der Bergkapelle Hofheim

von: Adolf Albus

(07.12.2017) Eintauchen in die Historie: Das „Buch Versprochen ist versprochen – Die Geschichte der Hofheimer Bergkapelle“ erzählt aus der bewegenden Geschichte des Bauwerks. Geschichten vom Beginn der Reformation in Hofheim 1517 bis zu den Jubiläumsfeierlichkeiten 2016 und dem Besuch des Bischofs am Gelobten Tag am 2. Juli dieses Jahres.

Auf 326 Seiten erfährt der Leser von Wirtshauskontrollen in der protestantischen Zeit, wie die Mainzer Kurfürsten zur Gegenreformation rüsteten und wie die Münsterer Nachbarn sich ihren Prozessionsweg mit Musketen freikämpften. Das Werk ist im Stadtmuseum Hofheim für 24 Euro erhältlich. Bestellungen per Telefon oder E-Mail sind mit Portozuschlag unter (06192)900305 und an stadtmuseum@hofheim.de möglich.

Während der Ausstellung zum 350-jährigen Jubiläum der Bergkapelle im vergangenen Jahr ließen die Führungen erahnen, was es alles noch rund um die Bergkapelle, die Pest, Kirchen- und Stadtentwicklung zu berichten gibt. Dem Wunsch „Das müsst Ihr doch aufschreiben“ sind Stadtarchivarin Roswitha Schlecker und Stefan Hauck von der Kirchengemeinde gerne nachgekommen und konnten mit Matthias Thoma, Erhard Hennemann, Prof. Winfried Frey, Barbara Schmidt und Horst Sewerin weiter Autoren gewinnen. Mit diesem Buch lassen sie nun den Leser an den umfangreichen Ergebnissen der Nachforschungen zum Jubiläum teilhaben.

Bereits bei den Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2016, das im Zeichen der 350. Wiederkehr der 1666 von den Hofheimer Bürgern gelobten Wallfahrt stand, kam die Idee auf, dass ein Buch zur Geschichte der Bergkapelle viel mehr Informationen vermitteln könnte. Schon während der Recherchen zur Ausstellung im Stadtmuseum „Maria Hilf! – 350 Jahre Gelobte Wallfahrt“ zeigte sich, dass die Nachforschungen in Stadtarchiv und im Pfarrarchiv von St. Peter und Paul, im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden und im Diözesanarchiv in Limburg immer mehr bisher unbekannte Erkenntnisse und Zusammenhänge zu Tage fördert.

Das nun vorliegende Werk erläutert, wie die Menschen mit der Pest und anderen Epidemien in unserer Region umgegangen sind, welche Rolle Wallfahrten und Glaube bei Gelöbnis und Bau der ersten Fachwerkkapelle gespielt haben. Die alte Kapelle wurde übrigens in den 1770er Jahren abgebaut und in Kelkheim wieder aufgebaut, wo sie noch bis Ende des 19. Jahrhunderts stand. Durch intensive Beschäftigung mit den Skulpturen in der Bergkapelle und den sieben Fußfällen bekommen Leser einen Zugang zu den Figuren in der Bergkapelle und sind durch Zeitzeugenberichte und Briefe mittendrin, wenn Bürger und Pfarrer erbittert um eine Samstagsmesse auf der Kapelle streiten.

Die Leser erleben den Kapellenneubau 1773, sehen die Soldaten des französischen Revolutionsheers die Bergkapelle stürmen und die Beichtstühle zersägen, weil Brennholz gebraucht wird. Sie erleben, wie die Nassauische Regierung in der nachnapoleonischen Zeit die Wallfahrt verbieten will und die Katholiken Front dagegen machen und einen Hilfsverein zur Wiederherstellung des Kapelleninneren gründen und staunen, dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oft vier- bis fünftausend Gläubige bei einer einzigen Wallfahrt zur Bergkapelle gepilgert sind.

Selbstverständlich fehlt auch der Hofheim-spezifische Brauch nicht, am Josephstag auf dem Kapellenberg Ostereier zu suchen – also bereits vor Ostern. Die intensiven Recherchen führten zu teils neuen Erkenntnissen. Alle Beteiligten, die sich bei diesem Buchprojekt engagiert haben, sei deshalb gedankt. Ein Wort des Dankes auch an die Schullenberg Stiftung, die diesen Band vorfinanziert hat, der in der Schriftenreihe des Stadtmuseums Hofheim als 21. Beitrag zur Kultur – und Stadtgeschichte erscheint.