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Letzte Aktualisierung: 24.06.2017

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Die Brutstätte des Terrors

Ein Journalist undercover in Flüchtlingsheimen

von: Norbert Dörholt

(26.05.2017) Näher am Thema Flüchtlingsdrama kann man kaum sein als der in Pakistan geborene Terrorismusexperte mit deutscher Staatsbürgerschaft Shams Ul-Haq: Dank seines Aussehens und der Beherrschung der in den Krisengebieten gesprochenen Sprachen gelang es dem Journalisten, sich unter falschem Namen in Flüchtlingsheimen einzuschmuggeln. In seinem Buch „Die Brutstätte des Terrors“ berichtet er von perfiden Anwerbungstricks islamischer Fundamentalisten und schlimmen Zuständen in Heimen.

Bildergalerie
Lohnt sich zu lesen: "Die Brutstätte des Terrors" von Shams Ul-Haq.
Foto: Verlagsarchiv
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Der Autor beim Interview.
Foto: Verlagsarchiv
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"Bitte ganz genau hinschauen", scheint der Terrorismusexperte hier zu fordern.
Foto: Verlagsarchiv
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Es gelang ihm, das Vertrauen zahlreicher Terroristen, die dort als Flüchtlinge getarnt leben, zu erschleichen und so an viele brisante Informationen zu gelangen. Auch wie christliche Flüchtlinge von muslimischen Heimgenossen auf das Übelste drangsaliert werden – und wie wenig Unterstützung sie von den Heimleitungen und dem Wachpersonal, das oft selbst muslimischer Herkunft ist, bekommen, schildert Ul-Haq detailliert.

Es waren nicht nur deutsche Flüchtlingsunterkünfte, in denen der Terrorismusexperte verdeckt recherchierte. Auch in Österreich und in der Schweiz nistete er sich dort ein und konnte so grenzüberschreitend schildern, wie und warum es unter den Bewohnern zur Radikalisierung kommt. Ul-Haq warnt in seinem Buch ausdrücklich vor einer „noch nie da gewesenen Terrorwelle in Europa durch radikalisierte Flüchtlinge“ und zeigt auf, was dringend dagegen unternommen werden müsste.

Mehr als einmal befand sich der Enthüllungsjournalist in akuter Gefahr für Leib und Leben, rettete sich mit blutenden Händen über Stacheldrahtzäune, wurde von Mitgliedern des Wachpersonals gedemütigt, wie überhaupt die Zustände in vielen Heimen „grauenhaft“ seien. Sorge bereiten Passagen in seinem Buch, in denen er die Sicherheitslücken beschreibt. Hier ein Beispiel: „Wie gelangt man überhaupt in ein solches Lager? Grundsätzlich werde ich ohne Papiere und mit falschem Namen sowie gefälschtem Geburtsdatum in den Aufnahmestellen vorstellig. Obwohl diese Mitarbeiter jedes Mal meine Fingerabdrücke erfassen und im System speichern, existiert praktisch keine Vernetzung der einzelnen Erstaufnahmelager. Eine Überprüfung meiner Personalien bleibt somit unmöglich. Ich muss lediglich darauf achten, immer einen anderen Namen und Geburtsort anzugeben. So steht dann im Lager in Dresden ein Hamid Mustafa aus dem Irak und in Berlin ein Jama Ramiri aus Indien in schmutzigen Jeans vor dem Registrierungsschalter und bittet völlig verunsichert um Asyl. Letztlich bleibt es ein Kinderspiel für Flüchtlinge, unter falschen Angaben in Deutschland Unterschlupf zu finden, so lautet die traurige Wahrheit.“

Shams Ul-Haq nimmt einen an Orte mit, in die wir normalerweise keinen Einblick haben. So erzählt er von seinem Aufenthalt im Berliner Flüchtlingslager Tempelhof, wo er einen älteren Mann kennen lernte, einen Hochschullehrer aus Syrien, der bereits mehrere Monate im Lager lebte. Er fragte ihn, ob hier islamistische Gruppen aktiv seien. Der Mann erzählte ihm, Anhänger des IS und von Gruppierungen wie Dschabhat al-Nusra seien hier und auch in anderen Berliner Unterkünften präsent. Mit ihm seien damals auch IS-Kämpfer geflohen. Auch die seien in Deutschland gelandet und hätten sich den Bart abrasiert, damit sie nicht sofort als Extremisten erkennbar wären. Sicherlich habe es unter ihnen auch Schläfer gegeben, die nur auf ein Zeichen ihrer Gruppenführer warteten. Er riet Shams Ul-Haq, bestimmte Containerboxen zu besuchen.

Das tat er denn auch, gab sich ahnungslos. Und so ging´s dann weiter: „Nach ein paar Tagen begann ich in ihrer Gegenwart, über die ungläubigen Deutschen zu lamentieren, worauf sie nach und nach ansprangen. Manche zeigten mir auf ihrem Smartphone Propagandavideos, die zum Heiligen Krieg aufrufen. Irgendwann sprachen mich welche an, ohne jedoch vom IS zu reden. Als Moslem sei es doch meine Pflicht, für die kämpfenden Brüder in Syrien etwas zu tun, zumindest Geld zu spenden.“

So spannend geht es über 212 Seiten zu, für die 14,90 Euro – so viel kostet das Buch – gut angelegt wären (Verlag swb media publishing, 71332 Waiblingen, ISBN 978-3-945769-97-2). Denn was in dieser Besprechung hier erwähnt wird, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Komplex von Fragen wie „Warum so viele Flüchtlinge unbedingt nach Deutschland wollen“, „Warum Europa an den Flüchtlingen zerbrechen könnte“, „Welche Strategien verfolgen islamistische Fundamentalisten in Europa?“ und „Was muss dringend unternommen werden, um eine Flüchtlingskatastrophe in Deutschland zu verhindern?“.

Mittelfristig, so schlägt Shams Ul-Haq vor, müssten wir für eine sinnvolle Integration der Asylbewerber sorgen, besser noch: für deren Kinder. Sie bräuchten Deutschkurse, um unsere Sprache zu lernen, um unsere Schulen besuchen zu können. Auch die Eltern dieser Kinder müssten sich in unser Land integrieren. Ul-Haq: „Geschieht das nicht, erleben wir eine Subkultur in Deutschland mit allen möglichen Szenarien, die uns Hören und Sehen vergehen lassen. Gleichzeitig hege ich keinerlei Verständnis für Einwanderer, die nicht alles dafür tun, um sich in diesem Land zu integrieren. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass sich die deutsche Regierung überlegen sollte, Asylanten mit Geld zu versorgen, die nach einem bestimmten Zeitraum weder einen Job noch nachweisliche sich um Arbeit bemüht haben. Wer nach spätestens neun Monaten noch keinen Job hat, dem fehlt es schlichtweg an innerem Antrieb, sich einen zu suchen.“

Und dann setzt der Terrorismusexperte nochmal eins drauf: „Vielleicht mögen meine Forderungen zu radikal erscheinen. Ich vertrete jedoch die Ansicht, wenn ich von einem Land aufgenommen werde, dann habe ich mich an deren Rechte und Regeln zu halten. Passt es mir nicht, kann ich ja wieder gehen. Flüchtlinge, die gegen das Gesetz verstoßen, sollen ab einer bestimmten Grenze das Land verlassen müssen. Ohne Wenn und Aber. Auf diese Weise erzeugen wir nämlich ein Image, das jene Subjekte davon abhält, nach Deutschland zu kommen, um hier ihre illegalen Tätigkeiten auszuüben und dabei Staat und Bevölkerung zu schädigen.“