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Letzte Aktualisierung: 15.07.2019

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Design und Digitalität: Die Digitalisierung verändert alles – auch unsere ästhetische Praxis?

Podiumsgespräch mit Matthias Kettemann, Verena Kuni, Kay Voges und Grit Weber im Museum Angewandte Kunst

von Ilse Romahn

(07.01.2019) Technologische Neuerungen waren und sind immer Auslöser von Entwicklungsschüben und Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Die digitalen Transformationen lösen in allen Lebensbereichen Zukunftsoptimismus, aber auch Unsicherheiten aus, da sie traditionelle Arbeitsweisen, Wertschöpfungsketten und die Verfügbarkeit von Informationen verändern.

Zudem haben sie Einfluss darauf, wie eine Gesellschaft funktioniert, welche Bedeutungen Solidarität und Gerechtigkeit zugesprochen werden. Auch können digitale Transformationen den Menschen zunehmend zum Objekt der Vermessung machen, wenn beispielsweise das Smartphone als Körperteil wahrgenommen wird und Apps unser Verhalten steuern können.

Die Digitalisierung hält auch immer mehr Einzug in Institutionen wie Museen und Theater. Daher beschäftigt sich diese Ausgabe der Diskussionsreihe „Blickwechsel – Zukunft gestalten“ am Donnerstag, 10. Januar, 19 Uhr, im Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, mit folgenden Fragen: Wie wirkt sich die digitale Transformation auf die inhaltlichen Formate von Kulturinstitutionen und deren Ausstellungs- und Inszenierungspraxen aus? Wie viel Digitalisierung braucht und verträgt ein Theater oder Museum und welche Bildungs- und Vermittlungsarbeit muss mit dem Einzug der digitalen Medien einhergehen?

Das Museum Angewandte Kunst lädt zu diesem Podiumsgespräch mit anschließender Gesprächsrunde ein, bei dem der Wissenschaftler Matthias Kettemann, die Kunst- und Medienwissenschaftlerin Verena Kuni, der Schauspielintendant Kay Voges und die Kuratorin Grit Weber zu Gast sind.

Als Auftakt für das Podiumsgespräch wird Voges seine Idee von einem Theater der Zukunft vorstellen, das weitgehend von digitalen Prozessen geprägt ist. Ergänzend dazu wird Kuni aus ihrer Perspektive erläutern, welche Rolle das Digitale und das Materielle in der heutigen Medien- und Kunstwelt spielen und wird dabei auch auf den jungen, noch weitgehend unreflektierten Begriff der Postdigitalität und dessen Bedeutung eingehen. Weber referiert hingegen über die Herausforderungen, welche die Digitalisierung für den Museumsalltag mit sich bringt und legt dar, welche Voraussetzungen nötig sind, um diese Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Im Anschluss daran wird Kettemann seinen Blick auf die Digitalisierung richten, in dem er beleuchtet, wie die digitalen Dinge und das codiert Verfügbare, alles Denkbare und Machbare ihrer Userinnen beeinflusst.

Anschließend ist das Publikum dazu eingeladen, gemeinsam mit den Podiumsteilnehmern über die Ausgangsfragen und Beiträge des Abends zu diskutieren. Dabei soll auch mit folgender Fragestellung die Brücke zum Privaten geschlagen werden: Wie findet man in einer wachstumsorientierten Gesellschaft, in der das Digitale immer mehr zum Alltag gehört, zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit sich, der Umwelt, dem Digitalen und den Dingen an sich.

Diese Veranstaltung knüpft thematisch an die Blickwechsel-Diskussionen an „Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit“ (Sommer 2016) und „Smart Objects – Smart Design – Smart Everything?“ (Frühjahr 2017) und führt die Diskussion fort.

Es moderiert Nicole Hohmann. Der Eintritt zum Podiumsgespräch beträgt 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. (ffm)