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Letzte Aktualisierung: 24.05.2019

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Denkraum – Redenreihe am Schauspiel Frankfurt am 19. März

von Ilse Romahn

(12.03.2019) Gemeinwohl Was bleibt vom Allgemeinen, wenn alle das Besondere wollen? mit Andreas Reckwitz (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder) am 19. März, 20.00 Uhr, im Chagallsaal

Das Gemeinwohl ist ein hohes Gut in einer freien, demokratischen Gesellschaft. Einzelinteressen dürfen dem Wohl der Allgemeinheit nicht widersprechen – so will es unser Grundgesetz. Doch zu welcher Solidarität sind wir noch fähig, wenn die Gesellschaft uns immer mehr zu Einzelkämpfer_innen werden lässt, die sich im freien Wettbewerb durch Selbstoptimierung behaupten müssen? Und wodurch setzen wir diesen Selbstverwirklichungssubjekten der Spätmoderne noch Grenzen? Welche Werte regulieren unser Zusammenleben, die sich dem kapitalistischen Prinzip entgegenstellen und Ausgrenzungsstrategien verhindern?

Der Soziologe Andreas Reckwitz spricht in seinem mehrfach preisgekrönten Sachbuch »Die Gesellschaft der Singularitäten« sogar von einer neuen Klassengesellschaft, in der die Unterschicht ausgegrenzt und abgehängt wird. Für seine brillante Analyse erhält er die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in Deutschland: den Leibniz-Preis 2019.

Der Denkraum ist eine partizipative Redenreihe im Schauspiel Frankfurt, die sich in dieser Spielzeit anlässlich der 70 Jahre Grundgesetz der Frage »Verfassung_aber wie?« widmet. Nach jedem Impulsvortrag eines sich abwechselnden Gastes erhalten alle Zuhörer die Möglichkeit, in kleinen Tischgesprächen zu jeweils zehn Personen die dargelegten Thesen und Analysen zu diskutieren und Fragen an den Redner oder die Rednerin zu formulieren. Der jeweilige Moderator des Abends sammelt diese Eindrücke ein und konfrontiert den eingeladenen Spezialisten auf diese Weise mit den Fragen des Publikums.

Moderiert wird die Veranstaltung von Marion Tiedtke. 

www.schauspielfrankfurt.de