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Letzte Aktualisierung: 19.06.2019

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Das Neue Frankfurt als soziales Projekt

Veranstaltung mit Planungsdezernent Josef im Deutschen Architekturmuseum

von Ilse Romahn

(21.05.2019) Das diesjährige Bauhaus-Jubiläum wirft auch ein Schlaglicht auf Ernst May und das Neue Frankfurt. Das Stadtplanungsprogramm der zweiten Hälfte der Zwanzigerjahre prägt Frankfurt bis heute mindestens städtebaulich, ein Blick in die noch bestehenden Siedlungen lohnt sich.

Arbeit und Leben Main-Kinzig, ein Zusammenschluss des DGB Südosthessen und der Bildungspartner Main-Kinzig, widmete sich diesem Projekt in einer dreiteiligen Reihe, die ihren Höhepunkt in einer Veranstaltung am Montag, 27. Mai, um 18 Uhr im Deutschen Architekturmuseum am Schaumainkai findet.

Gemeinsam werfen das Planungsdezernat der Stadt Frankfurt, das Deutsche Architekturmuseum, die Ernst-May-Gesellschaft, das Forum Neues Frankfurt und Arbeit und Leben Main-Kinzig unter Beteiligung des Planungsdezernenten, Mike Josef, einen Blick auf das Soziale am „Neuen Frankfurt“. Seinerzeit waren unter anderem neue, kostengünstige Materialien und Verfahren zum Einsatz gekommen, die es künftig mehr Menschen ermöglichen sollten, adäquat und komfortabel zu wohnen. Heute ist der Markt städtischen Wohnraums umkämpft wie nie zuvor, gerade in Frankfurt dreht sich die Mietpreisspirale schier unaufhörlich nach oben. Sogar Diskussionen um Enteignungen im Immobiliensektor werden geführt, Menschen gehen dafür auf die Straße. Da lohnt es sich, nach dem „Erbe“ der Ideen Ernst Mays und seines Teams in der Stadt zu schauen, die er so maßgeblich geprägt hat.

Stadtrat Mike Josef sieht im Neuen Frankfurt auch den Aufbruch der Stadt in die Moderne: „Wir wollen die Gesamtleistung dieses Stadtentwicklungsprojekts vermitteln, vom Neuen Frankfurt lernen und damit notwendige Impulse in die heutige Debatte um Wohnungsfragen geben.“ Neben dem Planungsdezernenten werden Wolfgang Voigt und Katharina Böttger zu Wort kommen. Ersterer wird noch einmal den sozialen Aspekt des Neuen Frankfurts historisch beleuchten, zweitere die gerade frisch eröffnete Ausstellung „Wie wohnen die Leute? — Mit dem Stadtlabor durch die Ernst-May-Siedlungen“ und deren Entstehung vorstellen. Im Anschluss ist bei Führungen durch die beiden derzeitigen Ausstellungen im DAM Zeit für Diskussionen, bevor der Abend im Museumscafé ausklingt. (ffm)