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Letzte Aktualisierung: 18.06.2019

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Bundesweites Gedenken zum 90. Geburtstag Anne Franks

von Ilse Romahn

(13.06.2019) Oberbürgermeister Feldmann, Integrationsdezernentin Weber und der Anne Frank Fonds würdigen Leben und Werk Anne Franks.

OB Peter Feldmann mit Zeitzeugin und Philosophin Agnes Heller
Foto: Stadt Frankfurt / Holger Menzel
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Anne Frank ist 1929 in Frankfurt geboren. Am Mittwoch, 12. Juni, würdigten bei der bundesweiten zentralen Gedenkfeier rund 700 Gäste ihren 90. Geburtstag in der Paulskirche. Veranstaltet wurde die Gedenkfeier von der Stadt Frankfurt gemeinsam mit dem Anne Frank Fonds Basel.

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte: „Anne Frank war Frankfurter Bürgerin, ein junges Mädchen, das die gleichen Träume und Wünsche hatte wie andere Teenager damals und heute auch. Das Motto des diesjährigen Anne Frank-Tags ‚Lasst mich ich selbst sein‘ rückt den Menschen Anne Frank ins Zentrum des Gedenkens. Als Frankfurter bekennen wir uns zu Anne Frank, zu ihrem Wirken, zu den Lehren und zu der Verantwortung, die wir aus ihrem Schicksal ableiten. Nie wieder dürfen wir wegsehen, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihrer Religion oder eines anderen Merkmals Hass und Gewalt ausgesetzt sind.“

Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik, vertrat die Bundesregierung. Darüber hinaus sprach UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay in der Paulskirche.

Die Zeitzeugin und Philosophin Agnes Heller, die am 12. Mai ihren 90. Geburtstag gefeiert hat, sagte bei der Gedenkfeier: „Anne Frank ist 15 Jahre alt geblieben. Ein Mädchen mit einer geraubten Zukunft.“ Ausgehend von ihrer beiden Biographien ordnete die ungarische Philosophin in der Paulskirche die aktuelle Situation im Post-Shoah Europa ein und appellierte an die liberale Gesellschaft.

Mitveranstalter John Goldsmith, Präsident des Anne Frank Fonds Basel, stellt den Tag in einen breiteren Kontext: „Mit Anne Frank erinnern wir an einem Geburts- und Erinnerungstage 1,5 Millionen ermordeter jüdischer Kinder in der Schoah“. Er erinnerte mit den Worten von Annes Vater, Otto Frank: „Jeder hat die Pflicht Vorurteile zu bekämpfen“ und präsentierte die Sonderausgabe der Tagebücher von Anne Frank zum 90. Geburtstag der Autorin. Der international bekannte Cellist Raphael Wallfisch spielte die Musik.

Oberbürgermeister Feldmann dankte insbesondere der Dezernentin für Integration und Bildung, Stadträtin Sylvia Weber, für die Vorbereitung und die Durchführung des Anne Frank Tags 2019: „Der Anne Frank-Tag hat sich nicht nur fest im städtischen Kalender etabliert, die inhaltlich starke und zugleich empathische Umsetzung ist eine kulturelle Bereicherung für unsere Stadt und Teil der historischen Verantwortung, die wir alle als Frankfurterinnen und Frankfurter tragen. Dafür danke ich Stadträtin Sylvia Weber und allen Partnern des Anne Frank-Tags. Auch dem Anne Frank-Fonds Basel danke ich für die hervorragende Zusammenarbeit.“ (ffm)