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Letzte Aktualisierung: 18.07.2019

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Bundespolizei macht Schleuser dingfest - Verhaftungen in Österreich

von Helmut Poppe

(27.06.2019) Mehr als 100 Ermittler der Bundespolizei durchsuchten in den frühen Morgenstunden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt insgesamt neun Wohnungen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Niedersachsen und dem Saarland.

Foto: Bundespolizei
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Hierbei wurden sechs ausländische Staatsangehörige vorläufig festgenommen und aufenthaltsrechtlich überprüft sowie gefälschte Ausweisdokumente, Mobiltelefone und Speichermedien als Beweismittel sichergestellt. In einer gemeinsamen Aktion mit österreichischen Ermittlungsbehörden wurden parallel in Graz Haftbefehle gegen die zwei Hauptbeschuldigten, eine 46-jährige Moldauerin und ein 36-jähriger Ukrainer, vollstreckt. Weitere 14 Personen wurden dort vorläufig festgenommen und einer eingehenden Überprüfung unterzogen.

Die Ermittlungen richten sich gegen eine insgesamt vierköpfige Tätergruppe ukrainischer, moldauischer und rumänischer Herkunft. Dieser wird die Einschleusung von Ausländern sowie das Verschaffen gefälschter europäischer Identitätskarten vorgeworfen. Die Beschuldigten im Alter von 28 bis 46 Jahren sollen osteuropäische Arbeitnehmer ins Bundesgebiet gelockt und an Bauunternehmen vermittelt haben. Um den deutschen Behörden deren Freizügigkeit vorzutäuschen, statteten die Täter die Arbeitnehmer mit gefälschten Identitätspapieren aus. Der Tätergruppe werden zusätzlich diverse Betrugs- und Eigentumsdelikte vorgeworfen.

Osteuropäische Arbeitnehmer ohne hinreichende Perspektive in ihren Heimatländern lassen sich immer wieder auf Schleuserbanden ein, um in Deutschland als billige Arbeitskräfte unter teilweise extrem schlechten Bedingungen Geld verdienen zu können. Hierbei nehmen sie in Kauf, ihre Arbeitskraft weit unter Mindestlohn und ohne soziale Absicherung einzusetzen. (ots)