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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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Brüder-Grimm-Festspiele Hanau: „Das muss man erlebt haben“

Hanaus Märchenbotschafterin Marie Luise Marjan begeistert von den aktuellen Stücken

von Metrrpress

(01.07.2019) „Jetzt weiß ich wieder einmal, warum ich mich mit Herzblut für die Brüder Grimm Festspiele einsetze“ fasst Hanaus Märchenbotschafterin Marie-Luise Marjan, ihre Eindrücke zusammen, nachdem sie nunmehr alle Stücke dieser Festspielsaison gesehen hat.

Ein Stück, das Groß und Klein begeistert: Das Ensemble der „Bremer Stadtmusikanten“ mit Fans und Märchenbotschafterin Marie Luise Marjan.
Foto: metropress
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„Textvorlagen, Inszenierungen, Musik, Choreogeaphie, Schauspieler, Bühnenbild, Kostüme und Maske – da passt alles zusammen auf höchstem Niveau“, so das Resümee von Deutschlands wohl bekanntester Schauspielerin („Mutter Beimer“).

Im zweiten Jahr rührt Marie-Luise Marjan nunmehr schon erfolgreich die Werbetrommel für die Festspiele und die Brüder-Grimm-Stadt Hanau. Nachdem sie heuer zusätzlich auch im Einsatz für das neue „GrimmsMärchenReich“ war, das erste Märchen-Mitmach-Museum von Kindern für Kinder, hat sie es sich nicht nehmen lassen, bei der Eröffnung der Festspiele und der Premiere des Musicals „Jacob und Wilhelm - Weltenwandler“ persönlich dabei zu sein. „Das war schon ein riesiger Auftakt“, so Marjan. Die Idee, Jacob und Wilhelm zwischen der realen und der Märchenwelt wandeln zu lassen, sei grandios. „Schauspieler, Musik und Choreographie lassen das Musical zu einem echten Hochgenuss werden,“ so Marjan. Immer wieder angetan ist sie auch vom Bühnenbild und vor allem von den Kostümen, für die seit Jahren Ulla Röhrs verantwortlich zeichnet und den Masken von Wiebke Quenzel, beide mehrfach für ihre Leistungen ausgezeichnet. „Da wird unglaublich viel Kreativität sichtbar und viel Liebe zu oftmals witzigen Details“ sagt die Märchenbotschafterin.

In der Folge hat sich Marjan dann auch die anderen Stücke angesehen. Riesigen Spaß haben ihr die „Bremer Stadtmusikanten“ gemacht, hier hatte sie eigens eine Nachmittagsvorstellung besucht, bei der viele Kinder unter den Besuchern waren. „Das macht immer wieder Freude, wenn man sieht, wie Kinder mitgehen und sich vom Geschehen auf der Bühne fesseln lassen“, so die bekannte Schauspielerin, die vor allem in ihrer Theaterzeit immer wieder auch Kinderstücke gespielt und viele Hörbücher mit Grimm’schen Märchen eingesprochen hat. Den vier Tieren auf der Bühne unterschiedliche musikalische Genres zuzuordnen, sei ein gelungener Streich von Intendant Frank-Lorenz Engel, der für Buch und Liedtexte verantwortlich zeichnete, sowie Regisseur Marco Krämer-Eis, meinte Marjan.

Köstlich amüsiert habe sie sich auch bei der Premiere von Schneewittchen. Die Zwerge, die eigentlich echte Bergmänner sein wollen, mit völlig verschiedenen Charakteren auszustatten und zugleich andere Rollen spielen zu lassen, sei eine überraschende und gelungene Interpretation des Stoffes. Die grandios böse gespielte Königin und das lebhaft gezeichnete Schneewittchen seien beeindruckend. Köstlich amüsiert habe sie sich auch über die vielen witzigen Einfälle. Etwa der unerwartete Auftritt des Rotkäppchens, welches sich über das „Eindringen in ihr Märchen“ so aufregt, dass es anfängt, urhesssisch zu schimpfen. Oder Schneewittchen, das die „Männerkommune“ aufmischt und – versehentlich oder gewollt – beim Waschen eine rote Socke mitkocht, so dass bald rosa Unterhosen in allen Größen auf der Leine flattern. „Das muss man einfach erlebt haben“, so die Märchenbotschafterin begeistert.

Beeindruckt zeigte sich Marie-Luise Marjan auch von der Inszenierung des Klassikers „Maria Stuart“ in der Reihe „Grimm Zeitgenossen“. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Lindenstraßen-Kollegen Jo Bolling („Taxifahrer Andy Zenker“) das Stück gesehen. „Großartige Inszenierung, hervorragende Schauspieler“ so ihr einhelliges Urteil. „Das Stück könnte man, genauso wie es hier gespielt wird, auch auf allen anderen großen Bühnen Deutschlands präsentieren,“ lobt Marjan die Leistung des Ensembles.

Marjan, die in ihrer Theaterzeit selbst in zahlreichen Klassikern gespielt hatte, traf dabei auch auf eine „alte Bekannte“: Mit Madeleine Niesche, die vielumjubelt die Rolle der Königin Elisabeth spielt, hatte sie schon bei einem Gastauftritt in der TV-Serie „Rote Rosen“ vor der Kamera gestanden. Engagiert nutzte sie ihre Besuche in Hanau auch für fachliche Gespräche mit Intendant Frank-Lorenz Engel, sowie mit Schauspielern, Regisseuren und anderen Kreativen der Festspiele. Dabei konnte sie auch aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz berichten. Immerhin begeistert sie seit nunmehr fast sechs Jahrzehnten ihr Publikum, hat auf vielen deutschsprachigen Bühnen gespielt, Kino- und Fernsehfilme gedreht und dabei unter so berühmten Regisseuren wie Peter Zadek, Alfred Vohrer, Werner Schroeter und dem heutigen Hollywood-Star-Regisseur Wolfgang Petersen mit großem Engagement und Erfolg agiert.

Neben den Kollegengesprächen hat Marie-Luise Marjan aber auch mit vielen Besuchern gesprochen, Hände geschüttelt, Autogramme gegeben und Selfies mit den begeisterten Fans gemacht. „Das ist beeindruckend, mit welcher Geduld und Freundlichkeit sie für uns da ist“, so eine Besucherin. Und es gab immer wieder viel Lob für den Einsatz der Schauspielerin als Märchenbotschafterin der Brüder-Grimm-Stadt Hanau sowie ihr langjähriges soziales Engagement bei Kinderhilfsorganisationen wie Unicef oder Plan International, auf das sie ebenfalls immer wieder angesprochen wurde.