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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Brücken bauen: Joseph von Hammer-Purgstall zwischen Hafis und Goethe

Ausstellung im Goethe-Haus vom 27. März bis 11. Juni 2019

von Ilse Romahn

(26.03.2019) Goethe verdankt ihm die poetische Begegnung mit dem persischen Dichter Hafis (um 1315, Schiras – um 1390, Schiras): Joseph von Hammer-Purgstall (1774, Graz – 1856, Wien) – Diplomat, Forscher, Übersetzer und erster Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Er war ein Brückenbauer zu den kulturellen Ufern des Orients. Äußerst sprachbegabt und wissbegierig brachte es Hammer auf rund 800 Veröffentlichungen, darunter Werke wie die ‚Fundgruben des Orients‘ (1809 – 1818) und die ‚Geschichte der schönen Redekünste Persiens‘ (1818, erste Geschichte der persischen Literatur) mit zahlreichen Textbeispielen. Die ‚Fundgruben des Orients‘ war die erste europäische Fachzeitschrift, die sich den drei bedeutendsten orientalischen Sprachen und ihrem kulturellen Umfeld widmete. Sie steht am Anfang der modernen Orientalistik. Viele seiner wissenschaftlichen Werke und Übersetzungen las Goethe, und einige der typographisch anspruchsvoll gestalteten Bücher sind in der Ausstellung zu sehen, die sich in Frankfurt besonders der Beziehung zwischen Goethe und Hammer-Purgstall widmet.

Den nachhaltigsten Einfluss bei Goethe hinterließ Hammers erste deutschsprachige Übersetzung des ‚Diwan‘ des persischen Dichters Mohammed Schemsed-din Hafis. Die Lektüre der beiden Bände ließ Goethe im Jahr 1814 dichterisch produktiv werden und führte schließlich zu seinem schönsten und außergewöhnlichsten Gedichtbuch, dem ‚West-östlichen Divan‘. Der Band erschien im Jahr 1819, also vor 200 Jahren. Über Hammer heißt es darin in den ‚Noten und Abhandlungen‘: „Wie viel ich diesem würdigen Mann schuldig geworden, beweist mein Büchlein in allen seinen Theilen."

Als zeitgenössischen Akzent ergänzt der steirische Künstler Fritz Ganser die Ausstellung mit einer Rauminstallation aus dem Geiste des Hafis‘schen-Werkes.

Die Ausstellung ist kuratiert von Gerhard M. Dienes und Joachim Seng, Design Gerhard Kuebel.

In Zusammenarbeit mit: Steirische Kulturinitiative, Österreichische Urania für Steiermark, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Kulturforum Berlin. Ermöglicht durch: Aventis Foundation, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Marschner Stiftung, Friede Springer Stiftung und Österreichisches Kulturforum.

Ausstellungeröffnung ist am 26. März um 19.00 Uhr

Eine Ausstellung des Universalmuseums Joanneum, Graz und des Freien Deutschen Hochstifts – Frankfurter Goethe- Museum

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10.00-18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage, 10.00-17.30 Uhr

Geänderte Öffnungszeiten der Ausstellung: 27. März, 10.00 bis 15.00 Uhr, 15. Mai, 10.00 bis 14.00 Uhr, 18. Mai, 10.00 bis 16.30 Uhr, 26. Mai, 14.00 bis 17.30 Uhr, 2. Juni, 14.00 bis 17.30 Uhr, 11. Juni (Wäldchestag) 10.00 bis 13.00 Uhr

Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis ins Goethe-Haus enthalten.

Öffentliche Führungen
Theater-Führungen mit Katharina Schaaf als Suleika Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. 30. März, 7., 13., 27. April, 4., 18., 25. Mai, 1., 2., 8. und 9. Juni 2019, jeweils 15.00 Uhr

Begleitveranstaltungen
Kreativ-Werkstatt: Nachtigall, Ginkgo, Rose ab 12 Jahren und Erwachsene Eintritt: 15,00 Euro, Anmeldung erforderlich 31. März 2019, 14.30 bis 17.00 Uhr

Nacht der Museen: Brücken bauen Vertonungen der Gedichte des persischen Dichters Hafis mit der Musikinitiative „Bridges – Musik verbindet", Lesungen und Führungen Ticket zur Nacht der Museen 14,00 Euro / 9,00 Euro 11. Mai 2019, 19.00 bis 2.00 Uhr

Orientalistik zwischen Enthusiasmus und Erkenntnis Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Tilman Nagel und Prof. Dr. Wolfgang Bock Eintritt: 8,00 Euro / 4,00 Euro für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts 28. Mai 2019, 19.00 Uhr

Führungen für Gruppen und Schulklassenrichten auf Anfrage. 

Informationen: Tel. (069)138800 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de