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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Beet am Bahnhof Kriftel

Grüne Revolution in Kriftel: Hier fühlen sich Insekten wohl!

von Adolf Albus

(06.06.2019) „Die Gemeinde Kriftel hat sich – insbesondere durch den Rückgang der Artenvielfalt und das massive Insektensterben der letzten Jahre - das Ziel gesetzt, verschiedene Flächen der Gemeinde ökologisch aufzuwerten und dadurch Nahrung und Lebensraum für viele Arten zu schaffen“, betonte Franz Jirasek jetzt in den Ausschusssitzungen.

Der Este Beigeordnete Franz Jirasek betrachtet gemeinsam mit Katharina Keib (re.) vom Amt für Grünes und Iris Sparwasser (li.) das neue Beet am Bahnhof. Insekten haben sie auch entdeckt.
Foto: Gemeinde Kriftel
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Er berichtete, dass Flächen im gesamten Ortsgebiet ausgewählt wurden, auf denen neue Konzepte umgesetzt werden: zum Beispiel eine veränderte Ansaat, eine Bepflanzung mit Wildstauden oder einfach nur das Reduzieren der (extensiven) Pflege. So wird im Ziegeleipark beispielsweise der Rasen nur noch zwei Mal im Jahr gemäht. Im Zuge der „grünen Revolution“ in Kriftel wurden unter anderem drei Beete (80 Quadratmeter) rund um den Brunnen „Lebensspender“ am Bahnhof mit 250 heimischen und insektenfreundlichen Stauden bepflanzt.

Wo vorher gefüllte Strauchrosen wuchsen, die den Insekten keine Nahrung boten und die sehr pflegeintensiv waren, wurden bereits vor zwei Monaten die unterschiedlichsten, überwiegend heimischen Wildstauden gesetzt. Das Bepflanzungskonzept hat die Landschaftsarchitektin Iris Sparwasser aus Langenhain erarbeitet. Auch die Pflanzung hat sie umgesetzt. Insgesamt fast 6.000 Euro hat das (inklusive Planung) die Gemeinde gekostet.

„Ich habe mich hier für die Glockenblume, Sonnenröschen, Ginster, Karthäusernelken, Salbei, Samtthymian, Mannstreu, Zwergmandel, Gräser und Gehölze entschieden, die den Insekten Nahrung und Lebensraum und den Betrachtern vom Frühjahr bis in den Herbst wechselweise bunte Blüten in allen Farben bieten“, so Iris Sparwasser, die fast alle Stauden vom Schlocker Hof in Hattersheim bezogen hat. Der rundherum ausgebrachte Kies soll die Feuchtigkeit halten und das Wachstum unterstützen.

Die Architektin ist bei verschiedenen Gemeinden tätig und spürt ein Umdenken, was die Bepflanzung von öffentlichen Flächen betrifft: „So wird nicht nur etwas für die Insekten getan, sondern auch Geld gespart“, weiß sie. Da die Akzeptanz bei den Bürgern nicht immer da ist, müsse vermehrt Aufklärungsarbeit geleistet werden“, so Franz Jirasek. „Wer weiß heute noch, wie eine Blumenwiese wirklich aussieht?“