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Letzte Aktualisierung: 20.01.2022

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Ausstellung von drei jüdischen Künstlerinnen in der Halle Schulstraße 1A

von Ilse Romahn

(03.12.2021) In der Ausstellungshalle in der Schulstraße 1A, Frankfurt- Sachsenhausen, werden Werke von drei jüdischen Künstlerinnen aus Frankfurt präsentiert. Die Ausstellung wird bis zum19. Dezember 2021 gezeigt.

Drei jüdische Künstlerinnen
Foto: Alexander Neroslavsky
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Die Ausstellung findet im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ statt und wird unterstützt vom Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V., vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und vom Kulturamt der Stadt Frankfurt.

Der ZONTA Club Frankfurt II Rhein-Main hat die Trägerschaft für die Realisierung des Projektes übernommen.

Das Konzept
Großmutter, Mutter und (Enkel)Tochter: Drei Generationen jüdischer Frauen, die ihr Leben der Kunst gewidmet haben. Drei künstlerische Positionen, die sehr unterschiedlich sind und doch Gemeinsamkeiten aufweisen. Drei Generationen geprägt von Migration, Antisemitismus, Erfolgen und Rückschlägen, Anpassung, Veränderung, Assimilation und Ausgrenzung, Sexismus und Resilienz.

Tatiana Ovrutschski wurde 1935 in St. Petersburg geboren und studierte klassische Malerei am renommierten Surikov-Institut in Moskau. Frauen waren in der Fakultät selten, Juden schlichtweg nicht gerne gesehen. Trotzdem absolvierte Tatiana die Kunsthochschule mit Bravour. 1961, im fünften Semester, bekam Tatiana ihr einziges Kind Julia.

Julia Ovrutschski machte eine Ausbildung zur Theatermalerin und studierte später ebenfalls in Moskau. Ihre Tochter Anna kam 1988 in Moskau zur Welt. Mitte der neunziger Jahre wanderte die Familie aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland aus und zog nach Frankfurt am Main, wo sie bis heute lebt.  Julia Ovrutschski ist heute als selbständige Künstlerin und Kunstlehrerin tätig.

Anna Nero studierte Malerei an der Kunsthochschule Mainz und der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo sie 2015 ihr Diplom mit Auszeichnung machte. Neros Arbeiten wurden bereits im In- und Ausland gezeigt. Sie wird von mehreren Galerien in Deutschland vertreten und war Teil der Ausstellungsreihe „JETZT! - Junge Malerei in Deutschland“ im Kunstmuseum Bonn, Museum Wiesbaden, Kunstsammlungen Chemnitz und Deichtorhallen Hamburg.

Zusätzlich wird die Ausstellung begleitet von einem musikalischen Abend mit Roman Kuperschmidt und der jüdischen Autorin Mirna Funk, die aus ihrem Roman „Zwischen Du und Ich“ (dtv) liest. Die Lesung findet am 4. Dezember um 18:30 statt und kostet 6 Euro Eintritt. Um Voranmeldung wird gebeten: annanero@gmx.de