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Letzte Aktualisierung: 18.12.2018

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Ausstellung `Mon Oncle. Klaus und Heinrich Mann` in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt/M.

von Ilse Romahn

(10.08.2018) Mit „Mon Oncle. Klaus und Heinrich Mann“ beginnt das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 in seinen neu gestalteten Räumen ergänzend zur Dauerausstellung „Exil. Erfahrung und Zeugnis“ wieder mit der Präsentation von Wechselausstellungen. Zur Eröffnung am 16. August um 19 Uhr wird der Kurator Dr. Uwe Naumann eine Einführung in die Schau geben. Die Ausstellung der Monacensia im Hildebrandhaus ist vom 17. August bis 15. Dezember 2018 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zu sehen.

„Mon Oncle. Klaus und Heinrich Mann“ präsentiert ein besonderes Kapitel aus der Geschichte einer ganz besonderen deutschen Familie: die Beziehung nämlich zwischen Heinrich Mann und seinem ältesten Neffen Klaus. Gezeigt werden die Lebensgeschichten zweier Schriftsteller: Heinrich Mann (1871–1950), Autor der Romane „Professor Unrat“ und „Der Untertan“, der in den Jahren der Weimarer Republik zu einem der angesehensten Künstler in Deutschland wurde; und Klaus Mann (1906–1949), der seinen Weg als literarisches Enfant terrible in den Zwanzigerjahren begann. Im Frühjahr 1933, nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, mussten beide ins Exil gehen. In den folgenden Jahren wurde die geistige Verbindung zwischen beiden immer enger, der Onkel wurde für den Neffen zunehmend zur Vaterfigur. Klaus Manns Roman „Mephisto“ ist ohne Heinrich Manns „Der Untertan“ gar nicht zu denken.

Beide gehörten zu den wichtigsten Repräsentanten der Hitler-Gegner, zunächst im europäischen Exil, später in den USA. Eine dauerhafte Rückkehr nach Europa in den Jahren nach 1945 gelang aber weder Klaus noch Heinrich Mann. Das Exil war lebenslänglich. „You can't go home again“ lautete Klaus Manns bitteres Resümee nach einer Reise durch Deutschland. 1949 nahm er sich in Cannes das Leben. Sein Onkel starb 1950 vereinsamt in Los Angeles.

Dokumentiert werden die Lebenswege von Klaus und Heinrich Mann, die innerhalb der Familie stets für das Unbürgerliche, das Bohèmeleben standen. Die Ausstellung thematisiert auch die spannungsreiche, komplizierte Beziehung beider zu Thomas Mann, dem Bruder beziehungsweise dem Vater. Und sie spiegelt mit der Familiengeschichte der Manns zugleich ein zentrales Kapitel deutscher Kultur- und Zeitgeschichte.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9-21:30 Uhr, Samstag 10-17:30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen und vom 3. bis 8. September 2018 geschlossen.

Der Eintritt ist frei.

Hintergrund

Das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek hat die Aufgabe, sowohl die Veröffentlichungen als auch die Unterlagen des deutschsprachigen Exils während der Zeit der NS-Diktatur zu sammeln. Zu den Veröffentlichungen gehören alle zwischen 1933 und 1950 von deutschsprachigen Emigrantinnen und Emigranten im Ausland veröffentlichten Bücher und Broschüren aus den Bereichen Literatur, Politik, Wissenschaft und jüdische Emigration, außerdem die von ihnen herausgegebenen Zeitschriften. Zu den Unterlagen gehören persönliche Nachlässe deutschsprachiger Emigrantinnen und Emigranten aller Fachgebiete und Berufsgruppen, Archive von Exilorganisationen und Einzelautografen. Seit März 2018 präsentiert das Deutsche Exilarchiv ausgewählte Exponate der eigenen Sammlung in der Dauerausstellung „Exil. Erfahrung und Zeugnis“.

Verantwortlich für die Ausstellung und Projektleitung in der Monacensia: Dr. Elisabeth Tworek

Verantwortlich für die Ausstellung und Projektleitung im Deutschen Exilarchiv 1933–1945: Dr. Sylvia Asmus

Kurator: Dr. Uwe Naumann

Ausstellungsgestaltung und Realisation: Katharina Kuhlmann, Durchschrift

 www.dnb.de