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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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Asphaltarbeiter und Instrumentenbauer

190 Programmpunkte bei den Tagen der Industriekultur 2019

von Karl-Heinz Stier

(27.06.2019) „Baukultur heißt das Motto, das die Industriekultur Rhein-Main für das Jahr 2019 auslobte und den ständigen Wandel der von Menschen gebauten und genutzten Umwelt beleuchten soll.

Bildergalerie
Die 120seitige Broschüre mit allen Programmen für 2019
Foto: Karl-Heinz Stier
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Das Programm erläuterten Geschäftsführerin Sabine von Bebenburg und Salvatore Granatella, Projektleiter der Industriekultur-Route
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der ehemalige Basaltabbau in den Steinbruchgruben im Mühlheimer Stadtteil Dietesheim
Foto: KulturRegion FrankfurtRheinMain
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Die Adlerwerke in Frankfurt, die auch mal als KZ fungierte
Foto: KulturRegion FrankfurtRheinMain
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Die ehemalige Druckfarbenfabrik Dr. Carl Milchsack in der Frankfurter Gutleutstrasse, die 1999 ihren Betrieb einstellte und nun als Kulturfabrik dient
Foto: KulturRegion FrankfurtRheinMain
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Das Veranstaltungsprogramm der KulturRegion Frankfurt RheinMain bezieht sich dabei auf das Bauhaus-Jubiläumsjahr und thematisiert vorwiegend die architektonische Gestaltung von Gebäuden und Industrieensembles, den Städtebau ebenso wie die Kunst am Bau und im öffentlichen Raum. An neun Tagen – vom 3. bis 11. August – laden über 190 Programmpunkte zu gemeinsamen Touren durch die Metropolregion FrankfurtRheinMain ein: Zu Besichtigungen sonst verschlossener Produktionanlagen von Technologieparks, Unternehmen oder Depots, Führungen durch Verkehrsbauten, Hafenanlagen, zu Touren mit Schiff, Zug, Bus und Rad oder Open-Air-Filmvorführungen.

Mit auf dem Programm steht zum Beispiel in Mühlheim am Main der Abbau von Basalt der bis 1982 in den Steinbrüchen von Dietesheim abgebaut wurde. Ein Rundgang zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten - wie die Werks-Arbeitsutensilien an verschiedenen Stellen im Ort, das Wohnhaus Krebs und die alten Basaltbauten im Unterort oder die in Basalt errichtete Ortsmauer sind einige der Anlaufstellen(Samstag 3. August von 14 bis 16 Uhr).

Oder in Nauheim im Kreis Groß-Gerau die Instrumentenmacher. Ob Saxophon, Klarinette oder Tuba – Kurt Zährer und Willi Engel sorgen dafür, dass Blasinstrumenten aus Holz oder Metall nicht die Luft ausgeht. (Freitag, 9. August, 11 Uhr).

Oder welche Rolle die Adlerwerke in Frankfurt im Nationalsozialismus spielten, als auf dem Adlergelände ein KZ im August mit dem Decknamen „Katzbach“ in Betrieb genommen wurde. 1600 Zwangsarbeiter – vor allem aus Polen – erlitten hier unbeschreibliche Qualen. Dieser Teil Frankfurter Geschichte wurde in der Nachkriegszeit schnell verdrängt und die Spuren beseitigt (Samstag 3. August 16 Uhr).

Oder in Hanau wird das älteste Karussell der Welt und seine einzigartige Bauweise vorgeführt. !779 ließ Erbprinz Wilhelm 1. von Hessen-Kassel im Kurpark Hanau-Wilhelmsbad ein Pferde- und Kutschenkarussell errichten. Vor einigen Jahren wurde es restauriert und dreht seit 2016 wieder seine Runden (Samstag 3. August und Dienstag 6. August von 19  bis 20 Uhr).

Daneben sind aktuelle Produktionsstätten wie die Manufaktur G.F. Heim Söhne in Ober-Ramstadt und Fabrikensembles aus verschiedenen Epochen der Industrialisierung inklusive Verwaltungsgebäude wie der repräsentative Behrensbau in Frankfurt und Arbeitersiedlungen, Anlagen der Ver- und Entsorgung wie das Wasserwerk in Hattersheim, das Heizkraftwerk West in Frankfurt und der Deponiepark in Flörsheim-Wicker zu erkunden.

Die Milchsack-Kulturfabrik in Frankfurt feiert in diesem Jahr ihr 20jähriges Jubiläum. Seit 1999 ist auf dem Gelände der Druckfarbenfabrik  Dr. Milchsack in der Gutleutstrasse 294 in deren früheren Hallen, Büros und Labors eine Kulturfabrik entstanden. Eigentümer Peter Peters führt über das Gelände und erklärt dessen Geschichte(Samstag 10. August 17 bis 18.30 Uhr Führung und 15 bis 22 Uhr Fest).

53 Städte der Rhein-Main-Region, von Bingen am Rhein bis Miltenberg am Main, von Hirzenhain im Vogelsberg bis nach Gernsheim am Rhein, über 150 Veranstalter sind dieses Jahr am Programm beteiligt. „Baukultur ist wesentlich, um eine Umwelt zu schaffen, die als Lebenswert empfunden wird. Wir freuen uns, dass neue Mitgliedskreise und Kommunen im Rheingau, der Wetterau und in Darmstadt-Dieburg gewonnen werden konnten. Einige öffnen zu den Tagen der Industriekultur erstmals ihre Tore“, erläuterte Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion.

Das 120seitige Programmheft liegt kostenfrei in Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Infos der Region aus. Es ist auch in der Geschäftsstelle der KulturRegion am Frankfurter Hauptbahnhof (Poststrasse 16) erhältlich oder zum Herunterladen online unter www.krfrm.de bereit.

Es wird in diesem Jahr mit 25 000 Besuchern gerechnet.