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Letzte Aktualisierung: 19.04.2024

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Ariane Mnouchkine erhält Goethepreis 2017

von Ilse Romahn

(28.04.2017) Das Kuratorium zur Vergabe des Goethepreises der Stadt Frankfurt 2017 hat sich für die französische Theaterintendantin und Regisseurin Ariane Mnouchkine als diesjährige Preisträgerin entschieden. Mit der Auszeichnung wird das Lebenswerk einer Künstlerin geehrt, die mit der Gründung des „Théatre du Soleil“ eine Institution der Theaterwelt von internationaler Bedeutung geschaffen hat.

Oberbürgermeister Peter Feldmann begründet als Vorsitzender des Kuratoriums die Entscheidung: „Mit Ariane Mnouchkine wird eine wirklich große europäische Regisseurin ausgezeichnet. Ihr Lebenswerk ist untrennbar mit dem weltberühmten 'Théatre du Soleil' verbunden, das als freies Kollektiv gezeigt hat, wie produktiv ein dezidiert politisches Selbstverständnis in der Theaterkunst sein kann.“

Kulturdezernentin Ina Hartwig ergänzt: „Als Regisseurin ist sie eine Zauberin, deren Stücke Menschen aller Schichten und Generationen fasziniert. Ihre künstlerische Arbeit ist einmalig, weil sie unterschiedlichste Einflüsse produktiv integriert und daraus etwas unverkennbar Neues geschaffen hat. Dass das Theater die Welt verändern kann, hat sie mit ihrem Lebenswerk unter Beweis gestellt.“

Der Goethepreis wird alle drei Jahre am 28. August, dem Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, in der Paulskirche an eine Persönlichkeit verliehen, „die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist“. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.

Das Kuratorium setzt sich in diesem Jahr neben den ständigen Mitgliedern (dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, dem Stadtverordnetenvorsteher, der Kulturdezernentin, dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, der Präsidentin der Goethe-Universität und der Direktorin des Freien Deutschen Hochstiftes) aus der Dichterin Monika Rinck, dem Schriftsteller Marcel Beyer und dem Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Jürgen Kaube zusammen.

Die Preisträger der vergangenen Jahre waren 2002 Marcel Reich-Ranicki, 2005 Amos Oz, 2008 Pina Bausch, 2011 Adonis und 2014 Peter von Matt. Frühere Preisträger waren unter anderem Sigmund Freud (1930), Hermann Hesse (1946) und Thomas Mann (1949). Erster Goethepreisträger war im Jahr 1927 Stefan George.