Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 24.05.2019

Werbung

Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt weiterhin rückläufig

von Ilse Romahn

(02.05.2019) Über 25 Prozent weniger Langzeitarbeitslose bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Frankfurt gegenüber dem Vorjahr gemeldet.

Die Arbeitslosigkeit verringert sich erneut zum Vormonat (minus 1,6 Prozent) und zum Vorjahr ist sogar ein Rückgang von fast zehn Prozent zu verzeichnen. Insgesamt waren im April 20.267 Erwerbslose gemeldet. Damit waren 330 Menschen weniger ohne Arbeit als im Vormonat und gegenüber dem Vorjahr waren 2.231 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Erfreulicherweise profitieren davon alle betrachteten Personengruppen, wie zum Beispiel Jüngere unter 25 Jahren, Ausländer, oder Ältere.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen lag im April bei fünf Prozent. Im April 2014 lag sie noch bei 7,6 Prozent.    

Sebastian Kleist, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Je höher die Qualifikation eines Menschen desto geringer das Risiko, arbeitslos zu werden. Geringqualifizierte sind einem höheren Risiko ausgesetzt, dass ihre Arbeitsplätze durch Automatisierung ersetzt werden. Zudem arbeiten Sie oft auf Mindestlohnniveau. Heute profitierten vor allem Höherqualifizierte von Weiterbildung und weniger jene, die sie am nötigsten bräuchten. Deshalb unterstützt die Agentur für Arbeit Unternehmen bei der Förderung der Weiterbildung beschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um auch geringqualifizierteren Beschäftigten einen Arbeitsplatz im Betrieb zu sichern. Dazu hat das Qualifizierungschancengesetz seit dem 01.01.2019 neue Rahmenbedingungen geschaffen. Durch das neue Gesetz wird erstmals die Weiterbildung unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße gefördert. Interessierte Unternehmen setzen sich bitte mit ihrer persönlichen Beratungsfachkraft unseres Arbeitgeberservices in Verbindung oder wählen die kostenlose Hotline 0800 4 5555 20.“

Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III), für den die Agentur für Arbeit allein zuständig ist, lag die Arbeitslosenzahl sowohl unter dem Vormonats- als auch unter dem Vorjahreswert. Insgesamt waren 7.375 Personen im April 2019 bei der Agentur für Arbeit Frankfurt arbeitslos gemeldet. Das waren 0,1 Prozent weniger als im März und ein Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs II (SGB II), für den das Jobcenter Frankfurt verantwortlich ist, gab es aktuell ebenfalls einen Rückgang der Arbeitslosenzahl. Insgesamt waren hier im April 12.892 Menschen arbeitslos gemeldet - 2,4 Prozent weniger als im März. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Minus von beachtlichen 14,3 Prozent.

Bei der Agentur für Arbeit Frankfurt waren im April 1.639 Arbeitsstellen neu gemeldet worden. Das waren 260 Stellen oder 13,7 Prozent weniger als im März. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist zum Vormonat stärker gesunken als der Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre. Gute Einstellungschancen bieten derzeit das Gastgewerbe, Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung und – für Frankfurt typisch – der Wirtschaftsbereich Verkehr und Lagerei.

Kleist zur aktuellen Stellensituation: „Zwar beobachten wir einen Rückgang der bei uns registrierten Stellen, allerdings wird auch nicht jede freie Stelle bei der Arbeitsagentur gemeldet. Viele Unternehmen suchen eigenständig Beschäftigte über unsere Jobbörse und nehmen unsere Dienste dann in Anspruch, wenn es um fachliche Unterstützung oder Fragen zur Förderung geht. Auch die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit – das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – bescheinigt dem Arbeitsmarkt grundsätzlich eine gute Verfassung und prognostiziert weiterhin eine positive Beschäftigungsentwicklung. Das lassen auch unsere Beschäftigungszahlen erkennen. Mit aktuell einem Beschäftigungsplus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt Frankfurt weit vor Hessen (plus 2,4 Prozent) oder dem gesamten Bundesgebiet (plus 2,1 Prozent). 

Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2018 bis April 2019 haben sich bei der Arbeitsagentur Frankfurt 3.319 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 1,6 Prozent). Der Bedarf an Auszubildenden ist durchaus vorhanden, denn bisher 3.420 gemeldete Ausbildungsstellen gilt es zu besetzen. Hier ist ein Minus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu registrieren. Aktuell sind 1.980 junge Menschen noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dieser Anzahl stehen noch 1.860 unbesetzte Stellen gegenüber. Die Chancen, stehen also gut auch noch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zu finden. Die meisten Ausbildungsstellen wurden in den Bereichen Einzelhandel und Büromanagement gemeldet. Hierfür interessierte sich auch die Mehrheit der Ausbildungssuchenden.

Wichtig ist es zum jetzigen Zeitpunkt schnell aktiv zu werden, wenn ein junger Mensch noch in diesem Jahr eine Ausbildung aufnehmen möchte. Hier unterstützen die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit sehr professionell und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Gleiches gilt für Betriebe, die noch auf der Suche nach Azubis sind: Auch hier ist es wichtig, schnell ins Gespräch zu kommen und vor allem auch bereit zu sein, gegebenenfalls den einen oder anderen Kompromiss einzugehen.

„Den perfekten Azubi gibt es ebenso wenig wie den perfekten Ausbildungsbetrieb“, so der stellvertretende Chef der Frankfurter Arbeitsagentur. „Und das ist auch gar nicht schlimm. In vielen Fällen lähmt Perfektionismus nur. Ich werbe aktiv dafür, jungen Menschen Chancen zu geben – auch wenn es mal nicht der Kandidat oder die Kandidatin mit der Schulnote „gut“ in Deutsch/Mathe/Englisch ist. Um auch Hauptschülern, die vielleicht theoretisch nicht so perfekt sind, eine Chance zu geben, werden wir speziell für diese im Juni eine Ausbildungsbörse veranstalten. So haben Betriebe die Möglichkeit, die persönlichen und praktischen Fähigkeiten der jungen Menschen bei uns vor Ort in Augenschein zu nehmen, um dann vielleicht gleich eine Ausbildung oder ein Praktikum zu vereinbaren.“

Info: Die Arbeitsagentur Frankfurt unterstützt vor der Berufswahl in allen Fragen und bietet ein umfangreiches Informationsangebot: Wissenswertes rund um den Berufseinstieg wird im Berufsinformationszentrum (Main-BiZ) der Arbeitsagentur vor Ort oder auch im Internet zur kostenlosen Nutzung vorgestellt. Berufs- und studienorientierte Informationsveranstaltungen mit Arbeitgebern, Kammern und anderen Kooperationspartnern sowie verschiedenen Job- und Ausbildungsplatzbörsen gehören ebenso zum Angebot der Arbeitsagentur wie eine umfassende persönliche Beratung.

Bei einem Terminwunsch zur Berufsberatung können Interessierte telefonisch unter der kostenlosen Hotline (0800)45555 00 anrufen oder vereinbaren einen Termin unter der Mailadresse:  Frankfurt-Main.Berufsberatung@arbeitsagentur.de. Hier bitte auch den voraussichtlichen Schulabschluss und evtl. gewünschten Beruf angeben.

www.arbeitsagentur.de