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Letzte Aktualisierung: 24.05.2019

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Antworten auf Fragen aller Art – Die Bürgerberatung ist zurück im Herzen der Stadt

von Jan Hassenpflug

(11.03.2019) Wo finde ich die besten Radrouten in Frankfurt? Welche Ausstellung läuft gerade im Städel und wo kann ich mich über die Müllentsorgung in Frankfurt informieren? Frei nach dem Motto „dumme Fragen gibt es nicht“ ist die Bürgerberatung – von nun an in der neuen Altstadt – die zentrale Anlaufstelle für alle Frankfurter, denen ein Fragezeichen über dem Kopf schwebt. Auch wer neu in der Mainmetropole ist, kann sich hier mit einem speziellen Angebot den besten Überblick verschaffen.

Das Team der Bürgerberatung Frankfurt: Ursula Kullmann, Hagen Blatt, Denise Scharrer, Brigitte Schammler
Foto: Stadt Frankfurt / Bernd Kammerer
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Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind echte Frankfurt-Experten und haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihr Wissen rund um die Stadt an die Frau und an den Mann zu bringen. „Nicht jede Frage ist gleich eindeutig. Die Kunst liegt darin, sie im Gespräch richtig einzuordnen“, erklärt die Leiterin der Bürgerberatung Brigitte Schammler, die im Hintergrund die Fäden zieht und die Arbeit ihres dreiköpfigen Teams, bestehend aus Denise Scharrer, Hagen Blatt und Ursula Kullmann, koordiniert. „Wir verstehen uns als eine Art Lotse der Stadtverwaltung.“

Eine Reise durch die Zeit: Die Geschichte der Bürgerberatung
Alles beginnt am 26. August 1969 mit dem Römertelefon: Auf Band können die Bürger sämtliche Fragen rund um die städtische Verwaltung hinterlassen. Binnen einer Frist von zehn Tagen erfolgt der Rückruf oder eine schriftliche Auskunft. Der Service zur Weitervermittlung von Bürgeranfragen an Ämter und Dezernate innerhalb der Stadtverwaltung ist in dieser Form einer der ersten in ganz Deutschland.

Von 1972 an ist auch die Kommunikation mit direktem persönlichen Kontakt möglich: Direkt am Römerberg angesiedelt und im Stile eines Weltraumschiffs mit gläsernen Flügeltüren ausgefallen ausgestattet, öffnet die „Auskunftsstelle Römer“ ihre Türen. Ein Pfeil im Schaufenster der Servicestelle weist von außen blinkend darauf hin, wenn ein Anruf beim Bürgerservice eintrifft.

Im Jahr 1995 wird das Frankfurt Forum ins Leben gerufen, in dem sich Bürgerberatung und Werkstattladen, eine Kooperation der Praunheimer Werkstätten und des Frankfurter Vereins für Soziale Heimstätten, die Räume am Römerberg teilen. 2014 gibt die Bürgerberatung das Römertelefon an die Behördennummer 115 ab und wechselt organisatorisch vom damaligen Presse- und Informationsamt ins Bürgeramt, Statistik und Wahlen.

Aufgrund eines auslaufenden Mietvertrags muss die Bürgerberatung zwei Jahre später den Römerberg nach 44 Jahren verlassen und findet einen vorübergehenden Standort im zentralen Bürgeramt an der Zeil. Am 7. März 2019 ist es dann so weit: Nach intensiven Vorplanungen ist die Bürgerberatung zurück im Herzen von Frankfurt, genauer im „Goldenen Lämmchen“ in der neuen Altstadt.

„Im Überangebot an Informationen übernehmen wir auch eine filternde Funktion“
Auch in Zeiten der Digitalisierung, in denen Antworten im Netz oft nur einen Mausklick entfernt scheinen, ziehen viele Frankfurter und Besucher der Stadt den persönlichen Austausch vor. „Gerade wenn es darum geht, sich über Ausstellungen oder Veranstaltungen im Kulturprogramm zu informieren, halten die Leute gerne aktuelle Flyer oder Broschüren in der Hand, die sie bei uns garantiert finden“, versichert Schammler. „Vor dem Hintergrund des online vorherrschenden Überangebots an Informationen übernehmen wir auch eine filternde Funktion. Allein dadurch sind wir nach wie vor gefragte Ansprechpartner.“

Neben dem direkten Kontakt können Bürger ihre Anliegen auch per Mail an das Postfach der Bürgerberatung richten. „Themenspezifische Fragen können wir nicht immer direkt beantworten. Wir geben sie dann an die Experten aus den Fachämtern weiter oder vermitteln die Bürger gleich an die passende Adresse“, erklärt Mitarbeiterin Denise Scharrer. Über das Frankfurter Tagesgeschehen wissen Brigitte Schammler und ihre drei Frankfurt-Experten bestens Bescheid: „Wir bereiten uns jeden Morgen mit einer Presseauswertung vor, sammeln so Hintergrundwissen und überlegen, welche Fragen tagesaktuell auf uns zukommen könnten.“

Natürlich sind den Dreien im Laufe ihrer Tätigkeit schon die verrücktesten Anliegen untergekommen: „Es kam schon vor, dass uns ein Berliner auf Besuch in Frankfurt nach einer bestimmten Biersorte aus seiner Heimatstadt gefragt hat“, erinnert sich Ursula Kullmann. „Solche auf den ersten Blick abwegigen Fragen, wecken immer auch unsere Neugierde und sind eine echte Herausforderung an die Recherche“, fügt Hagen Blatt hinzu, der seit 2014 in der Bürgerberatung arbeitet.

Großer Zulauf an neuer Wirkungsstätte erwartet
In den neuen Räumen im „Goldenen Lämmchen“ spürt man die Vorfreude und Aufbruchsstimmung, die der Umzug in die neue Altstadt verbreitet. Die vielen Prospekte, Info-Flyer und Broschüren sind sorgfältig nach Themengebieten sortiert. Eine gemütliche Sitzecke lädt dazu ein, in Ruhe zu stöbern und angeregt mit den Angestellten ins Gespräch zu kommen. An den roten Wänden hängen Flachbildschirme, auf denen die Geschichte der Bürgerberatung in Bild und Text festgehalten ist. Ganz neu ist auch der interaktive Multimedia-Guide: Auf einem Touch-Screen können die Besucher jede Menge Wissenswertes über Frankfurt entdecken. Im Angebot erwartet die Besucher unter anderem ein 360 Grad-Panorama-Rundgang durch Römer, Paulskirche und Bolongaropalast.

Man fühlt sich wohl in den kleinen, aber feinen Räumlichkeiten: „Natürlich erhoffen wir uns großen Zulauf. Hier in der neuen Altstadt sind wir sozusagen am Puls der Zeit und kommen viel besser mit den Leuten ins Gespräch“, blickt Schammler zuversichtlich in die Zukunft. (ffm)