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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Anja Kampmann ist neue Stadtschreiberin von Bergen

von Ilse Romahn

(02.09.2019) Kulturdezernentin Ina Hartwig hat am Freitag, 30. August, mit der Eröffnung des Berger Marktes die neue Stadtschreiberin von Bergen in ihr Amt eingeführt.

Anja Kampmann
Foto: Stadt Frankfurt / Juliane Henrich
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In diesem Jahr erhält die Schriftstellerin und Lyrikerin Anja Kampmann den mit 20.000 Euro und einem einjährigen Wohnrecht im Stadtschreiberhaus verbundenen Preis. Zugleich verabschiedet sich der bisherige Stadtschreiber Clemens Meyer von den Bürgern.

„Das freie künstlerische Schreiben und ein Amt gehen eigentlich nicht zusammen. Es gibt eine Ausnahme; die des Stadtschreibers von Bergen, einer der bedeutendsten Literaturpreise Deutschlands. In der Vita eines Schriftstellers oder wie in diesem Jahr einer Schriftstellerin nimmt er einen herausragenden Platz ein“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Die diesjährige Stadtschreiberin Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren, sie lebt seit ihrem Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2016 erschien ihr vielbeachteter Gedichtband „Proben von Stein und Licht“ und 2018 dann ihr erster Roman „Wie hoch die Wasser steigen“. Kulturdezernentin Ina Hartwig begrüßt ausdrücklich die Wahl als 46. Stadtschreiberin von Bergen: „Ich schätze Anja Kampmann als eine der interessantesten deutschsprachigen Nachwuchsautorinnen. Dass in diesem Jahr eine noch am Anfang ihrer künstlerischen Karriere stehende Schriftstellerin mit dem Stadtschreiberpreis ausgezeichnet wird, begrüße ich ausdrücklich. Wir werden sicher noch viel von ihr lesen und hören, auch nach diesem Jahr hier in Bergen.“

Der Literaturpreis „Stadtschreiber von Bergen“ wurde vor über 45 Jahren geschaffen, um die wachsende Gefährdung des Kulturgutes, der deutschen Sprache, ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihr entgegenzuwirken. „Literatur als Volksfest“ ist das Motto der jährlichen Amtseinführung im Festzelt auf dem Berger Marktplatz. In diesem Jahr hält der Fotograf und Schauspieler Hanns Zischler die Festrede.

Der Preis wird von einer Jury vergeben, der sowohl Fach- als auch Bürgerjuroren angehören. Seit der Gründung des Preises 1974 durch Franz Josef Schneider waren zahlreiche Größen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur Stadtschreiber oder Stadtschreiberin von Bergen – Wolfgang Koeppen, Eva Demski, Peter Kurzeck, Herta Müller, Peter Härtling und Ulrich Peltzer - um nur einige wenige zu nennen. Sie alle nahmen den Schlüssel zum Stadtschreiberhaus „An der Oberpforte“ entgegen und viele von ihnen nutzten die Gelegenheit, um in Bergen-Enkheim ein Jahr zu leben und zu schreiben. (ffm)