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Letzte Aktualisierung: 15.07.2019

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Alte Verletzung machte Hofheims Keiler „Felix“ zu aggressiv

von Adolf Albus

(04.07.2019) Sein Name hat ihm am Ende doch kein Glück gebracht: Der Keiler „Felix“ musste am Mittwoch aus dem Wildgehege am Hofheimer Kapellenberg entnommen werden, weil er zu aggressiv war und die Betreuer des Geheges gefährdete.

Felix wurde als Frischling von Hunden am Hinterteil gepackt, schwer verletzt aufgefunden und von einem Jäger aufgepäppelt. Im Alter von etwa zwei Jahren wurde er ins Wildgehege gesetzt.

Die Hoffnung, dass sich die alte Verletzung durch den hohen Auslauf im Gehege und das Zusammenleben mit den anderen Wildschweinen verwächst, hat sich jedoch leider nicht bestätigt. Die Beschwerden wurden zeitweise schlimmer, bei Felix knickte immer wieder das Hinterteil ein. Revierförster Karlheinz Kollmannsberger berichtet, dass deshalb zahlreiche Besucher fragten, ob ein krankes Wildschein im Gehege sei.

Auch wies der Keiler ein überdurchschnittlich hohes Aggressionspotential gegenüber Menschen auf, das auf Beschwerden durch die alte Verletzung schließen ließ. Schwächliche Wildtiere, die eventuell auch Schmerzen haben, gehen oft sofort in die Angriffsstellung über.

Schließlich konnte Kollmannsberger die mögliche Gefahr, welche von Felix gegenüber den Betreuern des Geheges ausging, nicht länger verantworten. „Eventuell hatte der Keiler auch Schmerzen und deshalb nicht mehr wirklich ein erfülltes Wildschwein-Leben“, so der Revierförster.

Die gute Nachricht ist, dass Felix trotz seiner Behinderung für viel Nachwuchs gesorgt hat. Darunter auch ein vitaler, sich gut entwickelnder Keiler, der seinen Vater im Gehege ersetzen wird. Inzuchtprobleme sind nicht zu befürchten. Sie ergeben sich bei Wildschweinen erst ab etwa der 5. Generation, Felix‘ Sohn ist erst die 1. Generation.